TTEAM 

 
Linda Tellington-Jones entwickelte eine Methode für einen sanften Umgang mit Tieren, TTEAM (Tellington Touch Every Animal Method) genannt. Dabei sind der Respekt vor den Lebewesen und die Bereitschaft das Verhalten zu ändern wichtige Voraussetzungen. Ihre langjährige Arbeit mit Pferden hat sie ebenso sehr geprägt wie ihre Ausbildung in der Feldenkraistechnik. Dort lernte sie, wie wir Menschen unsere Haltung und Bewegungen beeinflussen können, indem wir uns ihrer bewusst werden. Sie übertrug diese Technik auf Tiere. Daraus entstanden die TTouches, verschiedene Arten Tiere zu berühren, und die Bodenarbeit. Dadurch, dass sich ein Tier auf ein neues Körpergefühl konzentriert, kann es schlechtere Erinnerungen durch neue, positive Erlebnisse ersetzen.
 
Gina, die aus einem Tierheim kommt, hatte wohl schlechte Erlebnisse mit anderen Hunden gehabt: Sie knurrte jeden Hund an, den wir trafen. Ich begann jedesmal ihren Kopf zur Seite zu drehen. Den Kopf abwenden ist ein Beruhigungssignal. Da sie sehr ängstlich war, machte ich ihr zur selben Zeit TTouches, um ihr Selbstvertrauen zu stärken. Nach ein paar Wochen drehte ich ihr den Kopf etwas weniger sanft zur Seite und knurrte sie an, um ihr zu zeigen, dass es mir wirklich ernst war. Unterdessen dreht nun Gina auch selber mal den Kopf zur Seite, wenn ein Kamerad allzu aufdringlich wird und sie ihn beruhigen will.
 

TTOUCH

Unter TTouches versteht man eine Reihe von Berührungen. Sie sind sanft, langsam und meistens kreisförmig. Für Hunde sind sie sehr speziell, da sie sich nicht an solche Berührungen gewöhnt sind. Daher konzentrieren sie sich auf die Stelle, die wir berühren, und entspannen sich dort automatisch.
 

Als Gina das jüngste Mitglied unserer Familie wurde, war sie ganz verspannt. Ich arbeitete mit ihr für ein paar Tage mit TTouches und war sehr erstaunt, als sie den Schwanz zum erstenmal hängen liess. Er war zuvor immer steif und über den Rücken gebogen gewesen, so dass ich annahm, dies sei ihre natürliche Haltung. Unterdessen ist Gina eine wahre Meisterin im Entspannen.

 
Setze dich neben deinen Hund und entspanne dich, bevor du mit den TTouches beginnst. Streiche ihm ein paar mal über den Rücken. Dadurch stellst du zwischen euch beiden eine mentale Bindung her. Lege jetzt eine Hand auf den Hund und lasse sie während der ganzen Übung dort. Mache mit der anderen Hand einen ganzen Kreis und einen Viertel auf jeder Stelle, die du wählst. Die Haut soll sich mitbewegen, der Muskel darunter ruhig bleiben. Am besten probierst du es zuerst einmal auf deinem Arm aus.

 



Mache die TTouches mit der ganzen Handfläche um einen Hund zu beruhigen. Um einen Hund an eine neue Situation zu gewöhnen, nimmst du die Fingerbeeren. Das ist zum Beispiel vor einer Show sehr hilfreich. Du kannst mit den Fingerspitzen ganz kleine TTouches um Wunden herum machen: Dies hilft ihnen schneller zu verheilen. Du musst aber sehr vorsichtig und fast ohne Druck arbeiten.

   
 

Während du TTouches machst, achte darauf, dass du ganz entspannt bleibst, vor allem in den Händen, und dass du bequem sitzt. Atme regelmässig und versuche, dich mit dem Hund eins zu fühlen. Bist du fertig, streichle den Hund noch einmal und bleibe noch ein wenig ruhig sitzen, bevor du etwas anderes machst. Es wird sicher ein super Erlebnis für euch beide sein.



Bodenarbeit

Zu TTEAM gehört auch die Bodenarbeit. Ein Beispiel dafür ist das Führen des Hundes über ungewohnte Oberflächen. Dabei muss der Hund viel mehr auf seine Bewegungen achten und wo er seine Pfoten hinstellt. Bewegungen, die nicht notwendig sind, wird er dabei automatisch unterlassen und sich dadurch entspannter bewegen.
 
Ein anderes Beispiel der Bodenarbeit ist die Körperbandage. Auch dadurch bekommt der Hund ein neues Körperbewusstsein, was ihm helfen kann, in ein körperliches und emotionales Gleichgewicht zu kommen.
 
Ich besuchte einen TTEAM Kurs, wo es eine junge Westidame hatte, die eines ihrer Beine fast nicht belastete. Die Kursleiterin legte ihr eine Körperbandage an, worauf sich der Hund augenblicklich normal bewegte. Dies hielt auch an, als ihr die Bandage wieder entfernt wurde.
 
  Nimm eine elastische Binde und binde sie symmetrisch um deinen Hund. Wie genau hängt davon ab, was für eine Persönlichkeit dein Hund ist. Bei einem ängstlichen Hund führst du die Binde eher unter dem Schwanz durch. So verhinderst du, dass er seinen Schwanz zwischen die Beine klemmt, ein Zeichen für Angst und Unsicherheit. Das neue Körpergefühl wird sich auch auf sein psychisches Befinden auswirken. Führe einem dominanten Hund die Binde über den Schwanz: Er wird ihn dann nicht mehr so steif halten und sich entspannter fühlen.

 

Die Körperbandage soll eng, aber doch noch bequem sein. Verbinde die Enden mit einem Knopf oder einer Sicherheitsnadel. Zuerst wird der Hund versuchen die Binde abzustreifen. Übe ein paar Tricks mit ihm, um ihn abzulenken. Lob ihn schön nach jedem Trick, damit er interessiert bleibt und nicht doch lieber ans Entfernen der Binde geht.
 

The TTEAM philosophy is:

To honor the role of animals as our teachers
To bring awareness to the importance of animals in our lives
To encourage harmony, cooperation and trust between humans and animals and among humans
To recognize the individual learning process of every human and animal
To respect each animal as an individual
To teach interspecies communication through the TTouch
To work with animals using understanding in place of dominance
 

Die TTEAM philosophie ist:

Anerkenne, dass du von Tieren lernen kannst
Sei dir bewusst, wie wichtig Tiere in unserem Leben sind
Hilf mit Harmonie, Zusammenarbeit und Vertrauen zwischen Mensch und Tier, aber auch den Menschen untereinander zu fördern
Erkenne den individuellen Lernprozess, in dem jeder Mensch und jedes Tier sich befindet
Respektiere jedes Tier als Individuum
Hilf mit TTouch die artenübergreifende Verständigung fördern
Arbeite mit Tieren auf der Grundlage von Verständnis, nicht von Macht
 
(Wendy Fast, TTEAM practitioner)
 


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