Die Welt der Denker:

Die ersten Denker über die Entstehung der Welt waren die drei Weisen von Milet: Thales, Anaximander und Anaximenes. Allen Denkern gemeinsam ist, dass sie einen Urstoff oder eine Urkraft voraussetzen, aus dem sich die Welt entwickelt hat. Der Urstoff selbst entsteht aus dem Nichts.

Thales von Milet ( ca. 625 - 546 v. Chr. ) setzte als Urstoff aller Dinge das Wasser voraus. Zu dieser Feststellung kam er, da das Land ( die Erde ) auf dem Meer ( das Wasser ) schwimmt.

Anaximander von Milet ( ca. 610 - 545 v. Chr.) entwickelte die Theorie von dem Unendlichen als Urenegie der Welt. Diese Energie enthält die gegensätzlichen Elemente dick/dünn, kalt/warm und fest/flüssig. Anaximander konnte die Ursubstanz selbst nicht erklären, aber er war der Meinung, dass eine ewige Bewegung in ihr wäre, welche die Elemente hervorbringen würde. Aus dieser Bewegung entstehen die Elemente warm und kalt, aus deren Vereinigung wieder die Flüssigkeit entsteht. Aus der Flüssigkeit bilden sich die Erde, das Feuer und die Luft. Laut Anaximander ist die Erde von Feuer umgeben und die Sterne sind kleine Flämmchen der Feuerkugel. Am Anfang war die Erde naß, aber das Feuer trocknete sie und wurde fest. Aus der Flüssigkeit entstand das Meer, in welchem sich das Leben entwickelte und auf die Erde überging, als sie getrocknet war.

Anaximenes von Milet ( ca. 585 - 528 v. Chr. ) sah in der Luft den Urstoff aller Dinge. Verdünnt würde die Luft Feuer, verdickt Wind, Wolken, Erde, Wasser und Steine ergeben. Sogar die Seele der Lebewesen besteht aus Luft. Nach Anaximenes entstand zuerst die Erde, die in der Luft schwebt. Verdunstungen erzeugten das Feuer und die Sterne. Er erkannte sogar, dass Sonnen- und Mondfinsternisse physikalischer und nicht göttlicher Natur sind. In dieser Theorie beruht alles auf Bewegung und Veränderung, bei der nichts verloren geht.

Laut Heraklit von Ephesos ( ca. 544 - 484 v. Chr. ) Ist der Urstoff das Feuer, denn es ist das Symbol für Unruhe und Bewegung. Alles sei ein Werden und Vergehen, alles würde „fließen“.
Es gibt zwei Wege: Aus dem Feuer entwickelt sich auf dem Unteren Weg das Wasser und die Erde. Auf dem Oberen Weg entwickeln sich aus den Ausdünstungen des Wassers und der Erde drei verschiedene Dinge: Aus den hellen und reinen Ausdünstungen entsteht wieder das Feuer und die Sterne, aus den mittleren die Seelen und aus den dunklen der Regen und die Meteore. So versucht Heraklit den Wechsel von Tag und Nacht und Sommer und Winter zu erklären. Der Mond und die Sonne sind hier Schalen, die bei Finsternissen der erde ihre bauchige Seite zuwenden. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Makrokosmos. Das explosive Feuer entspricht dabei der Explosion des Uratoms.

Demokrit von Abdera ( geb. ca. 460 v. Chr. ) beschäftigte sich mit dem Mikrokosmos. Bei ihm gibt es nur winzige Atome und den leeren Raum dazwischen. Die Wirklichkeit wird also bestimmt durch das „Volle“ und das „Leere“. Aber die wirkliche Welt stimmt nicht mit der Welt, die wir wahrnehmen, überein. Alle Dinge sind räumlich, aber alles Geschehen  ist „Bewegung“. Die kleinste, unteilbare Einheit der „Raumdinge“ sind die Atome. Diese Atome wirbeln im Raum herum und ballen sich zu sichtbaren Dingen zusammen. Laut Demokrit gibt es aber nicht nur eine Welt, sondern viele Welten nebeneinander, die durch große Zusammenballungen der Atome entstehen und vergehen. Diese Zusammenballungen entstehen aber nie durch Zufall, sondern in ihnen besteht eine Gesetzmäßigkeit. Die Atome sind ewig und unzerstörbar, aber sie können sich nicht in einander verwandeln. Es kann nichts aus dem Nichts entstehen oder ins Nichts verschwinden.

Bei Platon ( 427 - 347 v. Chr. ) war der Urstoff aller Dinge der Dialog zwischen Feuer, Wasser, Luft und Erde. Er fand sogar heraus, dass die Erde eine Kugel ist, die bei einer Mondfinsternis ihren Schatten auf den Mond wirft. Er wusste auch, dass sich die Erde um sich selbst dreht und nicht das Zentrum des Universums ist.

Auch bei Empedokles ( geb. ca. 450 v. Chr. ) waren die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde die „Wurzeln“ von Allem. Diese Elemente besitzen keine Ähnlichkeit und können keine Verbindung miteinander eingehen. Eine Bewegung entsteht in den Elementen aus zwei gegensätzlich wirkenden Kräften: „Freundschaft“ und „Haß“. „Freundschaft“ verbindet die Wurzeln, „Haß“ trennt sie wieder.

Die beiden Schüler Platons Aristoteles ( 384 - 322 v. Chr. ) und Eudoxos ( ca. 408 - 355     v. Chr. ) waren der Meinung, dass die Erde von Sphären umgeben sein. Die äußere Sphäre mit den Sternen und die dazwischenliegenden Sphären mit den Planeten rotieren unterschiedlich schnell, während die innere Sphäre mit den vier Elementen fest an einem Platz bleibt. Es gibt aber noch ein fünftes Element, der Ether, der alle Sphären durchdringt.

Herakleides von Pontos ( geb. ca. 350 v. Chr. ) war ebenfalls ein Schüler Platons. Er fand heraus, dass sich die Erde innerhalb eines Tages um sich selbst dreht. Er war zwar der Meinung, dass sich die Planeten um die Sonne drehen, aber die Sonne drehte sich bei ihm um die Erde.

Aristarch von Samos ( ca. 310 - 250 v. Chr. ) entwickelte dagegen ein heliozentrisches Weltbild. Bei ihm drehen sich alle Planeten - einschließlich die Erde - in Kreisen um die Sonne.

Hipparchos von Nicäa ( ca. 190 - 125 v. Chr. ) war allerdings gegen dieses Weltbild, denn die Planeten hielten ihre Kreisbahnen nicht ein und so konnte man nicht ihren Standort bestimmen. Als Folge dessen wurde das heliozentrische Weltbild von Aristarch verdrängt.

Claudius Ptolemäus ( ca. 80 - 170 ) beschrieb nach der Zeitwende in seinem Hauptwerk „Almagest“ ein geozentrisches Weltbild, in dem sich alle Planeten, der Mond und die Sonne auf Sphären um die Erde bewegen würden.