3. Herleitung des Schwarzschild-Radius beim
Schwarzen Loch mit der Newtonschen Theorie
Ansatz: Für Körper, die vom Schwarzen Loch den Abstand Schwarzschild-Radius haben, ist die Fluchtgeschwindigkeit größer als Lichtgeschwindigkeit. Selbst Licht, das sich dem Schwarzen Loch bis auf den Schwarzschild-Radius nähert, kann dem Schwarzen Loch nicht mehr entkommen. Zuerst wollen wir jetzt die Fluchtgeschwindigkeit eines Körpers hergeleiteten.
3.1. Herleitung der Fluchtgeschwindigkeit
Aus den folgenden Voraussetzungen wollen wir die Fluchtgeschwindigkeit hergeleiteten:
Die potentielle Energie Epot eines Körpers in der Entfernung r von einem sich ebenfalls als Massepunkt gedachten anderen Himmelkörper ist:
Epot = - GMQMP
. (3.1)
Dabei ist G die Gravitationskonstante, MQ die Masse des Himmelskörpers, MP die Masse eines Probekörpers.
Außerdem gilt für die kinetische Energie des Körpers, wenn v die Geschwindigkeit des Körpers ist:
Ekin =
MPv2. (3.2)
Schließlich gilt der Satz von der Erhaltung der Energie:
Epot + Ekin = Eges = konstant. (3.3)
Wir setzen nun in die Gleichung (3.3) für Epot den rechten Term der Gleichung (3.1) ein und für Ekin den rechten Term von Gleichung (3.2). Nun erhalten wir:
- G • MQ • MP
•
+
• MP
• v2 = Eges = konstant. (3.4)
Die Fluchtgeschwindigkeit vFl eines Körpers ist die Geschwindigkeit, bei der ein Körper mit der Geschwindigkeit vFl von einem Himmelskörper abgeschossen ins Unendliche strebt.
Die Geschwindigkeit v des
Körpers, der mit Fluchtgeschwindigkeit abgeschossen wurde, muß also immer etwas
größer sein als Null, denn sonst würde er irgendwann wieder auf den
Himmelskörper zurückfallen. Die Geschwindigkeit nimmt mit der Zeit monoton ab,
weil der Körper von dem Himmelskörper angezogen wird und er nur die
Mindestgeschwindigkeit hat, die er braucht um in das Unendliche zu streben.
Folglich strebt v für t gegen unendlich gegen Null und
gegen Null,
weil der Körper auf den Himmelskörper nicht zurückfällt. Somit ist Eges
= 0.
Wir ersetzen jetzt in Gleichung (3.4) Eges durch 0 und v durch vFl.
Wir bekommen:
- G • MQ • MP
•
+
• MP
• vFl2 = 0, | • 2 : MP
- 2 • G • MQ •
+ vFl2
= 0,
vFl2 =
2 • G • MQ •
.
Wir berechnen schließlich die Fluchtgeschwindigkeit vFl eines Probekörpers, der von einem Himmelskörper abgeschossen wird. Der Radius des Himmelskörpers sei r:
vFl =
.
3.2. Herleitung des Schwarzschild-Radius r beim Schwarzen Loch mit Hilfe der Fluchtgeschwindigkeit vFl
Wenn bei einem Himmelskörper die Fluchtgeschwindigkeit gleich der Lichtgeschwindigkeit ist kann kein materieller Körper diesen verlassen, weil kein materieller Körper jemals die Lichtgeschwindigkeit erreichen kann. Da kein materieller Körper ein Schwarzes Loch verlassen kann, folgern wir:
vFl = c. (3.5)
Im vorherigen Abschnitt haben wir die Fluchtgeschwindigkeit vFl berechnet:
vFl =
. (3.6)
Dabei ist hier M die Masse des Schwarzen Loches, von der sich ein anderer Körper mit der Geschwindigkeit vFl entfernt. Wir setzen den rechten Term der Gleichung (3.6) für vFl in Gleichung (3.5) ein. Nun erhalten wir:
= c .
Diese Gleichung lösen wir jetzt nach der Größe r auf:
= c², | ![]()
![]()
= r.
Für den Schwarzschild-Radius r errechnen wir also:
r =
.