De imperio Cn. Pompei - Die anfänglichen Erfolge des Lucullus

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[20] Nachdem ich über die Art des Krieges gesprochen habe, werde ich nun ein wenig über die Größe sprechen. Es kann nämlich die Art des Krieges, die ich beschrieben habe, so notwendig sein, dass er geführt werden muß, er ist aber nicht so groß, dass man sich sehr fürchten muß. Dafür müßt ihr euch auf das Äußerste anstrengen, das euch nicht das verachtenswert erscheint, wofür man sorgfältig sorgen muß. Und damit alle sehen, dass ich Lucius Lucullus soviel Lob zuteile, wie man einem tapferen Mann und weisem Mensch und großem Feldherren schuldet, sage ich, dass bei dessen Ankunft sehr große Truppen des Mithridates mit allen Dingen ausgerüstet und aufgestellt waren, und dass Cyzicenus, eine sehr berühmte, mit uns befreundete Stadt in Asien, von diesem König selbst mit einer großen Menge an Soldaten belagert und heftigst bestürmt wurde. Diese Stadt befreite Lucius Lucullus durch seine Tapferkeit, durch seine Ausdauer und durch einen klugen Plan aus der höchsten Gefahr der Belagerung;
[21] von demselben Feldherren wurde eine große und gut ausgerüstete Flotte, die unter sertorianischer Führung durch Haß angetrieben Italien angriff, besiegt und versenkt. Außerdem wurden große feindliche Truppen in vielen Kämpfen niedergemacht, und unseren Legionen das Schwarze Meer geöffnet, welches davor dem römischen Volk vor jedem Zugang abgeschlossen war. Sinope und Amisus, wo die Paläste des Königs waren, die mit allen Dingen geschmückt und vollgestopft waren, und sehr viele andere Städte Cabadociens und des Pontus wurden durch einen Besuch und die Ankunft (des Lucullus) eingenommen. Der König begab sich hilfesuchend zu anderen Königen und Völkern, nachdem er seines Königreichs, überliefert durch seinen Vater und Großvater, beraubt worden war. Dies alles ist geschehen, ohne dass den Bundesgenossen auch nur ein Haar gekrümmt worden wäre und die Steuern auch nur angerührt wurden. Damit, meine ich, ist genug Lob gespendet, ihr Quiriten, und zwar so, dass ihr folgendes sehen könnt: keiner der Gegner dieses Antrags und Unternehmens hat Lucius Lucullus von hier aus in gleicher Weise gerühmt.

[20] Quoniam de genere belli dixi, nunc de magnitudine pauca dicam. Potest hoc enim dici, belli genus esse ita necessarium ut sit gerendum, non esse ita magnum ut sit pertimescendum. In quo maxime elaborandum est, ne forte ea vobis quae diligentissime providenda sunt, contemnenda esse videantur. Atque ut omnes intellegant me L. Lucullo tantum impertire laudis, quantum forti viro et sapienti homini et magno imperatori debeatur, dico eius adventu maximas Mithridati copias omnibus rebus ornatus atque instructas fuisse, urbemque Asiae clarissimam nobisque amicissimam, Cyzicenorum, obsessam esse ab ipso rege maxima multitudine et oppugnatam vehementissime, quam L. Lucullus virtute, adsiduitate, consilio, summis obsidionis periculis liberavit:
[21] ab eodem imperatore classem magnam et ornatam, quae ducibus Sertorianis ad Italiam studio atque odio inflammata raperetur, superatam esse atque depressami magnas hostium praeterea copias multis proeliis esse deletas, patefactumque nostris legionibs esse Pontum, qui antea populo Romano ex omni aditu clausus fuisset; Sinopen atque Amisum, quibus in oppidis erant domicilia regis, omnibus rebus ornatus ac refertas, ceterasque urbis Ponti et Cappadociae permultas, uno aditu adventuque esse captas; regem, spoliatum regno patrio atque avito, ad alios se reges atque ad alias gentis supplicem contulisse; atque haec omnia salvis populi Romani sociis atque integris vectigalibus esse gesta. Satis opinor haec esse laudis, atque ita, Quirites, ut hoc vos intellegatis, a nullo istorum, qui huic obtrectant legi atque causae, L. Lucullum similiter ex hoc loco esse laudatum.

Begründung für das späte politische Auftreten Ciceros | Die politische Lage | Disposition der Rede

I Art des Krieges
Der Kriegsruhm steht auf dem Spiel | Die Bünder müssen geschützt werden | Die Steuereinkünfte sind gefährdet | Das Vermögen röm. Bürger ist in Gefahr

II Die Größe des Krieges
Die anfänglichen Erfolge des Lucullus | Die Flucht des Mythridates und Trigranes | Die Meuterei des römische Heeres

III Die Wahl des Feldherrn
Allein Pompeius kommt in Frage | Seine Erfahrung im Kriegswesen | Seine bisherigen Kriegserfolge | Seine Uneigennützigkeit | Sein maßvolles und menschliches Verhalten | Sein Ansehen | Sein Glück | Zusammenfassung

IV Widerlegung der Gegner des Gesetzes
Widerlegung des Hortensius | Widerlegung des Catulus | Appell an das Volk | Die Fehler der anderen Feldherren | Gewichtige Befürworter des Gesetzes

V Schluß