De imperio Cn. Pompei - Das Vermögen vieler römischer Bürger ist in Gefahr

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[17]Und ihr dürft auch nicht vernachlässigen, was sich auf die Güter vieler römischer Bürger bezieht, welches ich mir als letztes vorgenommen hatte, als ich begonnen hatte über die Art des Krieges zu sprechen. Auf diese müßt ihr sorgfältig Rücksicht nehmen, wenn ihr weise seid. Denn auch die Steuerpächter, sehr ehrenvolle und hochangesehene Leute, deren Kapitalanlagen euch am Herzen liegen müssen um eures eigenen Vorteils willen, haben ihr Vermögen in jener Provinz angelegt. Denn wenn wir immer glaubten, dass die Steuereinkünfte die Lebensadern des Staates seien, sagen wir mit Recht, dass sicher der Stand, der jene eintreibt, die Stütze der übrigen Stände ist.
[18]Zweitens machen auch tüchtige und fleißige Menschen aus den übrigen Ständen zum Teil selbst in Asien Geschäfte, für die ihr in ihrer Abwesenheit sorgen müßt; ein Teil derer hat in dieser Provinz große Geldmengen angelegt. Es ist nämlich ein Zeichen von Menschlichkeit, dass ihr eine große Zahl von Bürgern vor Schaden bewahrt, und es ist ein Zeichen eurer Weisheit, zu sehen, dass der Schaden vieler Bürger nicht vom Staat getrennt werden kann. Und es ist auch nicht wichtig, dass wir später die Steuern durch einen Sieg wiedererlangen können, wenn wir die Steuerpächter verloren haben. Denn weder werden dieselben wegen des Schadens die Möglichkeit haben, diese zurückzukaufen, noch werden andere wegen der Angst dies wollen.
[19]Dann müssen wir das, was uns Asien und desgleichen der gewisse Mithridates dort am Anfang des Krieges gelehrt haben, in Erinnerung behalten. Denn dann wissen wir, dass in Rom das Kreditwesen aufgrund des Unterbleibens von Rückzahlungen darniederliegt, wenn in Asien sehr viele sehr große Geldmengen verlieren. Viele können nämlich in einer einzigen Bürgerschaft nicht ihr Hab und Gut verlieren, ohne dass die viele mit sich in die Tiefe ziehen. Vor dieser Gefahr schützt den Staat und glaubt mir, was ihr selbst seht: Dieses Kreditwesen und diese Geldgeschäfte, welche in Rom, welche auf dem Forum getätigt werden, sind eng verflochten mit jenen Geldern in Asien. Jene Geldgeschäfte können nicht zusammenbrechen, ohne dass diese (Geldgeschäfte hier) durch dieselbe Bewegung zusammenbrechen. Deshalb seht, dass ihr nicht daran zweifeln dürft euch mit allem Eifer in diesem Krieg zu engagieren, in dem der Ruhm eures Namens, das Wohl der Bundesgenossen, große Steuereinkünfte, und das Schicksal vieler Bürger, die mit dem Staat verbunden sind, verteidigt wird.

[17] Ac ne illud quidem vobis neglegendum est, quod mihi ego extremum proposueram, cum essem de belli genere dicturus, quod ad multorum bona civium Romanorum pertinet, quorum vobis pro vesta sapientia, Quirites, habenda est ratio diligenter. Nam et publicani, homines honestissimi atque ornatissimi, suas rationes et copias in illam provinciam contulerunt, quorum ipsorum per se res et fortunae vobis curae esse debent. Etenim si vectigalia nervos esse rei publicae semper duximus, eum certe ordinem, qui exercet illa, firmamentum ceterorum ordinum recte esse dicemus.
[18] Deinde ex ceteris ordinibus homines gnavi atque industrii partim ipsi in Asia negotiantur, quibus vos absentibus consulere debetis, partim eorum in ea provincia pecunias magnas conlocatas habent. Est igitur humanitatis vestrae magnum numerum eorum civium calamitate prohibere, sapientiae videre multorum civium calamitatem a re publica seiunctam esse non posse. Etenim primum illud parvi refert, nos publica his amissis vectigalia postea victoria recuperare. Neque enim isdem redimendi facultas erit propter calamitatem, neque aliis voluntas propter timorem.
[19] Deinde quod nos eadem Asia atque idem iste Mithridates initio belli Asiatici docuit, id quidem certe calamitate docti memoria retinere debemus. Nam tum, cum in Asia res magnas permulti, amiserant, scimus Romae, solutione impedita, fidem concidisse. Non enim possunt una in civitate multi rem ac fortunas amittere, ut non plures secum in eandem trahant calamitatem. A quo periculo prohibete rem publicam, et mihi credite id quod ipsi videtis: haec fides atque haec ratio pecuniarum, quae Romae, quae in foro versatur, implicata est cum illis pecuniis Asiaticis et cohaeret. Ruere illa non possunt, ut haec non eodem labefacta motu concidant. Qua re videte num dubitandum vobis sit omni studio ad id bellum incumbere, in quo gloria nominis vestri, salus sociorum, vectigalia maxima, fortunae plurimorum civium coniunctae cum re publica defendantur.

Begründung für das späte politische Auftreten Ciceros | Die politische Lage | Disposition der Rede

I Art des Krieges
Der Kriegsruhm steht auf dem Spiel | Die Bünder müssen geschützt werden | Die Steuereinkünfte sind gefährdet | Das Vermögen röm. Bürger ist in Gefahr

II Die Größe des Krieges
Die anfänglichen Erfolge des Lucullus | Die Flucht des Mythridates und Trigranes | Die Meuterei des römische Heeres

III Die Wahl des Feldherrn
Allein Pompeius kommt in Frage | Seine Erfahrung im Kriegswesen | Seine bisherigen Kriegserfolge | Seine Uneigennützigkeit | Sein maßvolles und menschliches Verhalten | Sein Ansehen | Sein Glück | Zusammenfassung

IV Widerlegung der Gegner des Gesetzes
Widerlegung des Hortensius | Widerlegung des Catulus | Appell an das Volk | Die Fehler der anderen Feldherren | Gewichtige Befürworter des Gesetzes

V Schluß