[14]Wenn unsere Vorfahren wegen der Bundesgenossen, selbst durch kein Unrecht gereizt, mit
Antiochus und Philippus und den Aetolern Krieg geführt haben, mit wieviel Eifer müßt ihr, durch Ungerechtigkeiten
herausgefordert, das Wohl der Bundesgenossen zusammen mit der Würde eures Reiches schützen, zumal weil es um eure
größten Steuereinnahmen geht ? Denn die Steuern der übrigen Provinzen sind so groß, ihr Quiriten, dass wir kaum damit
zufrieden sein können, diese Provinzen selbst zu schützen, Asien aber ist so reich und fruchtbar, dass es leicht alle
Gebiet sowohl durch die reiche Ernte der Felder als auch durch die Größe der Weideflächen als auch durch die Menge der
Dinge, die exportiert werden, übertrifft. Deshalb, ihr Quiriten, müßt ihr diese Provinz nicht nur vor Schaden, sondern
auch vor der Furcht vor Schaden verteidigen, wenn ihr sowohl den Nutzen für den Krieg als auch die Würde des Friedens
behalten wollt.
[15]Denn wenn in den übrigen Sachen ein Unheil kommt, nimmt man Schaden; jedoch bei den Steuern bringt nicht
nur die Ankunft des Schlechten den Schaden, sondern auch die Furcht selbst. Denn weil die Truppen des Feindes nicht weit
entfernt sind, auch wenn noch kein Angriff gemacht wurde, wird dennoch das Weideland verlassen, die Äcker liegen brach
und die Kaufleute lassen die Schiffahrt ruhen. So kann man weder Hafenzoll noch die Ertragssteuer der Ernte noch Weidegeld
einnehmen; deshalb verliert man oft den Ertrag eines ganzen Jahres durch ein einziges Gerücht der Gefahr und durch die Angst
vor Krieg.
[16]Welches Bewußtsein glaubt ihr haben die, die uns die Steuern bezahlen oder die, die sie eintreiben und verwalten,
wenn zwei Könige mit sehr großen Truppen in der Nähe sind, wenn ein Überfall der Reiterei in sehr kurzer Zeit die Steuern eines
ganzen Jahres wegnehmen könnte, wenn die Steuerpächter meinen, dass ihre sehr große Angestelltenschar, die sie in den Wäldern,
gleichsam in Feldern, Häfen und Wachstationen haben, in großer Gefahr sind? Glaubt ihr jene Dinge genießen zu können, ohne die Leute, die euch von Nutzen sind, nicht nur vor Schaden, wie ich es vorher gesagt habe, sondern auch vor Furcht vor Schaden
zu bewahren?