De imperio Cn. Pompei - Das Wohl der Bundesgenossen muss geschützt werden

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Was soll man dazu sagen, dass das Wohl unserer Bundesgenossen in höchster Gefahr geraten ist, wie müßt ihr euch dazu verhalten? Der König Ariobarzanes, ein Bundesgenosse und Freund der römischen Volkes, wurde aus seinem Reich vertrieben. Zwei Könige bedrohen ganz Asien, die nicht nur eure ärgsten Feinde sind, sondern auch die eurer Bundesgenossen und Freunde. Aber alle Bürgerschaften ganz Asiens und Griechenlands sind gezwungen, wegen der Größe der Gefahr auf eure Hilfe zu hoffen. Sie wagen aber weder einen bestimmten Feldherren von euch zu fordern, zumal weil ihr einen anderen geschickt habt, noch meinen sie, dies ohne die höchste Gefahr tun zu können.
[13] Sie sehen und fühlen dasselbe wie wir, dass es einen Mann gibt, in welchem alles in höchstem Maß ist, und dass er ihnen nahe ist, weshalb sie ihn besonders schmerzlich vermissen. Durch dessen Ankunft und durch seinen Namen allein, obwohl jener zum Seeräuberkrieg gekommen ist, bemerken sie dennoch, dass der Ansturm an Feinden zurückgedrängt und verlangsamt wurde. Diese bitten euch schweigend, weil es ihnen nicht erlaubt ist frei zu sprechen, dass ihr sie für würdig erachtet, dass ihr einem solchen Mann ihr Wohlergehen anvertraut. Darum bitten sie um so mehr, weil wir in die anderen Provinzen so geartete Menschen mit Befehlsgewalt schickten, dass, auch wenn sie sie gegen den Feind verteidigen sollten, sich deren Ankunft in den Städten der Bundesgenossen nicht sehr viel von einer feindlichen Besetzung unterscheidet. Während sie dies bisher hörten, sehen sie es durch seine Anwesenheit nun, dass er so maßvoll, so mild und so menschlich ist, dass es scheint, dass diejenigen am glücklichsten sind, bei denen jener recht sehr lange blieb.

Quid? quod salus sociorum summum in periculum ac discrimen vocatur, quo tandem animo ferre debetis? Regno est expulsus Ariobarzanes rex, socius populi Romani atque amicus; imminent duo reges toti Asiae non solum vobis inimicissimi, sed etiam vestris sociis atque amicis; civitates autem omnes cuncta Asia atque Graecia vestrum auxilium exspectare propter periculi magnitudinem coguntur; imperatorem a vobis certum deposcere, cum praesertim vos alium miseritis, neque audent, neque se id facere sine summo periculo posse arbitrantur.
[13] Vident et sentiunt hoc idem quod vos, -- unum virum esse, in quo summa sint omnia, et eum propter esse, quo etiam carent aegrius; cuius adventus ipso atque nomine, tametsi ille ad maritimum bellum venerit, tamen impetus hostium repressos esse intellegunt ac retardatos. His vos, quoniam libere loqui non licet, tacite rogant, ut se quoque, sicut ceterarum provinciarum socios, dignos existimetis, quorum salutem tali viro commendetis; atque hoc etiam magis, quod ceteros in provinciam eius modi homines cum imperio mittimus, ut etiam si ab hoste defendant, tamen ipsorum adventus in urbis sociorum non multum ab hostili expugnatione differant. Hunc audiebant antea, nunc praesentem vident, tanta temperantia, tanta mansuetudine, tanta humanitate, ut ei beatissimi esse videantur, apud quod ille diutissime commoratur.

Begründung für das späte politische Auftreten Ciceros | Die politische Lage | Disposition der Rede

I Art des Krieges
Der Kriegsruhm steht auf dem Spiel | Die Bünder müssen geschützt werden | Die Steuereinkünfte sind gefährdet | Das Vermögen röm. Bürger ist in Gefahr

II Die Größe des Krieges
Die anfänglichen Erfolge des Lucullus | Die Flucht des Mythridates und Trigranes | Die Meuterei des römische Heeres

III Die Wahl des Feldherrn
Allein Pompeius kommt in Frage | Seine Erfahrung im Kriegswesen | Seine bisherigen Kriegserfolge | Seine Uneigennützigkeit | Sein maßvolles und menschliches Verhalten | Sein Ansehen | Sein Glück | Zusammenfassung

IV Widerlegung der Gegner des Gesetzes
Widerlegung des Hortensius | Widerlegung des Catulus | Appell an das Volk | Die Fehler der anderen Feldherren | Gewichtige Befürworter des Gesetzes

V Schluß