[59] Übrig scheint es, dass ich über die gewaltige Meinung des Quintus Catulus reden muss. Als er euch fragte, wenn ihr allein alle Hoffnung auf Gnaeus Catulus legt, und wenn dieser sterben würde, auf wen ihr dann die Hoffnung setzen wollt, da erntete seine Würde und seine Tapferkeit viele Früchte, dadurch, dass ihr fast mit einer Stimme sagtet, dass ihr in dieser Sache auf ihn selbst die Hoffnung setzt. Dieser Mann ist so beschaffen, dass keine Sache so groß und so schwierig ist, dass jener sie nicht durch seinen Plan lenken, nicht mit seiner Gradlinigkeit damit umgehen , oder mit deiner Tapferkeit vollenden könnte. Aber in dieser Sache selbst bin ich völlig anderer Meinung. Denn je weniger sicher und kürzer das Leben des Menschen ist, desto mehr muss der Staat, solange es die unsterblichen Götter zulassen, das Leben und die Tapferkeit eines ausgezeichneten Mannes ausnützen.
[60] Ja aber es soll doch nichts Neues gegen die beispielhaften Satzungen der Vorfahren gemacht werden. Ich sage nicht, dass unsere Vorfahren in dieser Situation immer in Friedenszeiten die Sitte, in Kriegszeiten der Nützlichkeit gehorcht haben, und immer an neue Situationen neue Methoden angepasst haben; ich rede nicht über zwei sehr große Kriege, den Punischen und den Spanischen, die von einem Feldherrn beendet wurde, und nicht von zwei sehr mächtigen Städten, die dieses Reich immer wieder auf das heftigste bedrohten, nämlich Kathargo und Numantia, die von diesem selben Scipio zerstört worden sind, ich werde nicht erwähnen, dass es gut schien, dass euch und
euren Vorfahren früher gut ging, dass die Hoffnung des Reiches in den einem Gaius Marius gesetzt wurde, dass derselbe Mann mit Iugurta, derselbe mit den Camben und derselbe mit den Teutonen Krieg führte;
[61] selbst bei diesem Pompeius, bei dem Quintus Catulus will, dass nichts Neues beschlossen wird, erinnert euch doch, wie viele neue Sachen mit vollster Zustimmung des Catulus beschlossen wurden, Was ist daran so neu, als dass ein Jüngling privat ein Heer in einer so schwierigen Zeit des Staates aufstellte ? Er hat es getan. Dass dieser es anführt ? Er hat es angeführt. Dass die Aufgabe unter seiner Führung ausgezeichnet gelöst wurde ? Er tat dies.
Was ist so gegen die Sitte, dass einem blutjungem Menschen, dem es noch an vielen Jahren bis zum Senatorenalter fehlte, ein Imperium und ein Heer gegeben wurde, dass ihm Sizilien und Afrika übergeben wurde und er den Krieg in diesen Provinzen führte ? In diesen Provinzen war er von einzigartiger Uneigennützigkeit, Energie und Tapferkeit, er beendete den sehr großen Krieg in Afrika, und führte das Heer siegreich heim. Was ist wahrlich so unerhört, wenn ein römischer Ritter einen Triumph feiert ? Aber auch das römische Volk hat dieses Ergebnis gesehen, sondern glaubte sogar mit Eifer alles anschauen und mitfeiern zu müssen.
[62] Was ist so ungewöhnlich, dass ein römischer Ritter, als es zwei sehr berühmte und sehr tapfere Konsuln gab, zu einem so großen und grausamen Krieg geschickt wurde? Er ist geschickt worden. Als zu dieser Zeit im Senat so mancher war, der sagte, es gehöre sich nicht einen Privatmann anstelle eines Konsuln zu schicken, da soll Lucius Phillipus gesagt haben, er schicke ihn nicht Pro - Konsule, sondern anstelle beider Konsuln. So große Hoffnung setzte man auf diesen die Angelegenheiten zu regeln, dass man die Pflicht zweier Konsuln der Tapferkeit eines jungen Mannes anvertraute. Was ist so einzigartig, als dass er, losgelöst von den Gesetzen, auf Beschluss des Senates Konsul geworden ist, vor der Zeit wie es irgendeinem anderen erlaubt gewesen wäre ein Magistratsamt anzunehmen. Was ist so unerhört, als dass abermals ein römischer Ritter durch einen Senatsbeschluss triumphiert hat ? Alles das, was an Neuem nach Menschengedenken beschlossen wurde, das ist nicht so Zahlreich, wie das, was wir bei diesem einen Menschen sehen.
[63] Und diese so großen und so neuen Beispiele sind von dem Ansehen des Quintus Catulus und der übrigen sehr einflussreichen
Menschen gleicher Würde, im Hinblick auf den selben Menschen gemacht worden.