De imperio Cn. Pompei - Sein Glück

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[47] Es bleibt übrig, dass ich ehrfürchtig und ein wenig, wie es für einen Menschen über die Macht der Götter angemessen ist, über das Glück spreche, für welches bei sich selbst niemand bürgen kann, welches wir aber bei anderen erwähnen und anführen können. Ich nämlich glaube so, dass dem Maximus, dem Marcellus, dem Scipio, dem Marius und den übrigen großen Feldherren nicht allein wegen ihrer Tapferkeit, sondern auch wegen ihres Glückes öfters Imperien gegeben und Heere anvertraut wurden. Denn sicher stand manchem großen Manne ein geheimnisvolles, vom Himmel geschicktes Glück zur Seite, um ihn zu erhöhen, ihn berühmt zu machen und große Taten glücklich ausführen zu lassen. Doch will ich vom Glück des Mannes, von dem hier die Rede ist, mit der erwähnten Zurückhaltung sprechen, nicht nämlich um zu behaupten, das Glück stände in seiner Gewalt, sondern um zu zeigen, dass wir Vergangenes erwähnen und Zukünftiges erhoffen, dass meine rede den unsterblichen Göttern nicht verhaßt oder undankbar erscheint.
[48]Ich will also nicht rühmen, wie große Taten dieser Mann in der Heimat und im Felde, zu Wasser und zu Land vollbrachte, und mit welchem Glück, wie seinen Absichten stets nicht nur die Bürger beistimmten, die Bundesgenossen sich fügten, die Feinde sich unterwarfen, sondern sogar Winde und Wetter günstig waren; ich will nur in aller Kürze sagen, dass keiner je so unbescheiden war, von den unsterblichen Göttern so viele und große Geschenke im stillen zu wünschen, als die unsterblichen Götter auf Cnaesus Pompeius häuften. Dass jenem dieses Glück für immer zu eigen sei, ihr Quiriten, müßt ihr nicht nur zum Wohl der Allgemeinheit und der Staates, sondern auch um seiner selbst willen sowohl wollen als auch wünschen, was ihr ja sowieso tut.

[47] Reliquum est ut de felicitate (quam praestare de se ipso nemo potest, meminisse et commemorare de altero possumus, sicut aequum est homines de potestate deorum) timide et pauca dicamus. Ego enim sic existimo: Maximo, Marcello, Scipioni, Mario, et ceteris magnis imperatoribus non solum propter virtutem, sed etiam propter fortunam saepius imperia mandata atque exercitus esse commissos. Fuit enim profecto quibusdam summis viris quaedam ad amplitudinem et ad gloriam et ad res magnas bene gerendas divinitus adiuncta fortuna. De huius autem hominis felicitate, de quo nunc agimus, hac utar moderatione dicendi, non ut in illius potestate fortunam positam esse dicam, sed ut praeterita meminisse, reliqua sperare videamur, ne aut invisa dis immortalibus oratio nostra aut ingrata esse videatur.
[48] Itaque non sum praedicaturus quantas ille res domi militiae, terra marique, quantaque felicitate gesserit; ut eius semper voluntatibus non modo cives adsenserint, socii obtemperarint, hostes obedierint, sed etiam venti tempestatesque obsecundarint: hoc brevissime dicam, neminem umquam tam impudentem fuisse, qui ab dis immortalibus tot et tantas res tacitus auderet optare, quot et quantas di immortales ad Cn. Pompeium detulerunt. Quod ut illi proprium ac perpetuum sit, Quirites, cum communis solutis atque imperi tum ipsius hominis causa, sicuti facitis, velle et optare debetis.

Begründung für das späte politische Auftreten Ciceros | Die politische Lage | Disposition der Rede

I Art des Krieges
Der Kriegsruhm steht auf dem Spiel | Die Bünder müssen geschützt werden | Die Steuereinkünfte sind gefährdet | Das Vermögen röm. Bürger ist in Gefahr

II Die Größe des Krieges
Die anfänglichen Erfolge des Lucullus | Die Flucht des Mythridates und Trigranes | Die Meuterei des römische Heeres

III Die Wahl des Feldherrn
Allein Pompeius kommt in Frage | Seine Erfahrung im Kriegswesen | Seine bisherigen Kriegserfolge | Seine Uneigennützigkeit | Sein maßvolles und menschliches Verhalten | Sein Ansehen | Sein Glück | Zusammenfassung

IV Widerlegung der Gegner des Gesetzes
Widerlegung des Hortensius | Widerlegung des Catulus | Appell an das Volk | Die Fehler der anderen Feldherren | Gewichtige Befürworter des Gesetzes

V Schluß