De imperio Cn. Pompei - Sein maßvolles und menschliches Verhalten

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[40] Seht nun weiter wie groß seine Mäßigung auch in anderen Dingen ist! Wodurch glaubt ihr, ist seine so große Schnelligkeit und so unglaublich rasche Fahrt möglich? Denn weder trugen ihn die außerordentliche Kraft seiner Ruderer noch eine unerhörte, geheimnisvolle Steuerkunst noch irgendwelche nie dagewesenen Winde so rasch bis ans Ende der Welt - das nicht, sondern was andere Menschen hemmt, hielt ihn nicht zurück: Nicht lockte ihn Habgier nach einer Beute von der begonnenen Bahn, nicht Begierde zum Genuß, nicht eine reizvolle Landschaft zur Ergötzung, nicht der Ruhm einer Stadt zur Besichtigung, ja nicht einmal die Mühe selbst zum Ausruhen; Schließlich glaubte er Statuen, Gemälde und die übrigen Kunstgegenstände der großen Städte, die andere mitnehmen zu müssen glauben, nicht einmal besichtigen zu dürfen.
[41] Deshalb betrachten alle in diesen Orten Pompeius so wie irgendeinen, der nicht aus dieser Stadt (Rom) geschickt wurde, sondern wie einen, der vom Himmel herabgestiegen ist; nun schließlich beginnen sie zu glauben, dass es einst wirklich römische Menschen von solcher Zurückhaltung gab; eine Tatsache, die schon den entferntesten Nationen unglaublich und falsch in Erinnerung gerufen worden zu sein schien. Nun beginnt der Glanz eures Reiches bei jenen Stämmen das Licht zu verbreiten. Nun sehen sie ein, dass ihre Vorfahren damals, als wir Magistrate von dieser Selbstbeherrschung hatten, nicht ohne Grund lieber dem römischen Volk dienen als selbst anderen befehlen wollten. Auch sagt man, dass Privatleute so unbehindert zu ihm vordringen, so frei sich über fremdes Unrecht beklagen dürfen, dass er, der noch die ersten Männer an Würde überragt, an Leutseligkeit den Niedrigsten gleich scheint.
[42] Und wie klar seine staatsmännische Einsicht, wie groß die Macht und Fülle seiner Rede ist - und gerade darin liegt ein Vorzug, der dem Feldherrn wohl ansteht - konntet ihr, ihr Quiriten, schon oft gerade hier erkennen. Was aber muß sein Wort bei unseren Bundesgenossen gelten, da es alle unsere Feinde für unverbrüchlich ansehen? Ferner ist er so menschenfreundlich, dass man schwer sagen kann, ob die Feinde eher seinen Mut im Kampfe gefürchtet haben oder die Milde nach der Niederlage höher zu schätzen wußten. Und da will noch einer zweifeln, ob man diesem Mann einen so schweren Krieg anvertrauen soll, der doch zur Vollendung aller Kriege unserer Zeit wie durch göttliche Vorsehung bestimmt schien?

[40] Age vero: ceteris in rebus quali sit temperantia considerate. Unde illam tantam celeritatem et tam incredibilem cursum inventum putatis? Non enim illum eximia vis remigum aut ars inaudita quaedam gubernandi aut venti aliqui novi tam celeriter in ultimas terras pertulerunt; sed eae res quae ceteros remorari solent, non retardarunt: non avaritia ab instituto cursu ad praedam aliquam devocavit, non libido ad voluptatem, non amoenitas ad delectationem, non nobilitas urbis ad cognitionem, non denique labor ipse ad quietem; postremo signa et tabulas ceteraque ornamenta Graecorum oppidorum, quae ceteri tellenda esse arbitrantur, ea sibi ille ne visenda quidem existimavit.
[41] Itaque omnes nunc in eis locis Cn. Pompeium sicut aliquem non ex hac urbe missum, sed de caelo delapsum intuentur. Nunc denique incipiunt credere fuisse homines Romanos hac quondam continentia, quod iam nationibus exteris incredibile ac falso memoriae proditum videbatur. Nunc imperi vestri splendor illis gentibus lucem adferre coepit. Nunc intellegunt non sine causa maiores suos, tum cum ea temperantia magistratus habebamus, servire populo Romano quam imperare aliis maluisse. iam vero ita faciles aditus ad eum privatorum, ita liberae querimonia de aliorum iniuriis esse dicuntur, ut is, qui dignitate principibus excellit, facilitate infimis par esse videatur.
[42] iam quantum consilio, quantum dicendi gravitate et copia valeat, -- in quo ipso inest quaedam dignitas imperatoria, -- vos, Quirites, hoc ipso ex loco saepe cognovistis. Fidem vero eius quantam inter socios existimari putatis, quam hostes omnes omnium generum sanctissimam iudicarint? Humanitate iam tanta est, ut difficile dictu sit utrum hostes magis virtutem eius pugnantes timuerint, an mansuetudinem victi dilexerint. Et quisquam dubitabit quin huic hoc tantum bellum transmittendum sit, qui ad omnia nostrae memoriae bella conficienda divino quodam consilio natus esse videatur?

Begründung für das späte politische Auftreten Ciceros | Die politische Lage | Disposition der Rede

I Art des Krieges
Der Kriegsruhm steht auf dem Spiel | Die Bünder müssen geschützt werden | Die Steuereinkünfte sind gefährdet | Das Vermögen röm. Bürger ist in Gefahr

II Die Größe des Krieges
Die anfänglichen Erfolge des Lucullus | Die Flucht des Mythridates und Trigranes | Die Meuterei des römische Heeres

III Die Wahl des Feldherrn
Allein Pompeius kommt in Frage | Seine Erfahrung im Kriegswesen | Seine bisherigen Kriegserfolge | Seine Uneigennützigkeit | Sein maßvolles und menschliches Verhalten | Sein Ansehen | Sein Glück | Zusammenfassung

IV Widerlegung der Gegner des Gesetzes
Widerlegung des Hortensius | Widerlegung des Catulus | Appell an das Volk | Die Fehler der anderen Feldherren | Gewichtige Befürworter des Gesetzes

V Schluß