[24] Hier will ich nicht mehr mehr (kein Tippfehler) dazu sagen; es war nämlich jenes das äußerste, dass
von diesen Orten von unseren Soldaten mehr eine baldige Rückkehr als ein weiteres Vorrücken gesucht wurde. Mithridates aber hatte
sowohl seine Truppen (Schar) gestärkt als auch wurde er unterstützt von denen, die sich selbst aus seinem Reich zusammengefunden
hatten und durch die ankommenden Hilfstruppen vieler Könige und Völker. Denn wir haben erfahren, dass dieses so zu geschehen pflegt,
dass das Mißgeschick von Königen leicht viele zur Hilfe und zum Mitleid anregt; und zwar solche, die entweder selbst Könige sind oder
in einem Königreich leben, so dass diesen nämlich der königliche Name groß und heilig erscheint.
[25] So konnte Mithridates als Besiegter so viel ausrichten, wie er als Unbesiegter nicht zu wünschen wagte. Nach der
Rückkehr in sein Reich begnügte er sich nämlich nicht damit, dass er dieses Land, nachdem er geschlagen worden war, nun nochmals
betreten konnte, sondern griff unser siegreiches und berühmtes Heer an. Laßt mich hier zu diesem Zeitpunkt, ihr Quiriten, wie es die
Dichter, die von der römischen Geschichte erzählen, zu tunpflegen, unsere Niederlage übergehen; die Niederlage, die so groß war,
dass sie dem Feldherrn nicht etwa durch die Nachricht eines Boten von der Schlacht zu Ohren kam, sondern nur durch Gerüchte aus
Gesprächen.
[26] In jenem sehr schweren Unglück und in der schwersten Schmach des Krieges entließ Lucius Lucullus, der das Unglück
vielleicht wenigstens teilweise hätte ausmerzen können, durch euren Druck gezwungen - ihr glaubtet nach alten Sitten die Länge
eines Oberbefehls beschränken zu müssen - einen Teil der Soldaten, deren Dienstzeit schon abgelaufen war und übergab den anderen
Teil an Marcus Glabrio. Vieles übergehe ich absichtlich, aber macht euch dieses durch Überlegungen klar, wie schwer, dass ihr
glaubt, dieser Krieg geworden ist, den die mächtigsten Könige gemeinsam führten, den die aufgehetzten Nationen erneuerten, den
neue Völker auf sich nahmen, und den der neue Feldherr von uns übernehmen muß, nachdem unser altes Heer geschlagen wurde.