Um die Entwicklung der römischen Kunst -und Kulturgeschichte zu schildern muss man zwangsläufig auch die Ereignisse vor der römischen Zeit betrachten. Wir wollen uns nun in die Zeit um 1000 vor Chr., also die Eisenzeit, begeben. Damals, wie wir heute wissen, war die Kunst und Kultur der Apenninenhalbinsel vor allem von der Villanovakultur, die sich in Mittelitalien angesiedelt hatte, beeinflusst. Die Villanovakultur war besonders im Bereich der Totenbestattung gut entwickelt. Sie unterschieden zwischen Frauenbegräbnissen, denen sie als Grabbeilagen Haarnadeln und Kämme aus Bein mitgaben, und Männergräbern, die mit Klingen, Eisenmessern und Schwertern ausgeschmückt wurden. Keramiken, Bronzefibeln (verzierte Sicherheitsnadel) und persönlichen Schmuck fand man in allen Gräbern. Eine weitere Eigenheit der Villanovakultur war es den Toten sogenannte Hüttenurnen mit ins Grab zu geben.
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Beispiel für eine
Hüttenurne
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Die Etrusker folgten der Villanovakultur ungefähr im 7. Jahrhundert vor Chr. Denn aus dieser Zeit datieren erste eindeutige Archäologische Funde, die den Etruskern zugeschrieben werden können. Da die Etrusker rege Handelsbeziehungen mit Phönikien, Assyrien, anderen Ländern des Ostens und besonders mit den Griechen betrieben, lässt sich ein deutlicher Einfluss derselben wiedererkennen. Wie gesagt waren es vor allem die Griechen, die die Etrusker in ihrem künstlerischem Schaffen beeinflussten. Waren doch auf der Italienhalbinsel mehrere griechische Städte angesiedelt. Was die Etrusker am meisten von der Villanovakultur unterschied war die geschriebene Sprache, die von den Etruskern beherrscht wurde von der Villanovakultur hingegen nicht.
Etrurien, das Land der Etrusker, bestand eigentlich aus einem Städtebund von 12 Städten, die sich alle im Norden Italiens und in der Poebene befanden. Eines der am frühsten produzierten Gute in Etrurien waren die Töpferwaren. Wie auch schon die Villanovakultur waren die Etrusker Meister der Keramik, wobei sich die Töpferkunst der Etrusker und der Villanovakultur in einigen Dingen unterschied. Die etruskischen Tonwaren, die im sogenannten Bucchero-Stil gearbeitet waren, unterschieden sich von den Töpfereien der Villanovakultur, die in einer Technik gefertigt wurden, die man als Impasto bezeichnet, vor allem im Glanz; Töpfe und Amphoren der Etrusker glänzten mehr und intensiver als die eher matten Keramikwaren der Villanovakultur.
Gräber, Tempel und Wohnhäuser der Etrusker
Betrachtet man die Gräber der Etrusker, kann man
auch diese als eine Weiterentwicklung der Gräber der
Villanovakultur ansehen. Wurde doch das Element der
Hüttenurnen von den Etruskern in einer abgeänderten Form
übernommen, indem sie nicht nur kleine Modelle des Hauses als
Grabbeigaben fabrizierten, sondern gleich das ganze Grab in der
Form des ehemaligen Zuhauses des Bestatteten fertigten. Freilich
konnten sich solche tumuli, wie die Grabkomplexe genannt wurden nur
die reicheren Etrusker leisten. Wie der Name tumulus (lat.
Hügel) schon sagt, hatten die etrurischen Gräber eine
Hügelform, die sich deutlich von der Landschaft abhob. Die
tumuli bieten uns heute dank der reichen Grabbeigaben und der
aufwändigen Ausstattung einen wichtigen Einblick in die
etruskische Alltagskultur. Die Tempel der Etrusker bildeten das
Vorbild der späteren römischen Tempel und waren
gleichzeitig, wie schon bei den Töpferwaren gesehen,
beeinflusst von der griechischen Welt. Allerdings gab es auch
beträchtliche Unterschiede in Bezug auf Baumaterial und
Bauweise gegenüber den griechischen Tempeln. So errichteten
die Etrusker ihre Tempel nicht aus beständigem Marmor und
Kalkstein, sondern sie verwendeten für den Bau porösen
und weichen Terrakotta und Tuffstein. Dies ist der Hauptgrund
dafür, dass die etruskischen Tempel uns heute - im Gegensatz
zu den Griechischen - nicht mehr erhalten sind. Die Unterschiede
bei der Architektur sind vor allem beim Gebrauch der Säulen
und im Bereich der Dachkonstruktion zu suchen. So stellt man beim
Betrachten der verschiedenen Tempel bzw. deren Rekonstruktionen
fest, dass die Etrusker Säulengänge nur an der
Vorderseite des Tempels einsetzten, die Griechen dagegen zierten
ihre Tempel meist rundum mit Säulen. Ebenfalls ins Auge sticht
das weit überlappende Dach der etruskischen Tempel; bei
griechischen Tempeln ragen die Dächer immer nur wenig
über die Aussenmauer heraus. Eigentliche etruskische
Wohnsiedlungen findet man leider fast keine mehr. Zum einen aus dem
bereits vorhin erwähnten Grund der Baumaterialien, zum anderen
das beträchtliche Alter der Etruskerkultur, das immerhin 2700
Jahre umfasst. Von den wenigen Siedlungen, die man ausgegraben hat,
konnte man als das Merkmal, das am meisten herausstach, die
plastisch gestalteten Dachziegel eruieren. Auf ihnen ist eine
Vielzahl von Darstellungen von Reiterturnieren und Festessen zu
finden.
