Die Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Punischen Krieg

Da nun das Staatsgebiet Roms um ein vieles vergrößert werden konnte, stellte sich die Frage nach der Verwaltung. Es wurden zwei weitere Prätoren (zweithöchstes Amt nach dem Konsul) eingesetzt, um die beiden ersten Provinzen, Sizilien/Sardinien und Korsika zu verwalten. Die beiden Prätoren wurden zusammen mit einer Militäreinheit, über die sie die Befehlsgewalt hatten, nach Sizilien geschickt. Wie alle Prätoren und Konsuln im Imperium hatten sie auf den Befehl des Senats zu hören.
  229 vor Chr. begann der Erste Illyrische Krieg, hervorgerufen durch ständige Plünderungen illyrischer Piraten. Rom entsandte eine 200 Schiffe starke Flotte um die Illyrier zu besiegen. Durch diesen Vorstoß konnten sich die Römer einige Gebiete an der Küste des heutigen Ex-Jugoslawiens sichern.
  Die größte Gefahr die die Römer im Moment bedrohte waren die Gallier, die immer noch im Norden Roms ihre Siedlungen besaßen. Auf irgend eine Weise wollte Rom dieses Problem los werden. Die Angst nach dem Galliersturm saß immer noch tief in den Knochen der Römer und sie wussten nicht recht, wie sie dieses Problem angehen sollten. Doch mussten sie sich nicht länger Probleme darüber machen. Ein gallisches Heer startete einen Angriff gegen die Römer. Darauf versammelten beide Konsuln ihre Heere, um gegen die Gallier anzutreten. Die Gallier mochten noch so stark sein, dieser römischen Übermacht waren sie nicht gewachsen. In der Folge wurde Oberitalien von den Galliern gesäubert. Sie wurden regelrecht abgeschlachtet und vertrieben.
  Während schreckliche militärische Gräuel im Gange waren, entwickelte sich auch das römische Kunstschaffen weiter. Vor allem in den Bereichen des Schrifttums machten sich erhebliche Veränderungen bemerkbar. Immer mehr römische Bürger, auch Sklaven, waren der griechischen Sprache mächtig und es wurden wichtige griechische Texte ins Lateinische übersetzt. Unter anderem die Odyssee von Homer. Der Philosoph Naevius begründete die lateinische Komödie. Bald sollte diese künstlerische Seite des Imperiums wieder von Kriegsleid überschattet werden.
  Hamilkar, ein karthagischer Feldherr, konnte die Besitztümer seines Heimatlandes in Spanien weiter ausweiten und gelang schließlich zum Fluss Ebro, der im Nord-Osten des Landes liegt. Also nahe der römischen Grenze. Nachdem Hamilkar die Führung des Heeres an Hasdrubal abgegeben hatte schickten die Römer eine Gesandtschaft nach Cartago Nova, einer auf spanischem Boden gegründeten Stadt, um mit den Karthagern Verhandlungen aufzunehmen. Wohlwissend über ihre militärische Unterlegenheit sagte Hasdrubal dem Bündnis zu, das die Römer vorbereitet hatten. In ihm wurde festgehalten, dass keine karthagische bewaffnete Macht den Ebro überschreiten durfte. Hasdrubal gab sich alle Mühe, sich an dieses Bündnis zu halten und die Römer nicht zu provozieren. Die Römer jedoch gingen in ein Bündnis mit einer Stadt südlich des Ebro, Saguntum.
  Schlagartig änderte sich jedoch das Bild, als Hannibal, der Sohn Hamilkars, nach der Ermordung Hasdrubals im Jahre 221 vor Chr. das Oberkommando in Spanien übernahm. Hannibal, damals 25 Jahre alt und seinem Vorgänger an militärischen Fähigkeiten weit überlegen, gab schon ziemlich rasch der spanischen Politik neue Impulse. Ein großangelegter Feldzug wurde 220 vor Chr. eröffnet. Es sollte der Auftakt zur Eroberung des restlichen Spaniens werden. Als die Römer von diesen Ereignissen hörten schickten sie sofort eine Gesandtschaft zu Hannibal um ihm klarzumachen, dass er die Integrität Saguntums zu respektieren habe. Hannibal begriff aber sofort die Tragweite der römischen Forderung. Eine Festsetzung der Römer in Saguntum hätte ihren Einfluss weit über den Ebro hinaus nach Süden vorgeschoben und seine eigene Stellung im mittleren Spanien von der Flanke her bedroht. Und zu Recht konnte er sich fragen, ob dies die letzte Forderung der Römer wäre. Brüsk lehnte er die römische Forderung ab. Auch nachdem die Römer eine Gesandtschaft nach Karthago selbst geschickt hatten, fiel die Antwort zwar höflich aber höchst unverbindlich aus. Hannibal hatte freie Hand.
  Im folgenden Frühjahr begann Hannibals Angriff auf Saguntum und die Römer zuckten nicht mit der Wimper. Sie schickten nicht einmal Truppen zur Unterstützung Saguntums. Sie selbst hatten genug Probleme mit den Galliern, die sie vollständig aus Oberitalien vertreiben wollten. Wie konnten sie auch wissen welche Pläne und Gedanken Hannibal in diesen Momenten hegte. Hannibal marschierte weiter gegen den Ebro vor und als diese Nachricht die Römer erreichte, erklärten sie den Karthagern den Krieg.

Zweiter Punischer Krieg

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Verwendete Literatur:
Dr. phil. Bleicken, Jochen et altera, 1963: Propyläen-Weltgeschichte - Rom. Die römische Welt. Erschienen im Propyläen Verlag, Berlin, Frankfurt, Wien.

Liberati, Anna Maria und Bourbon, Fabio 1996: Rom. Weltreich der Antike. Erschienen im Nebel Verlag, Erlangen. Englischer Originaltitel: Ancient Rome.

Mommsen, Theodor 1953: Römische Geschichte. Erschienen im Buchclub EX LIBIRS, Zürich.