Die östlichen Provinzen, das waren Armenia,
Asyria, Mesopotamia, Syria, Palaestina und Arabia. Die Römer
hatten oft mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, da auch das
Grossreich der Parther aus dem Osten seine Ansprüche an die
östlichen Provinzen stellte. Die Römer sahen ihre eigene
Psition so schwach, dass sie sich gezwungen sahen einen
limes (einen Schutzwall) entlang der Grenze zu ziehen. Der
limes führte über Damaskus nach Palmyra und weiter
über den Euphrat hinaus.
Die wichtigsten der ötlichen Provinzen waren Syria
und Palaestina. Sie erlebten zur Zeit der Severer eine
Blütezeit und sogar in Rom gewann sie an Bedeutung. Syria
stellte auch grosse Rechtsgelehrte wie Papinian und Ulpian, die von
der juristischen Fakultät in Berytus (Beirut) kamen und hohe
Verwaltungsämter inne hatten. Umgekehrt wirkte die
römische Kultur nur wenig auf die hiesige ein. Nur in den
grossen Städten wurde Latein gesprochen; es war die Sprache
der Verwaltung und Gesetzgebung.
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Das Theater von Bosra.
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Die Provinzen im Osten hatten für Rom eine grosse
militärische Bedeutung, wobei man ihre wirtschaftliche Rolle
nicht übersehen durfte. Die Landwirtschaft war hoch entwickelt
und durch kluge Bewässerungsanlagen gelang es Teile der
Wüste urbar und fruchtbar zu machen. Ausserdem florierte die
Glasindustrie.
In erster Linie erwuchs aber der Wohlstand dieser
Länder durch den Handel, der mit Ländern wie Arabien,
Indien und China lebhaft geführt wurde. Wollte man Ware durch
die östlichen Provinzen transportieren, musste man happige
Steuern darauf zahlen. So wurden vor allem mit wertvollen Waren
Handel getrieben. Die meisten Güter, die die Händler mit
sich führten waren Sklaven, Duftöle, Gewürze,
Prostituierte, Stoffe, Salze und Kunstgegenstände. Die
Römer hatten dazu die bestehenden Strassen ausgebaut und
zusätzlich neue errichtet.
Die östlichen Provinzen waren ein Schmelztiegel
unterschiedlichster Rassen und Zivilisationen. Dort kamen
griechische, semitische und römische Bevölkerungsgruppen
mieinander in Kontakt und beeinflussten sich gegenseitig. Auch das
Christentum verbreitete sich schnell. Die archäologischen
Funde zeigen, dass das Zusammenleben der verschiedenen
Bevölkerungsgruppen zu erstaunlichen Ergebnissen geführt
hatte.
Karte
Verwendete Literatur:
Dr. phil. Bleicken, Jochen et altera, 1963:
Propyläen-Weltgeschichte - Rom. Die römische Welt.
Erschienen im Propyläen Verlag, Berlin, Frankfurt, Wien.
Liberati, Anna Maria und Bourbon, Fabio 1996: Rom. Weltreich der
Antike. Erschienen im Nebel Verlag, Erlangen. Englischer
Originaltitel: Ancient Rome.
Mommsen, Theodor 1953: Römische Geschichte. Erschienen im
Buchclub EX LIBIRS, Zürich.