Gallien und Germanien ertreckte sich über
das Gebiet zwischen dem Atlantischen Ozean, den Pyrenäen, dem
Mittelmeer, den Alpen, dem Rhein und der Nordsee. Die
Bevölkerung setzte sich vor allem aus Kelten im Norden und aus
iberischen Völkern im Süden zusammen. Die Eroberung
Galliens und Germaniens wurde ca. um 130 vor Chr. begonnen und
endete im Jahre 9 nach Chr. Da die Gallier nur in kleinen
Dörfer und Festungen lebten, nicht in Städten, fiel es
den Römern verhältnismässig leicht die Gallier zu
besiegen.
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Eine Silbervase aus Hildesheim.
(100 vor Chr.)
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Die erste gallische Provinz wurde auf den Namen
Gallia
Narbonensis getauft, die später haupsächlich als
Provincia (die spätere Ableitung für den heutigen Namen
Provence) bezeichnet wurde.
Die beiden germanischen Provinzen, Germania Superior
und Germania Inferior, die als letzte der gallisch-germanischen
Provinzen erobert wurden, machten nur einen kleinen Teil des
Gebietes aus. In der Zeit um 12 bis 9 vor Chr. wollte der
Römer Drusus die germanischen Stämme vereinen, was ihm
aber misslang. Er musste eine Niederlage gegen die germanischen
Heere einstecken. Besonders tragisch war jedoch die Niederlage des
Varrus 9 nach Chr., der von dem barbarischen Feldherrn Arminius
besiegt wurde. Nach der Schlacht sollen überall Skelette und
Knochen von römischen Legionären gelegen haben. Sogar an
den Bäumen sollen die Germanen die Schädel der Römer
aufgehängt haben.
Immer wieder versuchten gallische Stämme die
römische Vormachtstellung zu gefährden. Zu den
wichtigsten Aufständen zählte der Aufstand der Cimbern
und Teutonen, die von Gaius Marius 102 und 103 vor Chr. in den
Schlachten von Aquae Sextiae und Vercellae niedergeworfen wurden.
Caesars Sieg über den gallischen Feldherrn Vercingetorix bei
Alesia im Jahr 52 vor Chr. brachte schliesslich ganz Gallien unter
römischen Einfluss.
Das Land wurde von Kaiser Augustus in die folgenden
Provinzen eingeteilt: Gallia Narbonensis, Aquitania, Gallia Belgica
und Gallia Lugdunensis. Diese Einteilung wehrte bis zur Zeit
Diocletians, der weitere Einteilungen vornahm.
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Der Tempel des Augustus.
(10 vor Chr.)
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Die Römer verschönerten ihre Städte in
Gallien mit zahlreichen Monumenten, Theatern, Zirkussen, Thermen,
Basiliken, Bogen, Brücken und Aquädukten. Die
galloromanische Kultur übernahm hellenistisch-römische
sowie keltische Elemente, behielt aber trotzdem eigene, von beiden
Kunstrichtungen unabhängige Charakteristika bei. Dies kam zum
Beispiel bei Grabskulpturen, die auf prunkvollen Säulen
Ausschnitte aus dem Leben der Verstorbenen zeigten, zum
Ausdruck.
Die Wirtschaft in Gallien florierte. Man handelte mit
landwirtschaftlichen und industriell gefertigten Gütern, so
zum Beispiel mit Weinen aus Gallia Narbonensis oder mit
Gegenständen aus Keramik, die im ganzen römischen Reich
feilgeboten wurden. Der wichtigste Exportgüter der
germanischen Provinzen waren Glaswaren. Einige besonders
schöne Stücke sind noch heute zu bewundern.
Ansonsten waren die germanischen Provinzen, die bis zur
heutige Niederlande reichten mehr militärische Aussenposten
als wichtige Exportländer. Ein Schutzwall von 382 Kilometern
wurde aufgestellt um die Barbaren aus dem Norden
zurückzuhalten.
Karte
Verwendete Literatur:
Dr. phil. Bleicken, Jochen et altera, 1963:
Propyläen-Weltgeschichte - Rom. Die römische Welt.
Erschienen im Propyläen Verlag, Berlin, Frankfurt, Wien.
Liberati, Anna Maria und Bourbon, Fabio 1996: Rom. Weltreich der
Antike. Erschienen im Nebel Verlag, Erlangen. Englischer
Originaltitel: Ancient Rome.
Mommsen, Theodor 1953: Römische Geschichte. Erschienen im
Buchclub EX LIBIRS, Zürich.