Die Donauprovinzen erstreckten sich von Germanien
im Westen bis zur Donau im Norden. Im Osten bildete das Schwarze
Meer die Grenzen und im Süden Gallia Cisalpina und Achaia. Die
Provinz setzte sich aus sieben Regionen zusammen.
Rhaetia kam - sowie Noricum - mit den Römern durch
Handelsbeziehungen in Kontakt. Rhaetias Bevölkerung war
überwiegend keltischer Abstammung und da das Gelände sehr
unwegsam war, konnte man auch nur wenig Siedlungen gründen und
dem entsprechend war Rhaetia nur wenig romanisiert. Zu den
gröseren Städten zählten Augusta Vindelicum
(Augsburg), Cambodunum (Kempten), Brigantium(Bregenz) und Castra
Regina (Regensburg). Die grösste Bedeutung für die
Römer hatte die Strasse, die durch Rhaetia führte. Sie
war wichtig für den Handel und ebenso wichtig war sie für
das Militär. Landwirtschaft und Bergbau reichten knapp um die
hiesige Bevölkerung zu versorgen.
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Eine römische Fibula.
(4. Jh. nach Chr.)
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In Noricum siedelten keltisch-illyrische Stämme,
doch waren auch zahlreiche römische Immigranten anwesend, was
wohl zu der weitgehenden romanisierung der Gegend geführt
hatte. Den Wohlstand gewann die Region vor allem durch ihre reichen
Bodenschätze. Ja, die norischen Eisenminen waren die
berühmtesten im ganzen Reich. Von Ovid und Plinius wissen wir,
dass in dieser Gegend Stahl von ausserordendlicher Qualität
hergestellt wurde. Man geht davon aus, dass die norischen
Stämme über eine Technik der Stahlgewinnung
verfügten, die den Römern bis dahin unbekannt gewesen
war.
Pannonia wurde erst, nachdem der grosse Aufstand der
Donauvölker 6 - 9 nach Chr. niedergeworfen war,
unabhängige Provinz. Um die Provinz von barbarischen
Übergriffen zu schützen, wurden überall
Legionärslager errichtet. Pannonia wurde schliesslich
wichtigstes Zentrum für die Romanisierung der restlichen
Gebiete. Zwar war die Wirtschaft Pannonias vor allem auf den
Bergbau und die Landwirtschaft gestützt, aber man durfte die
Händler, die sich an den wichtigen Durchgangsstrassen
niedergelassen hatten, doch nicht unterschätzen. Auch die
Flüsse Donau, Drava und Sava waren wichtige Instrumente des
Handels und des Transportes.
Illyricum befand sich auf der Italien
gegenüberliegenden Seite der Adria; ab dem dritten Jahrhundert
vor Chr. wurde der Grundstein für die künftige Herrschaft
gelegt. Kaiser Augustus vermochte danach die Provinz Illyricum
stark zu vergrössern. Die wichtigsten Handlesgüter die
Illyricum zu bieten hatte waren, Eisen, Gold, Silber, Vieh,
Getreide, Trauben und Oliven. Die wichtigsten Städte waren
Doclea (Duklja), Scodria (Skutari) und Salona (Solin), der
Geburtsort Diocletians und ein geistliches Zentrum christlicher
Zeit. Nicht weit von dieser Stadt entfernt erbaute Diocletian einen
Palast, um den herum sich Spalatum (Split) entwickelte.
Rom führte seit der Zeit Domitians immer wieder
Feldzüge gegen die Bevölkerung von Dacia, das
ständig die Militärlager in Moesia angriff. Schliesslich
gelang es Trajan in den Jahren 101 - 107 nach Chr. den Widerstand
der Daker zu brechen und das Gebiet zu unterwerfen. Nach der
Besetzung strömten die römischen Siedler gerade zu in das
Land und machten es zu einem der am meisten romanisierten Gebiete
im ganzen Reich. Dacia war reich an Erzen und man weiss von Trajan,
dass er etwa 165'000 Kilo Gold und 331'000 Kilo Silber als Beute
mit nach Rom brachte. Das dakische Volk befand sich auf einem sehr
hohnen Niveau der Matallurgie.
Karte
Verwendete Literatur:
Dr. phil. Bleicken, Jochen et altera, 1963:
Propyläen-Weltgeschichte - Rom. Die römische Welt.
Erschienen im Propyläen Verlag, Berlin, Frankfurt, Wien.
Liberati, Anna Maria und Bourbon, Fabio 1996: Rom. Weltreich der
Antike. Erschienen im Nebel Verlag, Erlangen. Englischer
Originaltitel: Ancient Rome.
Mommsen, Theodor 1953: Römische Geschichte. Erschienen im
Buchclub EX LIBIRS, Zürich.