Die starke Präsenz der Römer in
Kleinasien setzte 133 vor Chr. ein, als Attalos, König von
Pergamon, sein Reich den Römern testamentarisch vererbte.
Darauf annektierte Rom die weiteren Herrschaften, die sich auf dem
Gebiet Kleinasiens befanden. Von Anfang an hatte der Reichtum viele
Italiker, vor allem Kaufmänner und Steuereintreiber, nach
Kleinasien getrieben. Ihre Gier führte aber auch zu grossen
sozialen Differgenzien, die schliesslich im schrecklichen Aufstand
des Jahres 88 vor Chr. mündeten, in dem 80'000 Menschen den
Tod fanden. Kleinasien beruhigte sich erst wieder, als Kaiser
Augustus an die Macht kam. Unter ihm setzte nun eine Periode des
Wohlstandes und des Friedens ein, die bis ins 3. Jahrhundert
anhalten sollte.
Das Wohlergehen spiegelte sich in den zahlreichen
grandiosen und prunkvollen Bauten wider. Ruinen aus der Zeit der
Römer sind noch heute überall in Kleinasien zu finden.
Und das nicht nur in Städten wie Ephesus, Pergamum, Miletus
und Halicarnassus, sondern auch in kleineren Orten wie Sardis,
Mylasa, Labraunda, Magnesia, Laodicea und Apamea, um nur einige der
bekanntesten zu nennen.
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Hadrisnstempel in Ephesus.
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Die Heiligtümer und religiösen Gemeinschaften
der Einheimischen wurden von den Römern weiterhin geduldet.
Lediglich Roma und Augustus wurden als Gottheiten eingeführt.
Literatur und Wissenschaft genossen ein hohes Ansehen in Kleinasien
und so befanden sich die beiden wichtigsten medizinischen
Fakultäten des Reiches in Ephesus und Pergamum.
Die Haupteinnahmequelle Kleinasiens bildeten die
Landwirtschaft und der Handel. Die kostbaren Güter wurden
vornehmlich auf den alten Strassen der Achämeniden sowie auf
zahlreichen , von den Römern angelegten Verkehrswegen,
transportiert. Hohe Preise erzielte der purpurgeäderte Marmor
aus den Steinbrüchen von Synnada in Phrygia sowie der rote
Portasanta-Marmor aus Chios. In Blöcke geschlagen, wurde der
Marmor auf spezielle Schiffe verladen, die ihn in die ganze Welt
verschifften. Eine weiter Einnahmequelle war die Schafzucht und die
Herstellung von Wolle und Pergament, das, zusammen mit Papyrus, das
in antiker Zeit übliche Schreibmaterial darstellte. Vor allem
das Pergament aus Pergamum war sehr begehrt. Andere Orte waren
berühmt für die hervoragende Qualität ihrer Textil-
und Wollwaren. Besonders teuer waren purpurfarbene Stoffe, die mit
einem Farbstoff eingefärbt waren, den man aus Mollusken
gewann. In Hierapolis (heute Pamukkale) wusch man die Wolle in
heissen Quellen, um die Farbe zu fixieren. Zu dem verfügte
Kleinasien auch über reiche Erzvorkommen; vor allem Silber und
Gold. Daher rührt auch die Sage um König Croesus, auf
dessen Reichtum häufig in antiken Texten, wie zum Beispiel in
der Ilias Homers, angespielt wurde.
Karte
Verwendete Literatur:
Dr. phil. Bleicken, Jochen et altera, 1963:
Propyläen-Weltgeschichte - Rom. Die römische Welt.
Erschienen im Propyläen Verlag, Berlin, Frankfurt, Wien.
Liberati, Anna Maria und Bourbon, Fabio 1996: Rom. Weltreich der
Antike. Erschienen im Nebel Verlag, Erlangen. Englischer
Originaltitel: Ancient Rome.
Mommsen, Theodor 1953: Römische Geschichte. Erschienen im
Buchclub EX LIBIRS, Zürich.