Gaius Julius Verus Maximinus wurde ca. 173 als
Sohn eines gotischen Bauern und dessen alanischer Frau nicht in
Thrakien (daher der Beiname "Thrax"), sondern vermutlich weiter
nördlich in der Nähe der Donau im Gebiet Mösiens
geboren. Sein Geburtsjahr wird in der neueren Forschung bezweifelt.
Verschiedene biographische Hinweise (Alter des Sohnes,
Militärlaufbahn etc.) sprechen eher für einen
späteren Zeitpunkt der Geburt: entweder 183 oder sogar noch
später. Maximinus begann seine militärische Laufbahn
unter dem Kaiser Septimius Severus (193-211). In der "Historia
Augusta" (eine Biographien-Sammlung römischer Kaiser aus dem
4.oder einem noch späteren Jahrhundert, deren Inhalt eher
Klatsch sammelte als Wahrheiten) wird Maximinus eine
Größe von 2,60m und "herkulische" Kräfte
zugeschrieben. Ein erstes geschichtliches Zeugnis über seine
Militärlaufbahn gibt es aus dem Jahr 232: in dieser wird er
als Kommandeur einer römischen Legion (vermutlich in
Ägypten) genannt. Im Jahre 235 befand er sich unter der
Führung des Kaisers Severus Alexander (222-235) an der
Rheingrenze. Bei Bretzenheim bei Mainz kam es zu einer Revolte der
Truppen, die wegen ausstehenden Soldzahlungen und
Proviantschwierigkeiten gegen den Kaiser gestimmt waren. Sie
ermordeten Severus Alexander und dessen Mutter Julia Mammea.
Maximinus, beliebt wegen seines Mutes und seiner soldatischen
Eigenschaften, wurde daraufhin zum Kaiser ausgerufen. Der Senat in
Rom bestätigte Maximinus in Ermangelung anderer geeigneter
Kandidaten. Der neue Kaiser beendet siegreich den von Severus
Alexander begonnenen Feldzug gegen die Völker auf der
Nordseite des Rheines (im Gebiet des heutigen Württemberg) und
erhob 236 seinen Sohn Maximus zum Caesar (mit der Absicht, die
Thronfolge dynastisch zu regeln, was die meisten folgenden Kaiser
ebenso erfolglos versuchen). Im Winter 236/37 begab er sich an die
Donau zum Kampf gegen die Daker und Sarmaten. Zur Finanzierung
seiner Feldzüge und um die Soldaten auf seiner Seite zu wissen
(235 erhoben sich bereits Truppenteile gegen Maximinus) wurde die
Steuerlast der Nobilität erheblich erhöht. Während
den Kämpfen im Donaugebiet im Jahre 238 erfolgte eine Erhebung
des Feudaladels in Afrika. Dieser rief den Prokonsul Gordianus
Sempronianus (Gordianus I.) zum Kaiser aus (19. März 238). Der
Senat, durchweg gegen den weit entfernten Kaiser eingestellt,
bestätigte sofort nach Eintreffen der Nachricht die
Proklamierung Gordianus' zum Kaiser (2. April 238) und
erklärte Maximinus zum Staatsfeind (hostis). Maximinus
unterbach seinen Feldzug und marschierte in Eilmärschen in
Richtung Rom. In Oberitalien traf er allerdings auf zunehmenden
Widerstand der Städte und der Bevölkerung, die nicht
gewillt war, seine hungrige und erschöpfte Armee zu
verpflegen. Trotz der Niederschlagung des Aufstandes unter
Gordianus I. und dessen Sohnes, die dabei beide den Tod fanden,
verschlechterte sich die Lage des Maximinus. Der Senat erhob in
seiner Not gleich zwei Senatoren zu Kaisern (Pupienus und Balbinus)
und bereitete sich auf den Kampf gegen Maximinus vor. Dieser
belagerte Aquileia, daß nicht bereit war, sich den Truppen
auszuliefern. Die müden und hungrigen Truppen
Maximinus´, die nicht weiter bereit waren, ihre Heimat zu
bekämpfen (ein teil der truppen belagerte die eigenen
Angehörigen), ermordeten am 10. Mai 238 Maximinus und seinen
Sohn. Ihre abgeschlagenen Häupter wurden anschließend im
Triumph nach Rom gesandt, wo die Bevölkerung ihren ehemaligen
Kaiser zum ersten Mal zu Gesicht bekommt. Maximinus gilt als der
erste in der reihe der "Soldatenkaiser". Bis 284, als Diokletian
der alleinige Kaiser des Römischen reiches ist, erheben immer
wieder Truppenteile beliebte oder angesehene Generäle oder
Soldaten zuö kaiser, in der Hoffnung, dadurch einen eigenen
Vorteil zu erzielen. Innerhalb von 50 Jahren gelangen dabei mehr
als 30 Männer auf den Thron, die allesamt einen gewaltsamen
Tod fanden.
Verwendete Literatur:
Dr. phil. Bleicken, Jochen et altera, 1963:
Propyläen-Weltgeschichte - Rom. Die römische Welt.
Erschienen im Propyläen Verlag, Berlin, Frankfurt, Wien.
Liberati, Anna Maria und Bourbon, Fabio 1996: Rom. Weltreich der
Antike. Erschienen im Nebel Verlag, Erlangen. Englischer
Originaltitel: Ancient Rome.
Mommsen, Theodor 1953: Römische Geschichte. Erschienen im
Buchclub EX LIBIRS, Zürich.