
Wenn man an Wikinger denkt, kommt den meisten Menschen Barbaren, Raub- und Streifzüge, Überfall oder Ähnliches in den Sinn. Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort Wikinger Räuber. Eine Erklärung warum die Wikinger so viele Überfälle gegangen lautet, daß sie es wegen der Ernährung getan haben. Skandinavien bot den Wikingern nicht genug Nahr7ung. In diesem Aufsatz wollen wir aber nicth darlegen ob und wie brutal und böse die Wikinger waren, sondern wir wollen beschreiben, was sie zu essen hatten.
Trotz des harschen nordischen Klimas gab es bei den Wikingern viele unterschiedliche Getränke und Speisen. Sie lernen auch schnell übrig gebliebenes Essen für längere Zeit aufzubewahren, weil die Nahrung für sie sehr wertvoll war. Jeder Fisch, der nicht gleich gegessen wurde, wurde konserviert. Fisch war der wichtigste Anteil ihrer Ernährung. Fischgräten von Kabeljau, Hering und Schellfisch sind aus dieser Zeit gefunden worden. Fisch wurde konserviert indem man ihn entweder im Wind trocknete oder räucherte. In Salzwasser wurde Fisch auch eingelegt. Die Wikinger hatten Sklaven, die diese langweilige Arbeit für sie verrichteten.
Die Wikingerfrauen verbrachten einen Großteil ihrer Zeit mit Nahrungszubereitung. Ein Ofen stand in der Mitte ihres einräumigen Hauses. Obwohl die Dächer ein Loch über den Öfen hatten, waren die Häuser immer voller Rauch. Die Öfen waren aus Metall hergestellt. Das Geschirr wurde meist aus Birkenholz fabriziert. Töpfe in denen Lebensmittel für längere Zeit aufbewahrt wurden wurden aus Ton hergestellt. Wikingerkinder mußten viel mithelfen. Sie versorgten die Haustiere, jäteten den Garten und verscheuchten die Vögel von der Ernte. Wikingerfrauen konnten auch nähen und taten das oft nach dem Essen.
Ein typisches Mahl war sehr vielfältig. Fisch und andere Meeresprodukte wie Muscheln, Algen, Seehunde und Wale waren der Hauptbestandteil der Speise. Dazu gab es oft Brot mit Butter. Wildschweine, Rehe, Elche und Bären wurden auch gerne gegessen. Honig war ein beliebter Süßstoff. Mit Knoblauch würzten sie die Suppen.
Zum Essen tranken sie entfettete Milch, Buttermilch, Molke, Bier oder Honigwein. Getrunken wurde meist aus einem Trinkhorn. Trinkhörner wurden aus verschiedenen Materialien gemacht. Manche wurden aus echten Hörnern hergestellt. Diese wurden ausgehöhlt und poliert. Manche bestanden aus Metallen, die besten sogar aus Edelmetallen. Die armen Wikinger tranken aus Holztassen. Augenzeugen von dieser Zeit berichteten, daß die Wikinger sehr gerne tranken. Oft konnte man betrunkene Wikinger auf der Straße sehen. Es kam sogar vor, daß der eine oder andere an Alkoholvergiftung starb.
Wikinger haben immer gerne gefeiert. Drei Mal pro Jahr gab es große Feiertage. Das erst Fest wurde Sigrblot genannt. Es wurde Anfang Sommer gefeiert. Das zweite Fest hieß Vetrarblot und markierte die Ernte im Herbst. Jolablot wurde im tiefen Winter gefeiert. Diese Feste dauerten zwei Wochen und waren gefüllt mit Essen, Trinken, Tanzen, Singen und Geschichten. Die Wikinger zogen dafür ihre besten Kleidungsstücke an. Sie besuchten einander in ihren Häusern, wo sie bei einem warmen Feuer an langen Tischen saßen.
Die Wikinger waren ausgezeichnete Fischer und Jäger. Gejagt wurde im Sommer und im Winter, da die Wikinger sehr viel Fleisch aßen. Gejagt wurden vor allem Wildschweine, Elche, Hasen und Vögel. Sie lernten den spuren der Tiere zu folgen und verwendeten schon damals Schi, um schneller vorwärts zu kommen. Allerdings schlachteten sie auch ihre Haustiere, die sie für diesen Zweck hielten.
Mit der Landwirtschaft hatten die Wikinger es sehr schwierig. Es gab nicht sehr viel bebaubares Land, was vielleicht dazu geführt hatte, daß die Wikinger oft versuchten andere Länder zu erobern. Außerdem war die Erde hart und arm an Mineralien. Im Frühling wurde die harte Erde mit Hilfe von Ochsen und Pflügen aufgelockert. Diese Arbeit war sehr schwer und wurde vielleicht von Sklaven verrichtet. Die Samen wurden bei Hand gesät. Felder wurden mit Jauche gedüngt, damit das Gras besser wachsen konnte. Geschnitten wurde es dann mit einer Sense. Als Gemüse pflanzten sie vor allem Zwiebel, Lauch, Erbsen und Kohl. Während des Sommers brachten die Wikinger ihre Kühe und Schafe in die Berge zum Grasen. Dort blieben sie bis zur Erntezeit. Die anderen Haustiere blieben auf dem Bauernhof. Schwache Tiere wurden geschlachtet, da es schwierig war viele Tiere zu überwintern. Im Vergleich zu heute waren die Tiere der Wikinger kleiner und dünner. Die Schweine sahen aus wie kleine Wildschweine. Sie hatten eine dunkle, behaarte Haut. Die Schafe hatten zwei bis sechs Hörner. Sie mußten nicht geschoren werden und konnten mit wenig Nahrung auskommen. Daher waren sie in den kalten, öden Landschaften in Nordskandinavien sehr beliebt.
Die Wikinger waren im Mittelalter in ganz Europa gefürchtet, doch muß man verstehen, daß auch ihr Eroberungsdrang wie so viele andere Ereignisse der Geschichte von den Nahrungsbedürfnissen beeinflußt wurden.