Die Geschichte Englands ist eine der interessantesten und umfangreichsten Geschichte aller Länder. Sie ist bekannt für ihre militärische Herrschaft über viele Länder und Völker. Englands Reichtümer sind unglaublich und ihre Traditionen haben sich behauptet trotz vieler Prüfungen und Erprobungen. Obwohl England für vieles Ruhm und Ehre erlangte, gehört die englische Küche nicht zu dieser Sammlung. Doch auch England trug viel zu der Verbesserung der Ernährung bei.

Die Industrielle Revolution brachte mit sich nicht nur enorme Veränderungen in Technologie, die die Weltgeschichte beeinflußte, sondern sie veränderte auch Englands Nahrung. Vor der Industriellen Revolution waren die Nahrungsmittel meist frisch. Gegessen wurde was gerade geerntet, geschlachtet oder gejagt wurde. Diese Nahrungsmittel konnten nicht lange aufbewahrt werden. Die reiche Nobilität veranstaltete gerne eine grandiose Jagd. Wild, Füchse und Hasen wurden gejagt. Sie brachten ihre Beute dann zurück zum Herrenhaus, wo sie konsumiert wurde. Aber selbst zu dieser Zeit war so eine Jagd mehr ein gesellschaftliches Ereignis als ein wirklicher Nahrungserwerb.

Konserven waren eine Erfindung der Industriellen Revolution. Viele Sorten von Fleisch und Gemüse wurden in Blechdosen aufbewahrt, welche dann luftdicht verschlossen wurden. Ohne Sauerstoff kann Nahrung nicht verderben und so konnten Lebensmittel gelagert werden als je zuvor. Ohne Probleme konnten jetzt Rind- und Schweinefleisch, Schinken, Äpfel, Kirschen, Kürbis, Bohnen und vieles mehr in Dosen konserviert werden. Gemüse, Obst und Fleisch aus Dosen schmeckte zwar nicht ganz so gut wie frisch, doch waren diese Lebensmittel jetzt jederzeit erhältlich. Das war sehr praktisch für alle.

Das Konservieren von Lebensmitteln in luftdichten Behältern war allerdings keine neue Idee. Schon die alten Römer wußten, daß Getränke, Honig, Senf und Käse in luftdichten Tongefäßen für lange Zeit aufbewahrt werden konnten. In England war Corned Beef das erste Nahrungsmittel, das in großen Mengen in Dosen konserviert wurde.

Der unwissende Konsument war sich meist nicht bewußt, wie das Corned Beef von der Kuh in die Dosen gelangte. In "Food in History" beschreibt der Autor was in einem industriellen Schlachthaus aus dieser Periode vor sich ging:

"Die Schlächter, die die Tiere häuteten und das Fleisch zerschnitten, taten ruhig ihre Arbeit, obwohl sie von oben bis unten mit Blut bespritzt waren und sogar in Blut wateten. Überall lagen Knochen herum, und Eingeweide und ungeborenen Kälber lagen auf einem Haufen..."

Eine andere Erfindung führte auch dazu, daß mehr Konserven gekauft wurden. Es war die Erfindung eines relativ billigen Farbdruckverfahrens. Firmen, die Dosen herstellten, konnten jetzt auch mit attraktiven Etiketten für ihre Ware werben.

Der Inhalt der Dosen war nicht immer ganz so attraktiv. Zur Zeit der Industriellen Revolution in England kam es häufig vor, daß falsche Zutaten der Nahrung beigegeben wurden. Um höheren Profit zu machen, waren die Industriellen recht kreativ. Sand wurde manchmal Zucker beigefügt. Um schön weißes Mehl zu bekommen, fügten sie Gips oder manchmal sogar gemalte Knochen hinzu. Mit Wasser verdünnten sie die Milch. Vitriol leerten sie ins Bier. Farbstoffe wurden hinzugefügt um die Nahrungsmittel attraktiver zu machen. Manche dieser Farbstoffe waren sehr giftig.

Es gab vielerlei Gründe warum Konsumenten betrogen wurden. Oft war die echte Ware sehr teuer und nur schwer erhältlich. Meistens bemerkten die Konsumenten von diesem Betrug nichts. 1820 schrieb Frederick Accum ein wissenschaftliches Buch, "A Treatise on Adulterations of Food and Culinary Poisons", in dem er diese betrügerischen Praktiken beschrieb.

Durch die Industrielle Revolution war es auch möglich, daß die Städte sich schnell vergrößerten. Weil so viele Menschen jetzt in den Städten wohnten, war Selbstversorgung nicht mehr möglich. Lebensmitteln wurden nicht mehr von den Feldern und Gärten geerntet, jetzt ging man ins Geschäft um sich Lebensmittel zu kaufen. Die Geschäfte konnten für so viele Menschen nicht genügend frische Nahrung verfügbar haben, und so war es notwendig Konserven zu verkaufen. Für die Konsumenten (mit Geld) gab es immer genügend Nahrung, was natürlich sehr praktisch war.

Die Industrielle Revolution veränderte fast alles was wir heute verwenden, darunter auch die Nahrung. Diese Veränderungen, vor allem Konservieren in Dosen und die Farbdruckerei, beeinflussen noch heute unsere Welt.

Mache Schokoladekuchen
Lernen mehr über die Nahrung in England während der Industriellen Revolution.