
Wie in jeder anderen antiken Zivilisation, war auch in Indien das Wetter und Klima dafür zuständig was die Leute essen konnten. Im altertümlichen Indien zeigte sich dies ganz extrem - von den schneebedeckten Bergspitzen des Himalaja Gebirges im Norden zu der dürren Mitte des Landes zu den feuchten Wäldern im Süden. Die verschiedenen Klimas produzierten ganz verschiedene Speisen für ihre Einwohner. Trotzdem zieht ein gemeinsamer Faden durch die Nahrung vom altertümlichen Indien.
Machen wir eine kurze Reise zurück in ein in
disches Dorf im fünften Jahrhundert. Wenn wir und dem Dorf nähern sehen wir, daß es in mehrere Zonen unterteilt ist. In der äußeren Zone sehen wir Kühe und Schafe grasen. Etwas näher zum Dorf, in der zweiten Zone, sind die Felder. Hier sehen wir gepflügte Erde und bebautes Land. Die Zone am nächsten zum Dorf hat Obstbäume und Gemüsegärten. Im Dorf selber finden wir einen Markt. Neben Nahrungsmittel gab es dort noch viele andere Dinge und das Lieblingsgeschäft vieler Inder war der Schönheitssalon. Inder aßen nicht nur gute Dinge, sie rochen auch sehr gut. Einer ihrer beliebten Gerüche war Sandelholz. Kosmetik hatte auch einen sehr praktischen Gebrauch. Zum Beispie
l rieben sie Antimonie in die Augen um Entzündungen zu verhindern. Parfüm und Kosmetikartikel wurden in vielen Ritualen und Zeremonien verwendet. Den traditionellen indischen Schönheitspunkt (Tilak) malten sie sich auf die Stirn. Für Feste färbten sie sich die Fußsolen und die Handflächen rot oder gelb.
Im inneren Zentrum des Dorfes schauen wir uns einen Haushalt an. Die meisten Häuser haben keine Möbel, abgesehen von einem einzigen geflochtenen Tisch, in der Form einer Sanduhr. Die Speisen der Familie wurden in einer Speisekammer aufbewahrt, die ein raffiniertes Aufbewahrungssystem hatte. In unbedeckten Töpfen speicherten sie ihren wichtigsten Vorrat wie Öl, Ghee (geklärte Butter), Paprika, Gewürze und Honig. Die Töpfe stellten sie aufeinander damit alle immer zugedeckt waren. Es war streng verboten diese Töpfe als Teller zu verwenden. Alle Oberflächen von denen gegessen wurde, mußten nach dem essen zerstört oder weggeworfen werden. Das verlangte ihr Glaube. Daher wurden meist große Blätter als Teller verwendet. Nach dem Mahl konnten die Blätter leicht weggeworfen werden. 
Was haben sie auf diesen Blättern gegessen? Ein typisches indisches Mahl bestand aus Reis mit verschiedenem Fleisch und Gemüse darauf. Alles wurde gut gewürzt. So eine Speise ist auch für die heutige Zeit noch repräsentativ. Als Beilage gab es Chapati ( Reismehlkuchen mit Curry). Obst wurde auch mit den anderen Speisen serviert, aber die Früchte waren sehr unterschiedlich von Gegend zu Gegend. Mango gab es fast überall und Bananen fand man in feuchteren Gegenden. Datteln und Palmen waren in trockenen Landschaften häufig. Palmen wurden für vielerlei Zwecke verwendet. Aus den Blättern machten sie Papier und Fächer und sie wurden auch zur Herstellung von Alkohol verwendet. Als Getränk mit dem Essen gab es Wasser, Milch oder Molke, welche sie auf dem Markt kauften. Nach dem Essen gab es Nußstücken, Limone und Gewürzen, die in ein Betelnußblatt gewickelt waren. Dieser Nachtisch sollte der Verdauung geholfen haben.
Das altertümliche Indien ist sehr bekannt für das Kastensystem. Alle Leute gehörten von Geburt an einer Kaste an. Sie konnten diesem Schicksal nicht entgehen. Arme Leute der untersten Kaste hatten keine Möglichkeit ihren Stand zu verbessern. Dieses System existierte schon seit 500 vor Christus. In der obersten Kaste waren die Brahmanen (Priester). Dann kamen die Ksyatriya (Soldaten) und in den unteren Schichten waren die Vrishya (Bauern) und dann die Sudra (Leibeigene). Man konnte leicht erkennen zu welcher Kaste ein Mensch gehörte bei den Fett das sie zum Kochen verwendeten. Die Reichen und zum Mittelstand gehörigen verwendeten Ghee (geklärte Butter). Die Ärmeren bereiteten das Essen mit Senf- oder Sesamöl und nur die Bettelarmen verwendeten Safloröl.
Obwohl die Bauern zu den Ärmeren gehörten, waren sie dafür zuständig, daß die indischen Städte und Dörfer sich selbst erhalten konnten. Wichtiger wie die Bauern war allerdings das Wetter. Im kühlen Norden pflanzten die Bauern Weizen und Gerste. Im Flachland wurde Reis angebaut und in den trockenen Regionen war Hirse das Hauptgetreide. Kühe wurden nur für die Milch gezüchtet, denn die Hindu hielten sie für heilig. Es war ein Sakrileg Rindfleisch zu essen.
In jeder Region brachte das Wetter allerhand Ungewissheit mit sich. Von Oktober bis Mai war es gewöhnlich trocken und dürr. Im Juni kam dann der Monsun. Ganz plötzlich fing es an fest zu regnen. Der Regen löschte den Durst der trockenen Felder. Doch der Monsun brachte nicht nur Gutes. Oft regnete es so viel, daß die Fluten den Anbau zerstörten. Um die Felder und die Landwirtschaft zu schützen bauten die Inder fortschrittliche Bewässerungsanlagen. Enorme Brunnen und Kanäle wurden gebaut, um das Wasser zu speichern und zu transportieren.
Das Kommen einer neuen Jahreszeit wurde von den Bauern mit vielen Ritualen gefeiert. Zum Beispiel wurde zu Beginn der Regenzeit den Ahnen Reis als Geschenk dargebracht. Wenn ein König ein Dorf besuchte war Reis allerdings nicht genug. Es gibt mehrere Geschichten die davon berichten wie Bauern ruiniert wurden, weil der König Nahrungsmittel für sich und sein Gefolge verlangte und zusätzlich wollte er noch Geld, Versorgung jeglicher Art und alles andere was ihm gefiel. Da dem König das ganze Land gehörte, konnte er verlangen was er wollte. In Wirklichkeit gehörten aber die Bauern dem Land. Sie waren daran gebunden und mußten es umsorgen wie ein eigenes Kind. Wenn ein Bauer aus irgend einem Grund sein Land verlor, wurde er verhöhnt und in die nächste Stadt verbannt.
Wie die kleine Reise in unser indisches Dorf uns gezeigt hat, war das Leben dort nicht einfach, aber wie überall drehte es sich hauptsächlich ums Essen.
| Mache indisches Yogurt | |
| Lerne ein paar Worte in Sanskrit, eine der frühen indischen Sprachen. |
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| Lerne mehr über indische Nahrung. |
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