Die Europäer waren schon immer sehr fasziniert mit der Nahrung der Neuen Welt. Die ersten Europäer, die die "Küche" der neuen Welt genossen haben waren die Wikinger, die ca. im Jahre 1000 nach Christus in Neufundland gelandet sind. Ihre Führer berichteten, daß sie dort die größten Lachse gefunden haben, die sie je gesehen hatten.

Kolumbus und seine seefahrenden Nachfolger bemerkten alle, daß sich das Essen in der Neuen Welt sehr von dem in der Alten Welt unterschied. Auch wenn es ihnen nicht immer ganz geheuer war, waren sie froh, irgendetwas Eßbares zu finden. Kolumbus schrieb in sein Tagebuch, daß er und seine Gefährten während der Fahrt über den Ozean oft im Dunkeln gegessen hatten, weil sie so die Würmer nicht sehen konnten, die sich in ihren Nahrungsmitteln aufhielten.

Viele Europäer folgten Kolumbus in die Neue Welt, weil sie neue Möglichkeiten und Reichtümer suchten. Sie erwarteten sich, daß sie im neuen Land die gleiche Nahrung finden würden. Das war allerdings nicht so. Der geliebte Weizen gedieh nicht sehr gut in Neuengland. Mais, der dort sehr häufig war, war ihnen total unbekannt. Sie mußten erst lernen damit zu kochen. Auch Bohnen und Süßkartoffeln waren neu für sie. Süßkartoffeln wurden schnell beliebt und sie erfanden viele Rezepte dafür. Sogar daheim in Europa wurde diese Kartoffel bekannt und beliebt.

Es gab allerdings zwei Pflanzen mit denen die Kolonisten nichts zu tun haben wollten: Tomaten und weiße Kartoffeln. Auch die Europäer konnten sich damit nicht anfreunden. In England probierte die Königin ihre erste Kartoffel und konnte sie nicht ausstehen. Allerdings war das teilweise die Schuld ihres Kochs, der die Blätter, anstatt der Knolle servierte. In Frankreich dachten sie, daß Kartoffeln Lepra bewirken würde.

Fleisch war für das Wachstum der Kolonien sehr wichtig. Dale Brown schrieb im Buch "American Cooking", daß die Besiedlung Amerikas ohne Wild nicht stattfinden hätte können. Es ist wirklich war, daß die Kolonisten Wild sehr gerne hatten. Es war leichter für sie sich an das Wild zu gewöhnen, weil es dem Fleisch in Europa sehr ähnlich war. Ein Reisender von London berichtete in einem Brief nach Hause von all den guten Dingen, die er sah. Nur über Gemüse schrieb er gar nichts. Ein Amerikanischer Kolonist beschrieb was er sah:

Ich war auf dem Markt... und habe dort dreihundert Rehköpfe gesehen, neben riesigen Mengen von Bären, Waschbären, Truthähne, Gänse, Enten und haufenweis andere Vögel jeglicher Art.

Jedes Tier und alle Teile der Tiere wurden verwendet. Bärenfett wurde oft anderen Speisen beigegeben um den Geschmack zu verbessern. Eine andere Spezialität war die Nase eines Elchs.

Die Kolonisten kämpften fast ununterbrochen mit den Einheimischen. Die Felder konnten nicht leicht beschützt werden. Das war ein Hauptgrund weshalb die Kolonisten so viel Fleisch aßen. Landwirtschaft für dieses neue Klima wurde wenig entwickelt. Obwohl es so viele neue und ungewöhnliche Nahrungsmittel in diesem neuen Land gab, wurde das erste Kochbuch erst im Jahre 1742 veröffentlicht. Es war sehr hilfreich für viele Leute. Was zu der Zeit besonders schwierig war, war die Kochzeit genau zu regulieren.

Hausfrauen hatten normalerweise einen großen Kessel und darin kochten sie alles was sie hatten. Das Hauptgericht war daher der Eintopf. Kochen konnte sehr gefährlich werden. Glühende Asche flog ab und zu in den Topf und das heiße Fett explodierte. Manchmal tropfte auch Fett ins Feuer und die ganze Hütte fing an zu brennen. Wegen dem spritzenden Fett war es auch gefährlich ein Stück Fleisch am Spieß zu braten. Ein paar erfinderische Kolonisten hatten eine interessante Idee. Ihr Hund mußte auf einer Tretmühle laufen, die mit dem Spieß verbunden war. So wurde das Fleisch automatisch gedreht und es war nicht gefährlich für die Menschen.

Da der Kessel über dem Feuer so gefährlich war, erfanden sie bald den Backofen. Er war wie eine kleine Schachtel, die mit Ziegeln gebaut wurde und einfach ins Feuer gelegt wurde. Darin wurde vor allem Brot gebacken. Etwas später bauten sie dann einen richtigen, großen Backofen.

Die Amerikanischen Kolonisten waren wahrscheinlich die am besten ernährten Bewohner der Welt zu dieser Zeit. Es gab so viel Kabeljau, daß sie mit vielen Ländern Handel betreiben konnten. Kabeljau wurde für Obst vom Mittelmeer getauscht und von der Karibik bekamen sie dafür Rum und Zuckersirup.

Gute Speise war einer der Hauptgründe für den Unabhängigkeitskrieg. Das Englische Parlament forderte hohe Steuern für Lieblingsgüter wie Tee, Tabak, Wein, Zuckersirup und Rum. Dann verboten sie das Fischen von Kabeljau in vielen Gewässern. Entrüstung über diese Verbote und Einschränkungen brachte die Kolonisten dazu sich gegen die englische Regierung zu wehren. Auch während des Krieges half die Nahrung den Kolonisten zu gewinnen. Die britischen Soldaten hatten wenig zu essen und die Amerikaner hatten inzwischen gelernt die Natur zu ihrem Nutzen zu machen. Außerdem wurden die Kolonisten von den Franzosen unterstützt, die für ihre Kochkünste berühmt sind. Hunger führte zur Kapitulation der Briten und Amerika wurde ein unabhängiges Land.

Die Geschichte der Nahrung entwickelte sich weiter mit Expansion Amerikas.

Mache Johnnycakes, ein beliebtes Rezept aus der Kolonialzeit
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