
Eine der vielen Resultate der Amerikanischen Revolution war die neugefundene Freiheit. Amerikaner hatten nun die Freiheit das zu sagen, was sie dachten, sie hatten Vertretung in der Regierung und konnten ihren Besitz erweitern. Das alles geschah am Anfang des 19. Jahrhunderts.
Die Franzosen, die eng mit Amerika verbunden waren, hatten den Amerikanern in ihrem Freiheitskrieg gerne geholfen. Ihnen gehörten auch noch weite Gebiete westlich der 13 Staaten. Als Napoleon ein paar Jahre später Geld brauchte, erlaubte er Thomas Jefferson (er war gerade Präsident) dieses Land zu kaufen. Dieser Verkauf ist unter dem Namen "Louisiana Purchase" bekannt.
Um herauszufinden was er da gekauft hatte, sandte Thomas Jefferson eine Expedition aus, um das neue Gebiet zu erforschen. Meriwether Lewis and William Clark leiteten diese Expedition, die nach ihnen genannt wurde. Sie wußten, daß sie unterwegs fischen und jagen mußten um sich zu ernähren und brachten auch viele Werkzeuge und Proviant mit. Sie reisten dem Columbia
Fluß entlang, der ihnen große Mengen von Fischen bot. Enorme Lachse fand man häufig. Im Missouri Fluß haben sie Katzenfisch gefangen. Lewis und Clark sahen auch viele, ihnen bis dahin unbekannte Tiere wie z.B. Büffel. Sie machen sorgfältige Zeichnungen von allen diesen Tieren. Einige der Vögel, die sie gefunden haben, wurden sogar nach ihnen benannt. Die Indianer halfen der Expedition indem sie ihnen zeigten, wie sie die Natur nutzbar machen konnten. Ohne ihre Hilfe hätten Lewis und Clark kaum überlebt, da sie nicht genug Wissen über die Nahrung in der Wildnis hatten. Doch mit deren Hilfe war die Expedition ein riesengroßer Erfolg.
Viele Kolonisten sahen gute Möglichkeiten und wollten sich in diesem neuerworbenen Land niederlassen. Die früheren Siedler hatten nur teilweise Erfolg im "Westen". Jagen und Fischen war wunderbar und erbrachte reichlich Nahrung, doch es war sehr schwierig eine Landwirtschaft aufzubauen und zu erhalten. Zuerst mußte das Land geräumt werden. Es war schwere Arbeit all diese Bäume zu fällen. Natürlich wurden die Baumstämme zum Bau der Blockhütte verwendet. Es war auch mühsam die enormen Wurzeln zu entfernen. In den neuen Feldern gab es aber noch haufenweise Steine, die beiseite geschafft werden mußten, damit die Pflugschar nicht kaputt wurde.
Die Tiere der Bauern waren auch immer in Gefahr von Wölfen und Bären gefressen zu werden. Es gab Belohnungen für Leute, die am meisten wilde Tiere töteten. In Illinois z.B. bekam der, der die meisten wilde Tiere erlegte einen Preis von 200 Dollar. Für 10 tote Wölfe bekam man 20 Dollar. Sogar Eichhörnchen waren unbeliebt. Sie zerstörten die Ernte. In Ohio gab es ein Gesetz, das bestimmte, daß jeder Grundbesitzer beweisen mußte, daß er mindestens 100 Eichhörnchen pro Jahr abgeknallt hatte. Wenn er das nicht konnte, mußte er drei Cents zahlen für jedes Eichhörnchen, das er nicht getötet hatte.
Siedler, die nicht gerne allein in der Wildnis leben wollten, gründeten Dörfer
und kleine Städte. Man war oft auf die Hilfe anderer angewiesen und es half, wenn andere Leute in der Nähe wohnten. Das wichtigste Gebäude für das Überleben der Gemeinde war das allgemeine Geschäft. Dort konnte man alles finden, was man für das Überleben brauchte. Lebensmittel waren sicherlich die wichtigste Ware.
Ohne Jagd war das Überleben im "Westen" kaum möglich. Die Indianer zeigten den Siedlern viele neue Jagdmethoden: Um die großen Truthähne anzulocken (sie wogen über 10 kg), lernen sie wie Truthähne zu kollern. Sie zeigten ihnen auch wie sie diese Vögel mit Maiskörnern in ein Netz locken konnten. Spezielle Flöten aus Knochen wurden gebastelt, um weibliche Truthähne mit ihren Tönen anzulocken.
Wild war eine sehr leichte Beute. Die Augen der Hirsche und Rehe sincd schlecht und man konnte leicht ihren spuren folgen. Auch Antilopen, Präriehühner und andere Vögel wurden gejagt. Im 19. Jahrhundert gab es so viele Wandertauben, daß sie ab und zu den Himmel verdunkelten. Es hatte keinen Sinn einzelne Tauben zu schießen. Die Siedler stellten ihnen eine Falle. Mit Körnern lockten sie sie an und wenn sie sich an ihrem Festessen erlabten, wurfen die Siedler ein großes Netz über sie. Ganze Scheffel voll Tauben wurden dann für 25 Cents verkauft.
Im schon viel länger besiedelten Osten der USA veränderte sich der Lebensstil der Leute. Viele dieser Veränderungen führen viel später zu drastischen Ereignissen in der Geschichte der USA. Zuerst gehen wir aber noch einige Jahre zurück zu der Zeit wo noch England, Frankreich und Spanien Teile von Amerika beherrschten. Diese drei Länder kolonisierten gleichzeitig auch große Anteile von Afrika und der Karibik. Um den Handel und Profit zu steigern, wurden viele Afrikaner als Sklaven nach Amerika gebracht. Dort brauchte man viele billige Arbeitskräfte auf den riesigen Bauernhöfen und Zuckerplantagen. Der Sklavenhandel brachte enormen Profit, doch verstanden die Menschen damals noch nicht, welche Probleme und Divisionen diese ungerechte Menschenbehandlung für das Land bringen würde. Die südlichen Staaten, wo es die meisten Plantagen gab, meinten sie brauchten Sklaven von Afrika um erfolgreich zu sein. Die nördlichen Staaten hatten mehr Industrie, waren reicher und brauchten weniger billige Arbeitskräfte. Sie mißbilligten die Sklaverei im Süden. Spannungen wuchsen, denn die Südstaaten meinten sie wollten selbst bestimmen können, ob sie Sklaven besitzen können oder nicht. Die Streitfragen um das Recht der Staaten und den Sklavenbesitz führten schlußendlich zu einem brutalen Krieg zwischen den Nord- und Südstaaten, zum Amerikanischen Bürgerkrieg.
Trotz der ideologischen Unterschiede war die Ernährung i Norden und im Süden ziemlich ähnlich. In den Gefangenenlagern der Soldaten waren die Speisen kaum eßbar: verdorbene Kartoffeln und alte, harte, von Würmern durchlöcherte Brotstücke waren die Hauptnahrungsmittel. Wenn die Armeen ein Stück Land belagerten, raubten sie zuerst die Bauernhöfe und stahlen alles Eßbare, was sie finden konnten. Danach brannten sie die Bauernhöfe nieder, damit die Gegner sich nicht an den selben Bauernhöfen laben konnten. Für die Soldaten des Bürgerkrieges war die Nahrung auch nicht viel besser als für die Gefangenen. Ein typischer Tag begann mit schwarzem Kaffee und altem, harten Brot. Auch hier waren Würmer meist an der Tagesordnung. Die Soldaten tauchten das Brot meist in den Kaffee ein, damit die Würmer ertranken und dadurch zur Oberfläche schwammen. Dann wurden die Parasiten abgeschöpft. Wenn kein Kampf angesagt war, machten die Soldaten ihre Waffenübungen. Um halb elf gab es dann das Mittagessen.
Leider bot dieses keine Abwechslung. Zu Mittag wurde das Gleiche wie zum Frühstück geboten. Auch das Abendessen brachte keine Überraschung. Zusätzlich gab es am Abend meist noch ein kleines Stück Fleisch oder ein bißchen Gemüse. Nach dem Abendessen saßen die Soldaten um ein Lagerfeuer und sangen ein paar Lieder.
Austern galten zu der Zeit als Nahrung für arme Leute. Auch Soldaten bekamen ab und zu Austern, weil sie so billig waren. Jedes übriggebliebene Stück Nahrung wurde für später aufgehoben. Die Armen auf beiden Seiten litten oft Hunger. Wenn sie durch Gegenden zogen, wo es viel Landwirtschaft gab, aßen sie recht gut. Doch in den Kampfregionen gab es kaum etwas zu essen. Um zu vermeiden, daß die Soldaten der Gegenseite sich von den Früchten des Landes ernähren konnten, wurden viele Felder einfach
verbrannt. Die Zivilbevölkerung litt sehr unter dieser Strategie, denn auch für sie blieb nur wenig zum Essen. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen gewaltig und manche verhungerten sogar.
Der brutale Krieg dauert über vier Jahre. Schlußendlich wurde Frieden geschlossen und die USA blieb vereinigt. Sklaverei war nun verboten, doch die Lebensbedingungen für die früheren Sklaven verbesserten sich nur langsam.
In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ereigneten sich noch weitere maßgebende Veränderungen. Die industrielle Revolution begann und Massenproduktion nahm ihren Anfang. Diese neuen Konzepte brachten auch krasse Veränderungen in der Lebensmittelproduktion. Massenviehhaltung, Supermärkte und Fast Food wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts Merkmale der lebensmittelreichen amerikanischen Gesellschaft.
| Mache Appleade, ein beliebtes Getränk aus dem 19. Jahrhundert | |
| Lerne mehr über die USA im 19. Jahrhundert. |