Die Phasmiden, vor allem die nachtaktiven Stabschrecken, halten sich am Tag meist an Ästchen auf. Sie bewegen sich in dieser Zeit kaum. Wenn man jetzt ihren Ruheast berührt, bewegen sich die "lebenden Stäbchen" mit. Sie bleiben starr und unbeweglich.
Es gibt drei verschiedene Gruppen von Phasmiden:
- Stabschrecken
- Gespenstschrecken
- Wandelnde Blätter
Die Stabschrecken sind, wie ihr Name schon sagt, lange, dünne Stäbchen. Sie sind häufig einfarbig. Es gibt grüne, die im Gras gut getarnt sind und braune, die an Ästen gut getarnt sind. Bei vielen Stabschrecken hat die Körperoberfläche eine Struktur von Baumrinde (Lonchodes hosei herberti), Flechten (Orxines macklotti) oder Grashalme (Ramulus-Arten). Aber es gibt auch solche, die Warnfarben besitzen, wie die Peruanische Farnschrecke.
Die Gespenstschrecken sind im Vergleich zu den Stabschrecken eher dick gebaut. Im dürren Geäst von Pflanzen sind sie durch ihre Körperform, Struktur und Farbe sehr gut getarnt. Sie besitzen meistens Dornen am ganzen Körper. Die Gespenstschrecken sind nicht schön gerade geformt, wie die Stabschrecken, sondern eher unregelmässig.
Das Wandelnde Blatt ist einer der besten Tarnungskünstler. Durch diese raffinierte Blattnachahmung sind sie zwischen den Laubblättern von Bäumen kaum auszumachen. Meine Kollegen sehen im Terrarium mit den "Wandelnden Blättern" meist nichts. Sie sind immer erstaunt, wenn ich ihnen die Tiere dann zeige.
Die Körperränder der "Wandelnden Blätter" sehen wie angefressen aus. Diese Frassspuren sehen total echt aus. Bei der Art Phyllium celebicum hat der Körper der Männchen im hintersten Viertel des Abdomens sogar zwei kleine Löcher.
Um ganz in der Umgebung zu verschwinden, wippen die Wandelnden Blätter bei der Fortbewegung mit dem ganzen Körper leicht hin und her. Das sieht aus, wie ein Blatt im Wind. Dank ihrer perfekten Tarnung sind die Wandelnden Blätter auch am Tag aktiv.
Wenn alle Tarnung nichts genützt hat und ein Fressfeind ein Tier an einem Bein gepackt hat, kann dieses das ganze Bein ohne Probleme abwerfen. Man sagt, dass die Beine wieder nachwachsen. Ich selber habe diese Erfahrung nicht gemacht, bei meinen Tieren sind noch nie abgeworfene Beine nachgewachsen.