Szene 1

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[Der Vorhang öffnet sich. Auf der Bühne stehen sich Isis, die Beschirmerin der Jugend, und Thoth, der Gott der Schriftgelehrten, gegenüber. Sie dienen als Erzähler der Geschichte.] |
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Isis: |
Thoth,
Gott der Schreiber, ein Ereignis ist vorgefallen, welches den Lauf der
Geschichte Ägyptens ändern wird. Wir beide müssen nun zusammen die
Geschichte einer jungen Königin festhalten.
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Thoth: |
[Indem
er eine Schriftrolle aufrollt] Wer ist die Königin, von der du
sprichst, Isis?
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Isis: |
[Sie
geht zu Toth hinüber] Sie heißt Cleopatra VII., und hat für eine
18-jährige schon viel Verantwortung zu tragen. Sie war Mitregentin ihres
Bruders, König Ptolemäus XIII., der nur zehn Jahre alt ist. Ptolemäus
hat drei Beraer, Potheinos, Theodotus, und Achillas. Sie haben ihn davon
überzeugt, dass seine Schwester zu viel Macht habe. Ihre gemeinsame
Herrschaft hat so im Jahre 48 v. Chr. ein jähes Ende genommen, als
Kleopatra fliehen musste, um ihr Leben zu retten.
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Thoth: |
48
v. Chr.? War Rom damals nicht im Krieg?
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Isis: |
Ja, Rom lag im Bürgerkrieg.
Pompejus und Julius Caesar, zwei große Feldherren, strebten beide
die Herrschaft über Rom an. Die Truppen des Pompejus wurden in einer
Schlacht gegen Caesar aufgerieben und vernichtet, aber Pompejus konnte
entkommen.
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Marcus: |
Meinen Glückwunsch
zu deinem großen Sieg. Jedoch, Caesar, bringe ich schlechte Nachrichten.
Pompejus flieht nach Ägypten, während wir uns hier unterhalten.
Er wird neue Truppen ausheben und uns besiegen. Er könnte vom
ptolemäischen Hof unterstütz werden.
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Caesar: |
Wir müssen
uns beeilen. Wir werden Pompejus nach Ägypten verfolgen und ihn dort überraschen.
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Thoth: |
Als
Potheinos, Theodotus, und Achillas der Sieg Caesars verkündet wurde,
wechselten sie die Fronten, um auf der richtigen Seite zu stehen.
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Potheinos: |
Wenn
Caesar den Großen Pompejus besiegen kann, dann wird es ihm auch gelingen,
mit uns gegen Kleopatra vorzugehen.
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Achillas: |
So sagt
mir, was würde ihn am glücklichsten machen?
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Theodotus: |
Rom zu
beherrschen, natürlich.
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Achillas: |
Ja, aber
es steht nicht in unserer Macht, ihm dies zu geben.
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Potheinos: |
Nein, aber
ohne Rivalen würde es sicher ihm gehören.
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Theodotus: |
Ja, wir müssen
nur den Rivalen töten.
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Potheinos: |
Ich habe
gerade einen Plan. Wir werden deinen Mut brauchen, Achillas, sowie deine
Ruderer auf dem Schiff, und dazu noch zuverlässige Wächter.
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Theodotus: |
Wenn Pompejus mit seinen Armeen hier landet, wird er keine Ahnung haben vom Verrat, der ihn hier erwartet. |