Der Charme Kleopatras
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"Über
ihre eigentliche Schönheit wird gesagt, dass sie an und für sich nicht so groß
war, dass sie mit niemandem hätte verglichen werden können, oder dass niemand
sie hätte sehen können, ohne davon getroffen zu werden, aber das Gefühl ihrer
Anwesenheit, wenn man mit ihr lebte, war unwiderstehlich; die Anziehungskraft
ihrer Person, verbunden mit dem Charme ihres Gesprächs, und der Charaker, der
alles begleitete, was sie sagte oder tat, hatte etwas verhexendes an sich. Es
war eine Freude, allein ihre Stimme zu hören, mit welcher sie, wie ein
vielsaitiges Instrument, von einer Sprache zur anderen wechseln konnte; so dass
es wenige barbarische Stämme gab, bei denen sie sich eines Übersetzers
bedienen musste. Zu den meisten sprach sie selbst, so zu den Äthiopiern,
Troglodyten, Juden, Arabern, Syriern, Medern, Parthern, und zu vielen anderen,
deren Sprache sie gelernt hatte. Dies war alles noch überraschender, weil die
meisten ihrer Vorgänger sich selten abgemüht hatten, die ägyptische Sprache
zu erlernen, und viele von ihnen sogar das Mazedonische aufgegeben hatten."
Plutarch,
Antonius
Auch wenn Kleopatra nicht besonders schön war, so war sie doch faszinierend. Sie war intelligent, grazil, gewitzt, und ambitiös. Diese Charakterzüge zogen sowohl Julius Caesar wie auch Markus Antonius an. Sie war auch beim Volk sehr beliebt, da sie sich für ihre Untertanen und deren Wohlergehen interessierte. Sie war die erste Herrscherin ihrer Dynastie, welche die ägyptische Sprache beherrschte, was sich als überaus vorteilhaft im Umgang mit ihren Untertanen erwies.