Startzeitdetektoren

Der Startkontakt wird oft mit dem Pistolenschuss ausgelöst. 1879 liess die Kugel beim Austritt aus der Trommel eine Platte umklappen, die ein Gegengewicht freiliess, das seinerseits beim Fall den Muybridge Faden zerriss. Im Jahre 1880 befestigte Dr. McLoad einen elektrischen Kontakt am Austritt der Pistolentrommel. Dieser Ansatz war theoretisch richtig, in der Praxis zeigten sich aber Probleme durch Flamme und Pulverdampf. Während vieler Jahre wurde daher das Gegenteil angewendet. Der elektrische Kontakt befand sich in der Zielscheibe. Diese Methode war sehr zuverlässig, aber weniger präzis. Heute, das heisst seit den Siebzigerjahren, werden separat von der Pistole angeordnete Druckgeber eingesetzt, die eine tausendstel Sekunde genau sind.
Individuelle Lautsprecher für jeden Athleten wurden erstmals 1968 an den Olympischen Spielen in Mexiko eingesetzt. Die Gültigkeit de Starts wird oft anhand der menschlichen Reaktionszeit beurteilt. Zwei klassische Beispiele dazu sind die Dragster-Rennen in den USA sowie Bahnrennen der Leichtathletik.
Die menschliche Reaktionszeit äussert sich zweifach: Es gibt eine Reflexzeit, sie gibt die Dauer zwischen einer Berührung irgendwo am Körper bis zum Ausstoss des Schmerzschreis an. Danach gibt es die Interpretationszeit, die den umgekehrten Weg nimmt und die allgemein Reaktionszeit genannt wird. Diese Zeit wird gemessen zur Beurteilung ob ein Fehlstart vorliegt.
Es war 1972 an den Olympischen Spielen in München, als Techniker der Firma Junghans erstmals Drucksensoren in den Startblöcken einbauten. Im Schwimmen werden seit den Siebzigerjahren ebenfalls elektrische Kontakte in den Startblöcken eingebaut, sie ermöglichen eine genaue Kontrolle der korrekten Übergabe beim Staffelschwimmen. Um aber diese Zeit genau zu messen, wird ebenfalls die Ankunftszeit benötigt, die von Anschlagsplatten erfasst wird. Dies war eines der letzten wichtigen Probleme der Zeitmessung, die einer Lösung zugeführt werden mussten.

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