
Grundsätzlich kann eine Sonnenfinsternis nur
eintreten, wenn sich der Mond auf seiner Erdumlaufbahn zwischen
Sonne und Erde schiebt und so die Sonne verdunkelt. Dies ist nur
bei Neumond möglich. Dennoch kann es nicht jedesmal eine
Finsternis geben, da die Mondbahn nicht in der selben Ebene wie die
Erdbahn liegt. Die Ebenen sind um ca. 5° gegeneinander geneigt.
Finsternisse kann es also nur geben, wenn Sonne, Mond und Erde etwa
auf einer Linie liegen.
Die
ganze Sonnenscheibe wird vom Mond bedeckt. D.h.: Der Beobachter
befindet sich im Kernschatten des Mondes. Im Idealfall ist hier der
Abstand Erde - Sonne möglichst groß und der Mond
möglichst nahe, so dass er im Verhältnis zur Sonne
größer zu sein scheint.
Eine totale Verfinsterung der Sonne kann maximal 7min 31sek dauern
(theoretischer Wert bei perfekten Bedingungen).
Die längste Totalität bisher wurde am 20. Juni 1955 von
den Philippinen aus gemessen mit 7min 8sek.
Die nächste totale Finsternis kann am 11. August 1999 von
Süddeutschland aus beobachtet werden.
Aufgrund des sich ändernden Abstandes zwischen Erde
und Mond reicht der Kernschatten des Mondes nicht immer bis zur
Erde. Der scheinbare Durchmesser des Mondes ist dann kleiner als
der der Sonne. Es bleibt dann ein ringförmiger Teil der
Sonnenscheibe unverdeckt. Hier muss der Abstand Erde - Sonne dann
möglichst gering sein und der Mond maximal entfernt sein.
Eine ringförmige Sonnenfinsternis kann eine maximale
Länge von 12min 24sek erreichen.
Die nächste ringförmige Finsternis kann man am 16.
Februar 1999 in Australien (Indischer Ozean, Pazifik)
beobachten.
Durch
den Winkel zwischen Erd- und Mondbahn kann der Mond die Sonne nicht
immer ganz abdecken. Da der Beobachter sich dann im Halbschatten
des Mondes befindet, sieht die Finsternis für ihn wie die
Stadien 3 oder 4 der ringförmigen Sofi. aus. Außerdem
erscheinen totale bzw. ringförmige Sofis auch dann für
den Beobachter partiell, wenn dieser sich nicht im Kernschatten
befindet.
Im
Gegensatz zur Sonnenfinsternis, die nur bei Neumond auftreten kann,
kann eine Mondfinsternis nur bei Vollmond entstehen. Dabei tritt
der Mond in den Schattenkegel der Erde. So stehen Sonne, Erde und
Mond etwa in einer Linie.
Der
Mond taucht ganz in den Kernschatten der Erde ein. Meist ist der
Mond jedoch trotzdem sichtbar, da ihn noch immer von der
Atmosphäre gestreutes Licht erreicht. Wie es bei der
Finsternis am 16.September 1997 gut zu sehen war, erscheint der
Mond dann in kupferroter Farbe. Farbe und Helligkeit sind von den
jeweiligen Verhältnissen in der oberen Erdatmosphäre
(z.B. Staubgehalt) abhängig. (s.Bl.3)
Eine Totalität kann maximal 104min dauern.
Die nächsten Totalitäten sind am 21. Januar 2000 und am
16. Juli 2000.
Wie
bei der Sonnenfinsternis die Sonne, so taucht bei der
Mondfinsternis der Mond nur teilweise in den Kernschatten ein.
Tritt
der Mond nur in den Halbschatten der Erde ein, so wird sein Licht
so wenig reduziert, dass es schwierig ist, derartige Finsternisse
mit dem bloßen Auge zu erkennen.
Aber auch Totalitäten können in ihrer Helligkeit stark
schwanken. So war die Finsternis vom 19. März 1848 so "hell",
dass in der interessierten Öffentlichkeit bezweifelt wurde,
dass überhaupt eine Mondfinsternis stattgefunden habe. Die
Finsternisse vom 18. Mai 1761 und 10. Juni 1816 dagegen sollen so
"dunkel" gewesen sein, dass der Mond für das bloße Auge
unsichtbar wurde.
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