Die Geschichte des Spiels

Der Anfang liegt in Indien

Im 6. Jahrhundert vor Christus entstand in Indien das Spiel Chaturanga, auch "Würfelvierschach" oder "Urschach" genannt. Der Name Chaturanga, wörtlich übersetzt "das Vierteilige", bedeutet Armee oder Kriegsspiel. Zu jener Zeit hatte das indische Militär vier Waffengattungen:

  • Streitwagen
  • Reiter
  • Elefanten
  • und Fusssoldaten.

Das Spiel wurde zu viert und mit Würfeln gespielt. Jeweils zwei Spieler waren verbündet. Der Würfel bestimmte den Figurentyp, der ziehen konnte.

In der Zeit unmittelbar vor dem 6. Jahrhundert, kuz bevor es Persien erreichte, wandelte sich das Urschach von einem Glückspiel mit vier Spielern, zu einem reinen Intelligenzspiel mit nur noch 2 Gegner.

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Das Spiel findet seinen Weg nach Persien©ArtToday

Im 6. Jahrhundert erreichte das Schachspiel in der damals modernsten Variante Persien. Die alten indischen Bezeichnungen wurden von den Persern in ihre eigene Sprache übersetzt. Sie entwickelten das Spiel weiter: Die Ausrufe "Schach" (aus "Shah", König) und "Schachmatt" (aus "math", hilflos) wurden gebräuchlich. Der besiegte König wurde ersmals nicht mehr geschlagen, sondern "Matt" gesetzt. Auch eine neue Figur kam hinzu, der Wesir (Ratgeber). Aus ihm sollte später die Dame werden.

Die Perser hatten allerdings nicht viel Zeit, das Schachspiel zu verändern, denn bereits im Jahre 614 wurde ihr Reich von den Arabern erobert.

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Die Araber und ihre Meister

So schnell wie die Araber Persien eroberten eigneten sie sich auch das Schachspiel an. Bereits im achten Jahrhundert wurde das Spiel in der arabischen Literatur erwähnt.

Die Araber waren sehr ernsthafte Spieler. Sie schrieben viele Schachbücher und erfanden die algebraische Notation. Es kam zu Wettkämpfen und Turnieren an den Höfen der Kalifen, aus denen die ältesten bekannten Schachmeister hervorgingen: Al-Adli, Ar-Razi und As-Suli. Auch das Spiel der Frauen war selbstverständlich. In vielen Gedichten ist von Schachspielern die Rede, die von der Schönheit ihrer Partnerinnen geblendet ihre Partie verloren.

Die Araber hatten ein grosses Interesse an problematischen Endspielstellungen mit mehrzügigem Matt, sogenannte "Mansuben". Das Mittelspiel entwickelte sich eher langsam, da die Elefanten (Läufer) und der Wesir (Dame) nur ein Feld weit ziehen durften.

Die Arabischen Spieler hielten es für überflüssig, eine Partie von der Grundstellung aus zu spielen, da bestimmte Zugfolgen bereits feststanden. Vor dem Spiel einigte man sich, von welcher Eröffnungsposition ("Tabija") aus gespielt werden sollte. Diese Ausgangsstellungen hatten Namen wie 'Schwert', 'Strom' oder 'die Beschwingte'.

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Das Schach in Europa©ArtToday

Die Araber beherrschten seit dem 8. Jahrhundert die Iberische Halbinsel (Das heutige Spanien und Portugal), Sizilien und Sardinien. Es gab einen kulturellen Austausch zwischen den arabischen Emiraten und Europa, der das Abendland unglaublich bereichert hat. Das Schach kam infolge dieses Austausches zwischen 700 und 900 nach Europa. Das älteste schriftliche Zeugnis Europas stammt aus dem Jahre 1008. Im 11. Jahrhundert war das Spiel bereits allgemein bekannt.

Das Interesse des Hochmittelalters war nach arabischer Tradition auf Endspielprobleme ausgerichtet. Schach wurde noch nach arabischen Regeln gespielt. Die Namen einiger Figuren wurden geändert, da die Handwerker die Steine im Laufe der Jahrhunderte soweit abstrahiert hatten, dass ihr Ursprung nicht mehr zu erkennen war.

Ende des 15. Jahrhunderts veränderten spanische Meister die Schachregeln, das zum "Eilschach" entstand. Gekennzeichnet war diese Entwicklung durch die stärkere, über mehr als nur ein Feld reichende Wirkung von Läufer und Dame. Auch das Wettkampfschach entwickelte sich allmählich. Im Jahre 1467 wurde in Heidelberg das erste bekannte Schachturnier Mitteleuropas veranstaltet.

Die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg ermöglichte eine rasche Verbreitung der Schachliteratur. Somit konnten die Spielregeln rasch vereinheitlicht und weiterentwickelt werden. In Italien und Spanien, den Schachzentren der damaligen Welt, hatte sich die Rochade während des 16. Jahrhunderts in der heutigen Form durchgesetzt.

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Das Grossmeisterschach

Wilhelm Steinitz ©ArtTodayMit dem Franzosen François André Philidor (1726 - 1795) wurde ein neues Zeitalter eingeleitet. Nach seinen Siegen über Stamma und Légal galt er als stärkster Spieler seiner Zeit. Durch sein Spiel wurden London und Paris zu Zentren des Schachspiels. Philidor spielte methodisch: Er entdeckte den Wert der Bauern.

Howard Staunton, Pate der heute handelsüblichen Staunton-Figuren, organisierte 1851 in London ein internationales Turnier. Der deutsche Adolf Anderssen (1818 - 1879) gewann den Wettkampf überraschend und wurde erster (wenn auch inoffizieller) Weltmeister der modernen Schachgeschichte.

Am 20. Juli 1924 wurde die FIDE ("Fédération Internationale des Échecs"), der Schachweltverband, gegründet. Bis 1992 hatte er seinen Sitz in Luzern, ab 1993 in Athen. Seine Mitgliedernationen werden in elf Zonen eingeteilt. Alle drei Jahre finden in jeder Zone Turniere statt. Die Sieger spielen in den Kandidatenwettkämpfen und ermitteln so den Herausforderer um den Weltmeistertitel des Verbandes. Seit Sommer 1999 ist Alexander Khalifmann Weltmeister der FIDE. Gary Kasparow, der die Beschlüsse der FIDE oft inakzeptabel fand, gründete 1993 zusammen mit dem Briten Nigel Short die PCA (Professional Chess Association). Nach seinem Sieg über Short wurde Kasparow Weltmeister der PCA.

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