Die Spielregeln
- Artikel 1: Wesen und Ziele des Schachspiels
- Artikel 2: Die Anfangsstellung der Figuren auf dem Brett
- Artikel 3: Die Gangart der Figuren
- Artikel 4: Die Ausführung der Züge
- Artikel 5: Die beendete Partie
Artikel 1: Wesen und Ziele des Schachspiels
- Das Schach wird zwischen zwei Gegnern gespielt, die abwechselnd Figuren auf einem quadratischen Spielbrett, Schachbrett genannt, ziehen. Der Spieler mit den weissen Steinen beginnt die Partie. Ein Spieler ist am Zug, wenn der Zug seines Gegners beendet worden. ist.
- Das Ziel eines jeden Spielers ist es, den gegnerischen König so anzugreifen, dass der Gegner keinen regelgemässen Zug zur Verfügung hat, der ein Schlagen des Königs im folgenden Zug vermeiden würde. Der Spieler, der dies erreicht, hat den Gegner mattgesetzt und das Spiel gewonnen. Der Gegner, der mattgesetzt worden ist, hat das Spiel verloren.
- Ist eine Stellung erreicht, in der keinem der beiden Spieler das Mattsetzen mehr mögich ist, ist das Spiel remis (unentschieden).
Artikel 2: Die Anfangsstellung der Figuren auf dem Brett
- Das Schachbrett besteht aus einem 8x8 Gitter von 64 gleichgrossen Quadraten, die abwechselnd hell und dunkel sind (die weissen und die schwarzen Felder).
Das Schachbrett wird so zwischen die beiden Spieler gelegt, dass auf der Seite vor einem Spieler das rechte Eckfeld weiss ist.- Zu Beginn des Spieles hat der eine Spieler 16 helle (weisse), der andere 16 dunkle (schwarze) Figuren. Diese Figuren sind die folgenden:
ein weisser König mit als gebräuchlichem Symbol eine weisse Dame mit als gebräuchlichem Symbol zwei weisse Türme mit als gebräuchlichem Symbol zwei weisse Läufer mit als gebräuchlichem Symbol zwei weisse Springer mit als gebräuchlichem Symbol acht weisse Bauern mit als gebraäuchlichem Symbol ein schwarzer König mit als gebräuchlichem Symbol eine schwarze Dame mit als gebräuchlichem Symbol zwei schwarze Türme mit als gebräuchlichem Symbol zwei schwarze Läufer mit als gebräuchlichem Symbol zwei schwarze Springer mit als gebräuchlichem Symbol acht schwarze Bauern mit als gebraäuchlichem Symbol
- Die Anfangsstellung der Figuren auf dem Schachbrett ist die folgende:
- Die acht senkrechten Spalten von Feldern heissen Linien, die acht waagerechten Zeilen von Feldern heissen Reihen. Eine geradlinige Folge von Felder gleicher Farbe, die sich jeweils an den Ecken berühren, heisst Diagonale.
Artikel 3: Die Gangart der Figuren
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- Keine Figur kann auf ein Feld ziehen, das bereits von einer Figur derselben Farbe besetzt ist. Wenn eine Figur auf ein Feld zieht, das von einer gegnerischen Figur besetzt ist, wird letztere geschlagen und als Teil desselben Zuges vom Schachbrett entfernt. Eine Figur greift ein Feld an, wenn diese Figur auf jenem Feld gemäss den Artikeln 3.2 bis 3.5 schlagen könnte.
Beim Ausführen dieser Züge dürfen Dame, Turm und Läufer nicht über andere Figuren hinwegziehen.
- Die Dame zieht auf ein beliebiges anderes Feld entlang der Linie, Reihe oder einer der Diagonalen, auf welcher sie steht.
- Der Turm zieht auf ein beliebiges anderes Feld entlang der Linie oder der Reihe, auf welcher er steht.
- Der Läufer zieht auf ein beliebiges anderes Feld entlang einer der Diagonalen, auf welcher er steht.
- Der Springer zieht auf eines der Felder, die seinem Standfeld am nächsten, aber nicht auf gleicher Linie, Reihe oder Diagonalen mit diesem liegen. Er zieht nicht direkt über dazwischenliegende Felder.
- Der Bauer zieht vorwärts auf das unbesetzte Feld direkt vor ihm auf derselben Linie, oder
- er rückt in seinem ersten Zug um zwei Felder entlang derselben Linie vor, sofern beide Felder unbesetzt sind, oder
- er zieht auf ein von einer gegnerischen Figur besetztes Feld diagonal vor ihm auf einer benachbarten Linie, indem er jene Figur schlägt.
- Ein Bauer, der ein Feld angreift, das von einem gegnerischen Bauern überschritten worden ist, der vom Ursprungsfeld aus in einem Zug um zwei Felder vorgerückt ist, darf diesen gegnerischen Bauern so schlagen, als ob letzterer nur um ein Feld vorgerückt wäre. Dieses Schlagen darf nur in dem Zug geschehen, der auf ein solches Vorrücken folgt, und wird Schlagen en passant genannt.
- Sobald ein Bauer diejenige Reihe erreicht hat, die am weitesten von seinem Ursprungsfeld entfernt ist, muss er als Teil desselben Zuges gegen eine Dame, einen Turm, einen Läufer oder einen Springer derselben Farbe ausgetauscht werden. Die Auswahl des Spielers ist nicht auf bereits geschlagene Figuren beschränkt. Dieser Austausch eines Bauern für eine andere Figur wird "Umwandlung" genannt, und die Wirkung der neuen Figur tritt sofort ein.
- Der König hat zwei verschiedene Gangarten:
- Er zieht auf ein beliebiges angrenzendes Feld, das nicht von einer oder mehreren gegnerischen Figuren angegriffen wird, oder
- er rochiert. Die Rochade ist ein Zug des Königs und eines gleichfarbigen Türme auf derselben Reihe. Sie gilt als ein einziger Zug und wird folgendermassen ausgeführt: Der König wird von seinem Ursprungsfeld um zwei Felder in Richtung des Turmes hin versetzt; dann wird dieser Turm über den König hinweg auf das Feld gesetzt, das der König soeben überquert hat.
- Die Rochade ist regelwidrig:
- wenn der König bereits gezogen hat, oder
- mit einem Turm, der bereits gezogen hat.
- Die Rochade ist momentanverhindert,
- wenn das Standfeld des Königs oder das Feld, das er überqueren muss, oder sein Zielfeld von einer oder mehreren gegnerischen Figuren angegriffen wird,
- wenn sich zwischen dem König und dem Turm, mit dem rochiert werden soll, eine beliebige Figur befindet.
- Ein König steht im Schach, wenn er von einer oder mehreren gegnerischen Figuren angegriffen wird, auch wenn diese selbst nicht ziehen können.
Das Ansagen eines Schachgebotes ist nicht obligatorisch. Ein Spieler darf keinen Zug machen, der seinen König ins Schach führt oder im Schach stehen lässt.Artikel 4: Die Ausführung der Züge
- Jeder Zug muss mit einer Hand allein ausgeführt werden.
- Vorausgesetzt, dass er seine Absicht im voraus bekannt gibt (z.B. durch die Ankündigung "j'adoube"), darf der Spieler, der am Zug ist, eine oder mehrere Figuren auf ihren Feldern zurechtrücken.
- Berührt der Spieler, der am Zug ist, den Fall von Artikel 4.2 ausgenommen, absichtlich auf dem Brett
- eine oder mehrere Figuren derselben Farbe, muss er die zuerst berührte Figur ziehen oder schlagen, die gezogen oder geschlagen werden kann, oder
- je eine Figur beider Farben, muss er die gegnerische Figur mit seiner Figur schlagen oder, falls dies regelwidrig ist, die erste berührte Figur, die gezogen oder geschalgen werden kann, ziehen oder schlagen. Fehlen Beweismittel, so gilt, dass die eigene Figur vor der gegnerischen Figur berührt worden ist.
- Wenn ein Spieler absichtlich einen Turm und danach seinen König berührt, darf er mit diesem Turm in diesem Zug nicht rochieren, und der Fall wird durch Artikel 4.3 geregelt.
- Wenn ein Spieler, in der Absicht zu rochieren, seinen König oder König und Turm zugleich berührt, die Rochade aber auf dieser Seite regelwidrig ist, muss der Spieler entweder auf der anderen Seite rochieren, vorausgesetzt, dass die Rochade auf jener Seite zulässig ist, oder seinen König ziehen. Falls der König keinen regelmässen Zug zur Verfügung hat, darf der Spieler einen beliebigen regelmässen Zug ausführen.
Falls keine der berührten Figuren gezogen oder geschlagen werden kann, darf der Spieler einen beliebigen regelgemässgen Zug ausführen.
- Wenn der Gegner gegen Artikel 4.3 oder 4.4 verstösst, kann der Spieler dies nicht mehr beanstanden, nachdem er selbst absichtlich eine Figur berührt hat.
- Wenn in einem regelgemässen Zug oder Teil eines regelgemässen Zuges eine Figur auf einem Feld losgelassen worden ist, kann sie nicht mehr auf ein anderes Feld gezogen werden. Der Zug gilt als auf dem Brett ausgeführt, wenn alle anwendbaren Anforderungen von Artikel 3 erfüllt worden sind.
Artikel 5: Die beendete Partie
- Die Partie ist für den Spieler gewonnen, der den gegnerischen König mit einem regelgemässen Zug matt gesetzt hat. Damit ist die Partie sofort beendet.
- Die Partie ist durch den Spieler gewonnen, dessen Gegner erklärt, dass er aufgebe. Damit ist die Partie sofort beendet.
- Die Partie ist remis (unentschieden), wenn der Spieler, der am Zuge ist, keinen regelgemässen Zug zur Verfügung hat und sein König nicht im Schach steht. Eine solche Stellung heisst "Pattstellung". Damit ist die Partie sofort beendet.
- Die Partie ist remis durch eine von beiden Spielern während der Partie getroffene Übereinkunft. Damit ist die Partie sofort beendet.
- Die Partie darf remis gegeben werden, falls die identische Stellung zum dritten Mal auf dem Brett entstanden ist (siehe Artikel 9.2).
- Die Partie darf remis gegeben werden, falls die letzten 50 aufeinanderfolgenden Züge von jedem Spieler gemacht worden sind, ohne dass irgendein Bauer gezogen oder irgendeine Figur geschlagen worden wäre (siehe Artikel 9.3).