© Corel Die Weltmeisterschaft

© CorelDer erste, wenn auch inoffizielle, Weltmeister des Schachs war der Deutsche Adolph Anderssen. Er gewann das erste moderne Schachturnier Londons und konnte Anspruch darauf erheben, strärkster Spieler der Welt zu sein. Er wurde 1966 von Wilhelm Steinitz bezwungen, der sich daraufhin öffentlich Schachweltmeister nannte. Nach einigen Turniersiege in den 70 Jahren des 19. Jahrhunderts wurde Steinitz allgemein als bester Spieler der Welt annerkannt. Damals war die Weltmeisterschaft noch nicht geregelt. Der Weltmeister konnte die Bedingugen und den Gegner einer Titelverteidigung selbst bestimmen. Erste Regeln finden sich im "Londoner Protokoll" von 1922. Darin wurden die Bedingungen der Titelverteidigung festgelegt. Der Inhalt stammt grösstenteils von Capablanca. Da das "Londoner Protokoll" eine für damalige Verhältnisse gigantische Summe von 10'000 Dollar als Preisgeld vorsah, die der Herausforderer aufzubringen hatte, verteidigte Capablanca seinen Titel nie. Der erste, der dieses Geld aufbrachte, war Aljechin, und er besiegete Capablanca.

Nach dem Tot Aljechins im Jahre 1946 war der Titel vakant. Da während des zweiten Weltkrieges keine WM Matches standfinden konnten, verlor Aljechin seinen Titel nicht. Er nahm ihn mit in sein Grab. Dann übernahm die FIDE, der Weltschachbund, die Organisation der Weltmeisterschaft. Sie organisierte 1948 in Den Haag und Moskau ein Turnier, bei dem der neue Weltmeister bestimmt werden sollte. Das Turnier wurde von Michail Botwinnik gewonnen. Ausserdem stellte die FIDE Regeln über die Verteidigung des Titels auf. Der Herausforderer wurde in Kandidatenturnieren ermittelt, und alle drei Jahre fand ein Match des Herausforderers gegen den Weltmeister statt.

1993 entschieden sich der Weltmeister Garri Kasparov und der Herausforderer Nigel Short dazu, das WM Match in eigener Regie zu veranstalten. Dazu gründeten sie die PCA, die Proffesional Chess Association. Daraufhin wurde Kasparov der WM Titel der FIDE aberkannt. Der Zweite und der Dritte des Kandidatenturniers, Karpov und Timman, trugen einen Match um den Titel der FIDE aus, das Karpov gewann.

© Corel1999 wurde das Weltmeisterschaftssystem von der FIDE grundlegend geändert. Man veranstalltete in Las Vegas ein Turnier, in dem der Weltmeister nach K.O. System ermittelt wurde. 100 Grossmeister nahmen am Turnier Teil, allerdings fehlten wichtige Spieler wie die beiden Weltranglistenführenden, Kasparov und Viswanathan, sowie der Titelträger Karpov. Das Turnier wurde überraschend von dem Russen Alexander Khalifman gewonnen. Alexander Khalifman ist auf der Weltrangliste vom 11.05.2000 auf Rang 29 mit 2656,00 ELO Punkten zu finden. (Zum Vergleich: Garri Kasparov ist auf Rang 1 mit 2845,00 ELO Punkten). Allerdings hat sich Khalifman bis jetzt als Weltmeister bewährt, beim Superturnier in Linares spielte er zwei Remise gegen Kasparov. Das zeigt, das ELO nicht alles ist.

Nachfolgend finden sie noch eine Liste der Weltmeister:

Spieler
Jahr
Adolph Anderssen (Deutschland)
1862 - 1866
Wilhelm Steinitz (Östereich)
1866 - 1894
Emanuel Lasker (Deutschland)
1894 - 1921
José Raul Capablanca (Kuba)
1921 - 1927
Alexander Aljechin (Frankreich)
1927 - 1935
Max Euwe (Niederlande)
1935 - 1937
Alexander Aljechin (Frankreich)
1937 - 1946
Michail Botwinnik (UdSSR)
1948 - 1956
Wassilij Smyslov (UdSSR)
1957 - 1958
Michail Botwinnik (UdSSR)
1958 - 1960
Michail Tal (UdSSR)
1960 - 1961
Michail Botwinnik (UdSSR)
1961 - 1963
Tigran Petrosjan (UdSSR)
1963 - 1969
Boris Spassky (UdSSR)
1969 - 1972
Bobby Fischer (USA)
1972 - 1975
Anatoli Karpov (UdSSR)
1975 - 1985
Garri Kasparov (Russland) (ab 1993 WM der PCA)
1985 - ****
Anatoli Karpov (Russland)
1993 - 1999
Alexander Khalifman (Russland)
1999 - ****

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