Geburt der Bioethik
Es war van Rensselaer Potter, der den Begriff zum ersten Mal gebrauchte. Potter ist eigentlich Gelehrter, der viel über Krebs wusste. Aber er war hoch interessiert an der Umweltverschmutzung. Er dachte, dass die Erde wegen dem hohen Populationswachstum und der Verschwendung von natürlichen Materialien in Gefahr sei. Er war sicher, dass der Mensch eine gefährdete Spezies ist. Er dachte, wenn wir diese Krise überwinden, sollten wir die ganze Biologie neu überdenken. Wir sollten diese Wissenschaft mit dem Sozialen und Kulturellen kombinieren. Und wir sollten schnellstens eine "Weisheit, als Richtlinie für menschliches Tun" konstruieren. Dies nannte Potter "Bioethik". Nach ihm ist Bioethik die Wissenschaft zum Überleben, damit die Umwelt nicht stirbt und der Mensch nicht untergeht.
In der Enzyklopädie der Bioethik steht:
"Bioethik" ist ein Begriff, der erst im neuen Englisch auftauchte. Er besteht aus den Wörtern "bios", was Leben bedeutet und "ethikos", was Ethik bedeutet. Er repräsentiert systematische Gedanken interdisziplinären Vorhabens, welches die Haltung des naturwissenschaftlichen oder medizinischen Forschers angeht."
Also ist das heutige Verständnis anders als Potters Verständnis!
Wird das Wort Bioethik eigentlich als Begriff für medizinisch ethische Gedanken gebraucht?
Wie du sicher festgestellt hast, wird die Bioethik häufig in Diskussionen mit medizinischen Themen wie Transplantation, Klonen, in-vitro Fertilisation, u.a. gebraucht. Das Wort sollte gebraucht werden, als das Wort, das tägliche medizinische Untersuchungen, normale Behandlungen und ganz einfach das ganze Leben des Menschen miteinbezieht. Die meisten Ärzte erzählen, dass sie den hippokratischen Eid respektieren müssten, der schon im antiken Griechenland gebraucht wurde. Und die Art, wie ein Arzt handeln müsse, sei, die für ihn bestmögliche Behandlung zu geben. Dies geht schon seit Generation zu Generation so. Das Resultat daraus ist, dass wenn ein Patient ins Spital muss, er keine Ahnung hat über die medizinische Behandlung, die Medikamente oder die Nebeneffekte, die er erdulden muss. Dies änderte jedoch in den 60er Jahren.
In 1960 war in den USA die Kubakrise. Es war aber eine stabile Zeit für die USA. In dieser Zeit gab es viele Rassendiskriminierungen gegen Schwarze. Im Bus, zum Beispiel, durften die Schwarzen nicht absitzen. Die Bewegung gegen Rassendiskriminierung wurde mit den Zivilrechtsbewegungen entwickelt. Die Strömung dieser Bewegung führte zu einer Konsumentenbewegung in den siebzigern und zu der Frauenrechtsbewegung, dann zu der Medizin. Diese hatte bis jetzt das Denken oder die Wünsche des Patienten nicht ernst genommen. Gesamthaft gesehen wuchs die Entwicklung der Bioethik aus politischen und sozialen Hintergründen heraus.
Wenn man die Entwicklung dieser Bewegungen mit den der Bioethik zusammenbringt, vergisst man häufig, dass Bioethik zuerst von Potter im Zusammenhang mit dem Umweltschutz gebraucht wurde. Jetzt aber beginnt man die Absicht von Potter wieder zu schätzen. So ist die Bioethik grösser und umfassender geworden.