
Die grösste Sorge der alten Ägypter war es, dass Ihre Gräber von Sturm und Regen oder von Grabräubern zerstört werden könnten und dadurch würde der Gestorbene im Jenseits nicht mehr leben können. Darum bauten sie sogennante Mastabas. Diese bestehen aus einer in den Fels gehauenen Grabhöhle, und darüber wölbt sich der eigentliche Grabhügel. Das Wort Mastaba stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel, wie "Steinbank". Diese Steinbänke standen und stehen, zum Teil noch heute, vor den arabischen Häusern. Diese Steinbänke sahen ähnlich aus, wie die Gräber der alten Ägypter. Daher der Name.
Pharao Djoser liess durch den genialen Baumeister Imhotep für sein Grab zunächst eine riesige Mastaba bauen. Doch das war Ihm anscheinend noch nicht genug. Er setzte auf diese Mastaba nochmals eine etwas kleinere Mastaba darauf. Und so weiter. Zuletzt ergab das eine Stufenpyramide mit den Massen 125 x 110 Meter und einer Höhe von 60 Metern. Eigentlich ist die Stufenpyramide gar keine Pyramide sondern eine Stufenmastaba. Neu war auch das Baumatterial, aus dem die Stufenpyramide gebaut war, nämlich aus Stein. Man konnte zwar schon früher Stein bearbeiten, aber nicht mit der Nötigen Prezission. Zu dieser Zeit baute man sonst üblicherweise aus Luftgetrockneten Ziegeln.
Es gibt keine schriftlichen Berichte oder Baupläne darüber, wie eine Pyramide gebaut worden war. Untersuchungen an unvollständigen und fertigen Pyramiden gestatten jedoch Rückschlüsse auf die damaligen Baumethoden. Als erstes musste ein geeigneter Bauplatz für die Pyramide gefunden werden. Er musste im Westen stehen, da man glaubte der verstorbene Pharao werde sich mit dem Sonnengott Re im Westen treffen um danach ihn auf der täglichen Reise über den Himmel zu begleiten. Ausserdem musste die Baustelle in der Nähe des Nils liegen, da ein grosser Teil der Baumatterialien auf dem Wasserweg hergeschafft werden mussten. Der Untergrund musste ausserdem sehr hart sein, um das enorme Gewicht der Pyramide zu tragen. Um den Untergrund waagrecht zu planieren, verwendeten die Ägypter eine äusserst raffinierte Methode: In den Grund des Bauplatzes wurde ein dichtes Netz aus Kanälen gebaut. Diese wurden nachher mit Wasser gefüllt. In den Kanälen wurde nun der Wasserstand markiert, wonach das Wasser wieder abgelassen worden war. Die Steimetze entfernten nun alles Gestein, das über der Wasserlinie lag. Zuletzt wurden die Kanäle dann wieder zugemauert. Diese Methode ergab eine sehr wagrechte Fläche: Die Südostecke der Cheopspyramide liegt nur 2 Zentimeter höher, als die gegnüberliegende Seite. Nun musste die Nordrichtung gefunden werden, was die Ägypter mit Hilfe der Sternen lösten. Als letzer Akt der Bauvorbereitungen schritt der Pharao selbst mit dem Priester die Masse der Pyramide nochmals ab. Danach begannen die Arbeiten in den Steinbrüchen begonnen, die vorzugsweise in der Nähe des Nils lagen. Dort wurden die Steinblöcke exakt nach den Vorgaben der Baumeister aus dem Fels gehauen. Normalerweise betrug die Kantenlänge rundherum 1.3 Meter und hatten ein gewicht von etwa 2.5 Tonnen aber es gab auch viel grössere Steinblöcke mit einem Gewicht bis zu 200 Tonnen und mehr. Für die Arbeiten am Stein besassen die Ägypter erstaunlich gute Werkzeuge. Sie hatten Sägen, Meissel, Bohrer aus Kupfer und anderes Werkzeug. Um die Blöcke aus dem Fels zu trennen, gab es verschiedene Methoden: Zum einen wurden Löcher entlang der Trennlinie in den Fels gebort und dort hinein wurden Holzstäbe gesteckt, die anschliessend mit Wasser übergossen wurden. Durch die Ausdehnung des feuchten Holzes, wurden die Blöcke aus dem Fels gesprengt. Eine andere Methode war es, entlang der trennlinie Feuer zu entzünden, die nachdem der Stein heiss geworden ware, schnell mit Wasser gelöscht wurden. Der Stein der sich bei der grossen Hitze ausgedehnt hatte, zog sich nach dem Kälteschock zusammen und brach so aus dem Fels. Nun wurden die Blöcke mit einer Art Schlitten zur Baustelle gezogen. Für einen mittelgrosen Stein waren dazu etwa 8 Arbeiter nötig. Die Kalksteinblöcke für die Verkleidung der Pyramide kamen vom gegenüberliegenden Ufer des Nils. Diese wurden zuerst auf Schiffe geladen und an das andere Ufer gefahren. Bevor nun diese Steinquader an die richtige Position gebracht werden konnten, musste der Sarkophag des noch lebenden Pharaos in die Grabkammer im innern der Pyramide gebracht werden. Ein Transport dieses grossen und sperrigen Steins an den richtigen Ort, wäre nach Vollendung der Pyramide nicht mehr möglich gewesen. Die Ägyper kannten weder Flaschenzug noch irgend welche Kräne. Sie wandten eine raffinierte Technik an, um den Sarkophag in die Grabkammer hinabzulassen. Zuerst wurde die Grabkammer mit einer Mauer vom übrigen Schachtsystem abgetrennt, danach wurde die Grabkammer mit Sand gefüllt. Auf diesen Sand wurde nun der Sarkophag gestellt. Jetzt entfernte man die Mauer in der Kammer un der Sand wurde vorsichtig wider hinaus geschaufelt. Der Sarkophag senkte sich nun langsam mit dem Sand bis auf den Boden der Grabkammer. Nun begann der gefährlichste und mühsamste Teil der Bauarbeiten. Die Tausenden von Steinblöcken mussten nun an ihre richtige Stelle gebracht werden. Um den Transport der Steine in die höheren Lagen zu ermöglichen, bauten die Ägypter Rampen entlang der Pyramide auf. Die Forscher sind sich nicht einig, ob eine grosse- oder mehrere kleine dieser Rampen gebaut worden waren. Am seinem Bestimmungsort angelangt, wurde der Stein mit Stangen an seinen entgültigen Platz gehebelt. Zuerst baute man nur eine Stufenpyramide und erst im zweiten Arbeitsgang wurden die Seitenflächen mit Tura-Kalkstein verkleidet, so dass sich eine richtige Pyramide ergab.
Pharao Cheobs, er regierte etwa von 2551 bis 2528 v. Chr., liess die grösste ägyptische Pyramide bauen, die nach ihm benannte Cheops- oder auch grosse Pyramide. Wer sie entwarf, der König selbst oder ein Baumeister, ist unbekannt. Die Cheopspyramide liegt am Westufer des Nils, der heutigen ägyptischen Hauptstadt Kairo gegenüber. Sie war anfangs 146 Meter hoch, die Seitenlänge betrug 231 Meter. Die 8 Meter hohe Spitze der Pyramide ist heute nicht mehr vorhanden. Entweder ist sie bei einem Erdbeben abgerutscht oder sie wurde gestohlen. Wahrscheinlich war sie aus Gold. Die Pyramide besteht aus rund 2,3 Millionen Steinblöcken mit einem Durchschnittsgewicht von je 2800 Kilogramm. Insgesamt wiegt die Pyramide etwa 6 400 000 Tonnen. Der Böschungswinkel beträgt knapp 52 Grad, eine Meisterleistung, bei einem so grossen Böschungswinkel, die Pyramide vor dem Abstürzen zu sichern. Ursprünglich hatte die Pyramide eine aussenverkleidung aus glatt polierten Steinblöcken, die sehr eng gefugt waren. In Ihrem Ursprünglichen Zustand war die Cheopspyramide also ein funkelnder, weisser Berg. Im Altertum galt sie als das erste der sieben Weltwunder. Der Bau der Cheopspyramide dauerte ungefähr 20 Jahre.