
Nach der Ausweidung, der Entwässerung und der Nachtrocknung der Mumie standen noch folgende fünf Punkte auf der "Checkliste" der Mumifizierer:
Verwahrung der Eingeweide. Die inneren Organe, die dem Leichnam entnommen und einzeln mumifiziert wurden, verteilte man auf die vier Eingeweidekrüge, genannt Kanopen. Diese wurden von den vier Sohnen des Horus bewacht; ihre Köpfe bildeten die Deckel der Kanopen. Noch unklar ist, weshalb man zwischen der 21. und 25. Dynastie die Eingeweide nicht in den Kanopen sondern eingepackt im ausgehöhlten Leichnam aufbewahrte.
Ausstopfung. Um den mumifizierten Körper möglichst naturgetreu wiederherzustellen, füllte man alle Hohlräume mit Lehm, Sand, trochenen Flechten, Wachs oder harzgetränkten Binden. Bestimmte Stellen der Haut wurden zuweilen auch mit feuchtem Ton unterfüttert, um sie anschliessend zu modellieren.
Bandagierung. Unter der Oberaufsicht eines Priesters in der Maske des schakalköpfigen Gottes Anubis wurde der Tote mit langen, schmalen Leinenbinden umwickelt. Zwischen die einzelnen Lagen wurden heilbringende Amulette und die sogenannten Uschebtis, kleine Figuren, die dem Toten im Jenseits das Leben erleichtern sollten, geschoben.
Verpichung. Um den Leichnam völlig gegen die Aussenwelt abzuschirmen, wurde er mit einer Schutzschicht, die, je nach Epoche und Verfügbarkeit, aus Lehm, Wachs, Gips, Harz oder Leim bestand, überzogen.
Maskierung. Um den Kopf der Mumie noch besser zu schützen, wurde er zusätzlich mit einer Totenmaske versehen. Diese konnte bei Pharaonen aus purem Gold sein, gewöhnlich aber war sie aus Pappmaché und bemalt oder vergoldet. Während der Römischen Zeit wurde die Totenmaske ersetzt durch ein Protrait des Verstorbenen, welches über dem bandagierten Kopf befestigt wurde.
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