
Während des ersten halben Jahrtausends der Ägyptischen Geschichte, also bis in die Anfangsphase des Alten Reiches, wurden die Verstorbenen nicht mumifiziert, sondern bestenfalls balsamiert. Sie wurden nur mit allerlei Essenzen, Kräutern, Salben und Ölen behandelt und in lange Binden eingewickelt. Auf diese Weise hergerichtet, so glaubten die Ägypter fälschlicherweise, könne der Tote die Zeiten überdauern.
Die Idee, dem Leichnam die Eingeweide zu entfernen um ihn so besser vor dem natürlichen Zerfall zu bewahren, kam den Einbalsamierern erst zur Zeit der Vierten Dynastie. Bis man aber der Leiche auch das Gehirn entfernt hag ging es merkwürdigerweise noch weitere tausend Jahre.
Zu Beginn des Mittleren Reiches entdeckte man, dass der Erfolg der Mumifizierung wesentlich grösser war, wenn man den Toten zuvor mit trockenem Natron behandelt hatte. Dieses Phänomen ist damit zu erklären, dass Natron dem Körper Flüssigkeit entzieht, und eine Leiche, die völlig trocken ist, nicht zerfällt. Was man damals noch nicht wusste: Natron entzieht dem Gewebe zwar Wasser, jedoch nicht vollständig. Somit wurde der Zerfall einer mit Natron behandelten Leiche zwar verzögert, nicht aber ganz verhindert.
Erst zu Beginn des Neuen Reiches wurden die Toten, nachdem sie ausgeweidet und mit Natron behandelt worden waren, an der Sonne oder über dem Feuer nachgetrockent, wobei dem Körper der letzte Rest Flüssigkeit entzogen wurde.
|
|
|
|
||
|
|
|