Bulgarische Objekte auf der Unesco-Liste
des kulturellen und naturlichen Erbes

 

Der Reiter von Madara

madara_small.jpg (16006 bytes)

Er befindet sich 20 km von Schumen, einer Stadt in Nordostbulgarien. Ein Reiter, der feierlichen Schrittes aus dem Altertum kommt, ist in einer Hoehe von 23 Metern in einen senkrechten Fels gehauen. Das ist das einzige Felsrelief in Europa aus dem fruehen Mittelalter. Der Reiter von Madara symbolisiert die Groesse des Herrschers und die Macht seines Staates. Die Spezialisten datieren ihn in das fruehe 8. Jahrhundert. Er ist stummer und stolzer Zeuge von Legenden und Kriegen zahlreicher Epochen.

mad1_s.jpg (6580 bytes)     mad2_s.jpg (8359 bytes)

 

Das Grabmal von Kasanlak

Dieses Kuppelgrab aus der hellenistischen Epoche befindet sich in der Naehe von Kasanlak. Ganz besonders wertvoll sind die Wandmalereien in dem Grab. Es ist nicht gross – ein rechteckiger Vorraum, ein enger Korridor und eine Grabkammer -, doch der huebsche Fries mit Pflanzenornamenten, Menschenfiguren und Pferden geht ueber jede Phantasie hinaus. Das Grabmal von Kasanlak ist das besterhaltene Kunstdenkmal aus dem 4./3. Jahrhundert vor Christi in Thrakien.

kazan1_s.jpg (13633 bytes)

kazan2_s.jpg (4052 bytes)     kazan3_s.jpg (3271 bytes)     kazan4_s.jpg (3606 bytes)     kazan5_s.jpg (3889 bytes)

 

Das Grabmal von Swestari

sveshtari.jpg (14087 bytes)

Es befindet sich in der Naehe von Swestari, einem Dorf im Bezirk Rasgrad. Dabei handelt sich um eine thrakisch-hellenistische Grabstaette aus der ersten Haelfte des 3. Jahrhunderts vor Christi. Sie wurde aus bearbeiteten Steinbloecken errichtet. Der breite Fries mit zehn steinernen Frauenfiguren ist eine einmalige Skulpturkomposition.

 

Das Rilakloster

Das bekannteste Denkmal der bulgarischen Architektur und Kultur aus der Epoche der Nationalen Wiedergeburtszeit befindet sich 120 km suedwestlich von Sofia. Das Rilakloster ist nach den Athoskloestern das groeste griechisch-orthodoxe Kloster auf der Balkanhalbinsel. Es wurde im 10. Jh. von Ivan von Rila, der sein Schutzheiliger ist, gegruendet. Spaeter wurde es zu einem Zentrum der fruehen mittelalterlichen Kultur. Im Wandel der Zeiten war es zweimal gezwungen, seinen Standort zu wechseln. Es wurde mehrmals niedergebrannt und von den Moenchen verlassen.

rilm1_s.jpg (8761 bytes)

rilm5_s.jpg (5956 bytes)

rilm2_s.jpg (19045 bytes)

Im 19. Jh. fiel ein grosser Teil der mittelalterlichen Klosterbauten einem verheerenden Brand zum Opfer. Mit Spenden aus ganz Bulgarien wurde das Kloster wiederaufgebaut. Bemerkenswert ist das vierstoeckige Klostergebaeude, der alte Chreljo Turm und die neue Kathedrale Uspenie Bogoroditschno. Ihre Arkaden mit1 200 wunderbar gemalten Szenen muten wie eine Kunstgalerie im Freien an, und die Bilderwand ist ein Meisterwerk der Holzschnitzerei der Wiedergeburtszeit. In den einzelnen Stockwerken des Klostergebaeudes gibt es einige Kapellen mit Wandmalereien, Empfangs-und Gaestezimmer, die sehr reich von verschiedenen bulgarischen Staedten im Stil der einheimischen Volkskunst eingerichtet sind.
Von besonderem Interesse sind ebenso die Sammlung von alten wertvollen Manuskripten und Dokumenten, Urkunden und Ikonen, die reichste auf der Balkanhalbinsel, sowie die Bibliothek mit etwa 16 000 alten Buechern. Das Rilakloster wird jaehrlich von ueber 600 000 Touristen besucht.

rilm3_s.jpg (8434 bytes)

rilm4_s.jpg (6386 bytes)

rilm6_s.jpg (3168 bytes) rilm7_s.jpg (2829 bytes) rilm8_s.jpg (4516 bytes) rilm9_s.jpg (5978 bytes) rilm10_s.jpg (3411 bytes)

 

Die Kirche von Bojana

boy4_s.jpg (23644 bytes)

Sie liegt 8 km suedwestlich vom Zentrum Sofias. Einer erhaltenen Inschrift zufolge ist sie dank einer Schenkung des bulgarischen Herrschers Kalojan im Jahr 1 259 errichtet worden. Besonders beruehmt sind die Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert, die durch einen fuer ihre Zeit aussergewoenlichen Realismus gekennzeichnet sind. Der mittelalterliche Meister hat uns aussergewoehnliche Portraets von weltlichen, geistlichen und militaerischen Personen hinterlassen, denen er reale, mitfuehlende und irdische Zuege verliehen hat. Die beruehmtesten Portraets sind des Sebastokrators Kalojan und seiner Gemahlin Dessislava, deren Portraet vielleicht das vollkommenste Frauenbildnis aus dem Mittelalter ist.

boy5_s.jpg (3025 bytes) boy1_s.jpg (6393 bytes) boy3_s.jpg (6558 bytes) boy2_s.jpg (6188 bytes)

 

Nessebar

Die Altstadt Nessebar befindet sich auf einer kleinen Halbinsel, die nur durch eine enge Landzunge mit dem Festland verbunden ist. Die Stadt steht unter Denkmalschutz Hier sind ueber 40 Kirchen aus dem Mittelalter mehr oder weniger erhalten. Die Fassaden und das Interieur einiger von ihnen sind veblueffend huebsch, und sie gehoeren zu den am besterhaltenen mittelalterlichen Kultgebaeuden auf der Balkanhalbinsel. Die engen kopfsteinplasterten Gassen, die alten Haeuser von der bulgarischen Wiedergeburtszeit mit Holzerkern und Treppen, die ueberhaengenden Vordaecher, die antike Festungsmauer schaffen eine einmalige romantische Atmosphaere, bei der man ganz gut sich erholen kann. Nessebar ist zu einer Museumsstadt erklaert worden und steht auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Die Stadt wird von vielen Touristen aus aller Welt besucht.

nes1_s.jpg (10570 bytes)

nes2_s.jpg (6441 bytes)      nes3_s.jpg (7525 bytes)

nes4_s.jpg (6044 bytes)      nes5_s.jpg (3697 bytes)

 

Das Hoehlenkloster bei Ivanovo

ivanm1_s.jpg (12467 bytes)

 

ivanm2_s.jpg (4330 bytes)

In die Felsen an beiden Ufern des Flusses Russenski Lom bei Ivanovo, einem Dorf im Bezirk Russe, wurden im Mittelalter Kirchen, Kapellen und Moenchszellen gehauen. Das 32 m ueber dem Fluss Hoehlenkloster wurde in der Zeit der weitesten Verbreitung des Hesychasmus /14. Jh./, der Religion des Schweigens, des Asketismus, von Einsiedlern bewohnt. Die historischen Angaben und die erhaltenen Malereien bezeugen,dass die Zellen bis in das 17. Jahrhundert bewohnt waren. Im 13/14. Jh. erlebte die Moenchskolonie auch als Literaturzentrum eine Bluete. Nach der Eroberung Bulgariens durch die Osmanen aber erlosch dieses Klosterleben allmaehlich. Heute sind nur einige Kirchen gut erhalten. Die nicht zerstoerten Wandmalereien aus dem 14. Jh. stellen einen Hoehenpunkt der bulgarischen Kunst dieser Zeit dar. Es gelang dem mittelalterlichen Maler, reale Proportionen genau wiederzugeben. Hier erkennt man die Ueberzeugungen der Schule von Tarnovo. Der Maler arbeitete frei, ohne Ruecksicht auf den Kanon, seinem eigenen Interesse und Geschmack folgend. Die Wandmalereien sind reich an antiken Motiven. Sie sind ein Beispiel fuer das erhoehte Interesse an die Antike und ihrer Kultur, das zuerst Anfang des 14. Jahrhunderts in der byzantinischen Hauptstadt erwachte und dann auf die gesamte ostchristliche Kunst erneuernd einwirkte.

   ivanm3_s.jpg (2715 bytes)   ivanm4_s.jpg (2694 bytes)   ivanm5_s.jpg (2965 bytes)   ivanm6_s.jpg (3063 bytes)

 

Das Biosphaerenreservat “Srebarna”

Es befindet sich an der Donau, 16 km von Silistra. Der See ist eine der interessantesten und typischen Feuchtgebiete in Europa mit aussergewoehnlich reicher Flora und Fauna. Von groesstem Interesse ist aber die Kolonie der Krauskopfpelikane. Im Winter ist Srebarna ein sicherer Zufluchtsort fuer mehrere nordeuropaeische Voegel und seltene Wasservoegel. Hier nistet fast die Haelfte der in Bulgarien anzutreffenden Vogelarten.

sreb1_s.jpg (15962 bytes)

sreb2_s.jpg (3568 bytes)      sreb3_s.jpg (2430 bytes)      sreb4_s.jpg (3878 bytes)

 

Der Nationalpark Pirin

pir1_s.jpg (10147 bytes)

pir2_s.jpg (8078 bytes)

Der Nationalpark Pirin umfasst den hoechsten Teil des Pirigebirges. Die Waelder nehmen 60% seiner Flaeche ein. Die Baeume, die zwischen 280 und 1 000 Jahre alt sind, wurden zu Natursehenswuerdigkeiten erklaert. Die 16 m hohe Bajkuschew-Kiefer ist sogar ueber 1 200 Jahre alt, so alt fast wie der bulgarische Staat. Der Nationalpark Pirin zeichnet sich durch seine aeusserst reiche Flora aus. In der subalpinen und der orophyten Zone wurden ueber 30 endemische Pflanzenarten und 116 seltene und gefaerdete hoehere Pflanzen festgestellt. Die Fauna ist auch mannigfaltig und reich. Es gibt Gemsen, Baeren, Wildkatzen, Rehe, Fuechse, Woelfe. In den unzugaenglichen Felsen nisten Steinadler und Wuergfalken. Die jahrhundertealten Waelder werden von zahlreichen Singvoegeln bewohnt. Sehr gross ist die Zahl von Gletscherseen, Hoehlen, Wasserfaellen und senkrecht abfallende Felswaenden. Das legendaere Piringebirge ist eines der schoensten Bilder, das die bulgarische Natur gemalt hat.

pir3_s.jpg (5133 bytes)      pir4_s.jpg (5021 bytes)      pir5_s.jpg (3631 bytes)