Lebensweise und Kultur

Seit uralten Zeiten war unsere Gegend von verschiedenen Staemmen und Voelkern besiedelt. Ihre Lebensweise und Kultur waren die Grundlage fuer die Ehtstehung der bulgarischen Kultur. Besonders wert ist fuer die Bulgaren die thrakische Kultur, die wertvolle Kunstwerke hinterlassen hat. Ueber bulgarische Lebensweise und Kultur kann man seit der zweiten Haelfte des 7. Jh. sprechen. Sie wurden von den Kulturen Europas, des Vorderen Asiens und der Bevoelkerug der benachbarten Gebiete bewirkt. In den naechsten Jahrhunderten enstand eine reiche bulgarische Kultur mit einem originellen eigenstaendigen Charakter, der das slawische Element eine eigene Praegung verliehen hat. Fuehrend bleibt das Volksstil, das ganz talentvoll von den Meistern weiterentwickelt wird. Ueber die Lebensweise der Bulgaren und ihrer Kultur in den ersten Jahrhunderten nach der Gruendung des Bulgarischen Staates weiss man zu wenig. Davon zeugen nur ethnographische und arheologische Denkmaeler. Mehrere Information ist aus der Wiedergeburtszeit ueberliefert. Damals war Bulgarien unter der osmanischen Fremdherrschaft. Die Unterwerfung Bulgariens durch die Tuerken leitete die dunkelste Phase seiner Geschichte – eine fast fuenf Jahrhunderte andauernde Epoche, in der das Zarenglanz und die Elemente der westeuropaeischen Kultur durchgestrichen sind. Die bulgarische Kultur bleibt nur in den Braeuchen und in der angewandten Kunst lebendig. Starke Impulse erhielt die Volkskunst als ein Ausdruck von nationalen Identitaet; sie erlangte eine einzigartige Bluehte. Die Volksmeister werden nicht von den prunkvollen Waren des Orients beeinflusst. Sie bleiben der funktionalen Bedeutung ihrer Werke, die unbedigt mit der bulgarischen Lebensweise verbunden sind, treu. Die Bulgarin schafft ihre Kunst nach nichtgeschriebenen Gesetzen der Schoenheit. Sie bestickt Muster und Forme, die von ihrer Muter oder Grossmuter hinterlassen sind und die sie nach ihrem eigenen Geschmack und eigenen Beduerfnissen weiterentwickelt. Die Volkslebensweise und die Volkskunst waren die maechtigsten Mittel zur Bewahrung des nationalen Bewustseins der Bulgaren.

Seit Anfang des 17. Jh. traten wesentliche Veraenderungen in dem osmanischen Imperium. Es ging allmaehlich zum Verfall. Das fuehrte gleichzeitig einen wirtschaftlichen Aufschwung und zugleich Bluete der bulgarischen Kultur und Kunst herbei. Die Bulgaren nahmen an allen Bereichen des oekonomischen und Kulturlebens teil. Sie sind Haendler und gehoeren zu den besten Erzeuger auf dem Balkanhalbinsel. Sie sind einen der groessten Hesteller von Rosenoel in der Welt.

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Die Rosenoelherrstellung gehoert zu den aeltesten Handwerken in Bulgarien. Durch Wasserdestilation mit der Hilfe von Spezialanlagen wird von der oelhaltigen Rose Rosenoel und Rosenwasser bekommen. Bulgarien gehoert zu den groessten Ausfurlaendern vom Rosenoel seit dem XVII Jahrhundert. Im Rosental werden 80% der Weltproduktion an Rosenoel herrgestellt. 1 kg Rosenoel wird aus 3,5 t Blueten gewonnen und kostet wie 1 kg Gold. Das bulgarische Rosenoel ist ein wichtiger Bestandteil der Erzeugnisse der renommiertesten Parfuemfirmen der Welt.

med1_s.jpg (3866 bytes)     shev3_s.jpg (11144 bytes)     kil1_s.jpg (3649 bytes) Das Kupferschmiedehandwerk(ìåäåí ñúä) wurde entwickelt. Es weden grosse Kupfergefaesse hergestellt und im Orient und Egypten verkauft. Es werden weitere Eisenschmiedehandweke(ñâåùíèê) entwickelt. Die Herrstellung der bulgarischen Teppiche(êèëèì) hat eine viele Jahrhunderte lange Geschichte.

In der Epoche der Wiedergeburtszeit Bulgariens erreicht diese Produktion ihre Bluetezeit. Der hohe aestetische Wert der Teppiche begruendet sich einerseits auf ihre Funktion und, andererseits – auf ihren aestetisch-kuenstlerischen Wert: Material, Fertigungstechnik, Ornamente, Komposition und Farbgebung, die als Gesamtheit vollkommen harmonieren. Bedeutende Zentren in der Vergangenheit waren Tschiprowzi und Kotel. Zwischen den Teppichen aus Kotel und Tschiprowzi kann man wesentliche Unterschiede feststellen. Bei der Fertigung beider Teppicharten wird hochwertige Schafswolle verwendet. Es handelt sich um Handarbeit auf vertikalen Webstuehlen, von denen diese in Kotel eine einfache Konstruktion haben. Bei den Tschiprowski-Teppiche(÷èïðîâñêè) werden die Motive auf der Grundlage des Dreiecks kombiniert. Das Kompositionsschema besteht aus einem Feld mit 1 bis 3 Bordueren.. Die am meisten verwendeten Farben sind gelb, rot, schwarz, gruen, okker und weiss, wobei das Rote dominiert. Bei den Kotel-Teppichen(êîòëåíñêè) ueberwiegen geometrische Ornamente; darstellende wie Vasen mit Blumen, Rosen, Zwege, Voegel. Die am meisten verwendeten Farben sind blau, gruen, rot und violett, seltener hellblau, hellgruen und ocker. Wesensmerkmal der Teppiche ist, dass eine vollendete Harmonie zwischen Material, Form, Inhalt und Funktion erzielt wird. Sie haben einen betont spezifischen bulgarischen Stil.

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Die Kultur der nationalen Wiedergeburt ist eine staedtische Kultur. Der allgemeine wirtschaftliche und politische Aufschwung zeichnete sich vorwiegend im Erscheinungsbild der Staedte ab. Die Zunahme des bulgarischen Anteils ihrer Bevoelkerung veraenderte weitgehend ihren Charakter. Zu grossen Staedten sind einige Bergdoerfer geworden wie Bansko, Sheravna, Kopriwstiza usw., wo sich Gewerbe und Handel neben einem regen geistigen Leben entwickelten. Ihre Wohnhaeuser zeigten neue Bautypen und Architektur, die auf beachtlichen und staendig wachsenden Wohlstand hindeuteten. (Âðúçêà ñ ORTSCHAFTEN DER WIEDERGEBURTSZEIT)

Die Bildung und die Kultur sind in den bulgarischen Kloestern ( âðúçêà ñ áúëãàðñêèòå ìàíàñòèðè)konzentriert. Mitte des 18. Jahrhunderts auf den Waenden der Klosterkirchen erschienen die ersten Ikonenmalereien(èêîíè) und Inschriften mit den Namen von Malern, Holzschnitzern und Baumeistern. Zu dieser Zeit konnte man schon drei Schulen in der Malerei unterscheiden: die von Trjavna, von Samokov und von Bansko, die jedoch nicht verschiedene kuenstlerische Prinzipien vertraten, sondern eher Zentren fuer die begabtesten Maler der Zeit waren.

In den bulgarischen Kloestern sind einmalige Beweise von dem Aufstieg noch einer anderen Kunstgattung erhalten geblieben: von der Holzschnitzerei(äúðâîðåçáà), deren Aufschwung zur Zeit der Nationalen Wiedergeburt kein Zufall ist.

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Zu dieser Zeit erleben die bulgarische Weberei und Stickerei ihre Bluetezeit. Diese Kunst war vor allem Betaetigungssphaere der bulgarischen Frau. Bis Anfang unseres Jahrhunderts stand in jedem Haus ein Webstuhl, auf dem die Bulgarin alles an Gewebtem fuer die Familie herstellte.

Aus dieser Periode stammen die aelteseten und gegenwaertigen Muster, die die Grundlage der gegenwaertigen Stickerei bilden. In der Vergangenheit fand sie ausschliesslich als Zierwerk an Frauenhemden – selten bei Herrenhemden und Kostuemen-, Schuerzen, Guerteln, Kopftuechern, Struempfen, Handtuechern u. a. Verwendung. Mit gleicher Praezision erfolgte die Fertigung ein- und zweseitiger Stickerei. Im Laufe der Zeit wurden Inhalts- und Formenreichtum der Ornamente staendig erweitert und vervollkommnet. Die Farben sind ein besonders stark emotionell wirkender Bestandteil. Sie hatten die Bedeutung von Symbolen mit Schutzwirkung. So war man ueberzeugt, dass das Rot vor boesen Augen schuetzt, deshalb die rote Farbe dominiert in der bulgarischen Stickerei.

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Das Nationalkostuem ist im hoechsten Mass Ausdruck der bulgarischen Lebensweise und Kultur. Es begleitet den Menschen in seinem Leben ununterbrochen. Dieser Umstand hat fuer seine Herausbildung doppelseitige Bedeutung. Einerseits finden in ihm alle Eigenarten der Lebensweise des Volkes Ausdruck - Gewerbearten, spezifische Feste und Braeuche, die soziale und Klassenstruktur. Auf Grund dessen entstehen verschiedene Kostueme: Arbeitskleidung, Festgewand, kultische und altersbedingte Kleidung. Andererseits weisen die Besonderheiten der Kleidung auf die konkrete soziale Zugehoerigkeit des Besitzers hin. Der Hauptbestandteil des Nationalkostuem ist das weisse lange Hemd mit langen Aermeln. Darueber wird verschiedene nach Gewebe, Form und Verzierung Oberkleidung angezogen.

Nach der Art der Oberkleidung unterscheidet man 4 Gruppen Frauentrachten: mit einer Schuerze, mit zwei Schuerzen, mit Traegerrock und mit ”Saja”. Nach dem Schnitt und der Farbe gibt es zwei Arte Maennertrachten: weissfarbige und schwarzfarbige. Jedes ethnographische Gebiet hat seine eigene Arbeits-, Fest und Hochzeitskleidung.

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Das Nationalkostuem ist mit Stickerei, Besatzband und Aplikation reich verziert. Die Agraffen, die Halsketten und die Armreifen sind Meisterwerke der bulgarischen Volkskunst. Jeder Bestandteil der bulgarischen Nationaltracht ist ein Kunstwerk, das mit den anderen Teilen ganz gut harmoniert.

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Die Volksmusik, das Volkslied und die bulgarischen Volkstaenze gehoeren zum Kulturerbe auf dem Gebiet des geistigen Lebens des bulgarischen Volkes. Die Anfertigung von Musikinstrumenten der bulgarischen Folklore ist auch eine Kunstart. Sie sind Saiten-, Schlag- und Blasinstrumente nach der Tonbildung. Die meisten kann man nur in Bulgarien treffen. Deren Meister waren die Musikante.
Das bulgarische Volkslied ist eine muendliche Ueberlieferung der sozialen, politischen und Sittengeschichte, der Bestrebungen unseres Volkes in einer bestimmten historischen Periode. Nach seiner Melodie und Rhytmus ist es mannigfaltig. Die meisten Lieder sind mit bestimmten Braeuchen verbunden. Bulgarien ist mit seinen Volksliedern und Folkloreensembles in der ganzen Welt beruehmt. Die “Kosmischen Stimmen” , “Das Misterium der bulgarischen Stimmen”, das Folkloreensamble”Pirin” sind weit ueber die Grenzen Bulgariens bekannt.
Sie koennen hier schnappen um ein bulgarisches Volkslied hoeren.

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Die Volkstaenze sind choreographische Werke, die in den Jahrhunderten entstanden sind. Sie sind Gruppentaenze. Sie werden entweder in einem Kreis, oder in Form einer Kette getanzt. Der Volkstanz geht vorwiegend nach rechts. Die Bewegungen sind bei den Fuessen. Die meisten Taenze sind mit Musikbegleitung. Nach dem Rhytmus und Schritten gibt es einige Volkstaenze: Horo-Reigen, “ Pajduschko”, Ratscheniza usw.
Sie koennen hier schnappen um Begleitemusik eines Volkstanzes zu hoeren.

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