Di. 12. Oktober 1999

 

David Kilcher: Der 16-jährige Schüler aus Dornach konnte sich im grössten internationalen Internet-Wettbewerb für den Halbfinal qualifizieren.<BR>Foto Dominik Plüss<BR>


David Kilcher: Der 16-jährige Schüler aus Dornach konnte sich im grössten internationalen Internet-Wettbewerb für den Halbfinal qualifizieren.
Foto Dominik Plüss


 

Dorneck / Th. / L.
Es winken Preise von 1 Mio. Dollar  

Der 16-jährige Schüler David Kilcher aus Dornach hat sich im grössten internationalen Schülerwettbewerb im Internet für den Halbfinal qualifiziert. Es winken Preise in der Höhe von insgesamt einer Million Dollar.

Duggingen/Dornach. bea. Als der 16-jährige David Kilcher aus Dornach vor ein paar Tagen seine E-Mails las, machte er Freudensprünge. Er hat sich mit seiner selbst kreierten Webseite im grossen internationalen Wettbewerb «ThinkQuest» von insgesamt 2500 eingereichten Arbeiten aus 75 Ländern für den Halbfinal qualifiziert. Die Organisatoren halten für die Schüler, welche zwischen 12 und 19 Jahre alt sind, Stipendien und Geldbeträge von insgesamt einer Million Dollar bereit.

Sommerferien vor dem Computer

David Kilcher ist sich heute sicher, dass es sich gelohnt hat, die Sommerferien anstatt im Schwimmbad hinter dem Bildschirm zu verbringen. Während eines halben Jahres hat er in seiner Freizeit zusammen mit seinem Teamfreund Niccolo Dalla Palma aus Mailand an der Webseite gearbeitet. Es war Bedingung, ein internationales Team zu bilden. Wie David berichtet, erlebte er dies nebst der Themenwahl als die schwierigste Aufgabe. Es habe gedauert, bis er in Niccolo Dalla Palma aus Mailand in Italien seinen Partner gefunden habe. «Wir haben beide sehr verschiedene Interessen.» Als die Zeit drängte, hätten sie sich dann auf das Thema Radiologie geeinigt, sagt David, der die Steiner-Schule Birseck besucht. Über die Netz-Beziehung zwischen David und Niccolo staunt Coach Martin Renz aus Dornach noch heute: «Es ist faszinierend, wie die beiden ohne sich zu kennen aus der Ferne am selben Projekt arbeiteten.» Er habe mit Niccolo per E-Mail kommuniziert, erklärt David. In der elektronischen Post hätten sie jeweils vereinbart, wer bis wann was erledige. Fortlaufend seien die Teile zu einem Puzzle zusammengesetzt und miteinander verknüpft worden.
Vom Internet-Virus angesteckt zeigt sich auch Martin Renz. «Als Coach von David und Niccolo war ich als Privatmann engagiert. Ich habe mir aber bereits überlegt, ein paar meiner Schüler für den nächsten, fünften <ThinkQuest>-Wettbewerb zu motivieren und als Lehrer mitzumachen.» So hat Renz etwa bei David und Niccolo einen überdurchschnittlichen Lerneifer festgestellt: «Die beiden haben nicht nur im Selbststudium das Programmieren am PC erlernt, sondern hatten auch die englische Sprache im Schnellzugstempo intus.» Renz unterrichtet an der Allgemeinen Gewerbeschule sowie an der Technikerschule Elektronik, Automation in Basel.
«ThinkQuest» ist der grösste internationale Schülerwettbewerb im Internet und ist eine amerikanische Idee, die von der Non-Profit-Organisation Advanced Network & Services in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Förderprogramm «Schulen ans Netz» entwickelt wurde. Die Deutsche Telekom etwa unterstützt die Bestrebungen mit 100 Millionen Mark.
Gefördert wird das Internet auch im Kanton Baselland, wie Martin Leuenberger, Direktionssekretär des Erziehungsdepartementes versichert. Internet werde seit einem Jahr in den Schulalltag integriert.

Final in Los Angeles

Die ThinkQuest-Finalisten werden für den 22. November nach Los Angeles eingeladen. In der Schweiz hatte das Migros-Kulturprozent das Patronat für den Wettbewerb übernommen. Wie Migros-Sprecher Dominik Landwehr erklärt, führte der Migros-Bund parallel zur internationalen eine nationale Ausscheidung durch. 300 Schweizer hatten ihre Internetseiten eingereicht; 34 erreichten den Halbfinal. Für den internationalen ThinkQuest-Halbfinal haben sich nebst dem Dornacher David Kilcher elf weitere Schweizer qualifiziert.