Kernspintomographie
Das magnetische
Auge der Medizin
Seit der Entdeckung
durch F. Bloch und E. Purcell im Jahre 1946 finden die magnetischen
Kernresonanzverfahren unter ständiger Weiterentwicklung in der Chemie
und der Physik Verwendung. Sie werden hauptsächlich eingesetzt für die
Aufklärung der Molekularstrukturen.
Technische Verbesserungen
erhöhen Auflösung und Empfindlichkeit der Methode. Seit 1972 sind Techniken
in Entwicklung, die eine räumliche Zuordnung der Kernresonanzsignale
innerhalb der untersuchten Gewebe und Organe zulassen. Erst die Entwicklung
grosser Magnete ermöglichte es, auch den menschlichen Körper zu erforschen.
Seit über 20 Jahren werden auch komplexe biologische Prozesse am Menschen
erforscht.
Die Funktionsweise
Das Magnetic
Resonance Imaging (MRI) ist ein bildgebendes Verfahren,
welches ohne Verwendung von Röntgenstrahlen in jeder beliebigen Richtung
Schnittbilder durch den menschlichen Körper erzeugt. Es beruht auf dem
bildmässigen Erfassen von elektromagnetischen Schwingungen, die von
natürlichen Wasserstoffkernen (Protonen) im menschlichen Körper nach
Ausrichtung in einem statischen Magnetfeld ausgesandt werden.
Protonen sind geladene
Elementarteilchen, ähnlich kleiner Stabmagnete, die sich um ihre eigene
Achse drehen. Werden nun diese kleinen Magnete einer äusseren Radiowelle
von einer bestimmten Frequenz ausgesetzt, so verhalten sie sich wie
kleine Kreisel die seitlich angestossen werden. Die Auslenkung der Protonenachse
wird von der Dauer und Stärke der einwirkenden Radiowellen bestimmt.
Wird diese äussere Einwirkung unterbrochen, so richten sich die Protonen
nach und nach wieder in die feldlinienparallele Ausrichtung des statischen
Magnetfeldes zurück.
Genaue Unterscheidung
Protonen kommen
in Wasssermolekülen, aber auch in anderen chemischen Substanzen wie
Fetten, Proteinen und Kohlenhydraten vor; die Wiederaufrichtungszeit
ihrer Drehachsen hängt somit von ihrem jeweiligen Molekularverband ab.
Die so messbaren gewebsspezifischen t1- und t2
- Zeiten erlauben eine unvergleichlich genaue Unterscheidung verschiedenster
Weichteile.
Da über 80 % des
Volumens eines Menschen aus Weichteilen Besteht, ist die Bedeutung des
MRI für die moderne medizinische Diagnostik offensichtlich. Muskeln,
Sehnen, Bänder, Nerven, Gefässe aber auch unterschiedliche Gewebsverbände
in komplexen Organen wie dem Gehirn, können heute schon auf frühe Anzeichen
einer Erkrankung hin untersucht werden.
Fast alle Körperteile
und Organe lassen sich heute mit dem MRI zuverlässig abbilden; krankhafte
Veränderungen können rasch, komplikationslos und oft besser als mit
herkömmlichen bildgebenden Verfahren diagnostiziert werden.
Am
meisten ist MRI geeignet für..
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Bilder mit freundlicher
Genehmigung von Dr. med. J. Stahl, Homburg/Saar
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1999 Thinkquest Team 27314