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Spiritual und BluesEigentlich beginnt die Geschichte der Rock-/Popmusik bereits im 17. Jahrhundert. Damals war der Boden in Nordamerika, besonders in New Orleans und Memphis, äusserst fruchtbar. Doch um die riesigen Feldern zu beackern wurden sehr viele Arbeiter benötigt, denn es gab noch keine Maschinen. Da die Arbeitskräfte so billig wie möglich sein sollten, kam einer auf die Idee, man könnte die "wilden Schwarzen" aus Afrika, nach Amerika holen und sie als Billigstarbeitskräfte nutzen. Mehr als 250 Jahre lang, fuhren die Schiffe von Amerika zum schwarzen Kontinent, wo skrupellose Männer Jagd auf die friedlichen Einwohner machten. Sie überfielen nachts Dörfer und ketteten arbeitsfähige Männer, Frauen und Kinder aneinander und zwangen sie zu Stunden-, manchmal Tagelangen Märschen bis sie zu den Segelboten kamen, die sie zum anderen Kontinent bringen sollte. Die Weissen nahmen den Schwarzen alles weg! Sie durften weder lesen noch schreiben lernen, man hielt sie sorgfältig vom Leben der Weissen fern. Das Einzige was ihnen blieb, um die Traurigkeit und ihre Sehnsucht nach Freiheit herauszuschreien, waren Songs. Viele der Sklaven wurden Christen und fanden in ihren - streng getrennt von den Weissen - Kirchen Halt, Geborgenheit und Mut, ihr Schicksal zu ertragen. Auf den Feldern begannen sie, die heute sogenannten "Worksongs" zu singen, in den Kirchen die "Spirituals" oder "Gospel" und beim gemeinsamen Nachdenken über das Leben und das Schicksal "Blues"...
JazzDer Blues war zuerst ganz die Musik der Schwarzen, von ihren Sorgen und Ängsten geprägt. Vermischt mit dem Rhytmusgefühl der afrikanischen Musik, dabei wurde der zweite und vierte Ton eines Viervierteltakts betont und nicht so, wie bei einem Marsch, der erste und dritte. Natürlich wollten auch die Weissen diese Musik machen, doch sie hatten nie diese Not, die die Schwarzen zum Blues trieb, gespürt. Die Songs der Weissen waren flach, er wurde zum "Swing", Schlager. Die Schwarzen suchten aber immer neue Ausdrucksformen, für das, was ihnen die Musik bedeutete. Der Jazz, eine Weiterentwicklung des Blues, entstand....
Rhythm 'n' BluesGenau so, wie die Weissen schon den Blues "gestohlen" hatten und die Schwarzen ihn zum Jazz weiterentwickelten, war es auch beim Jazz. Wieder kopierten die Weissen fleissig. Da formulierten die Schwarzen einen neuen Blues-Stil. Diesmal mit härteren Rhythmen, schneller, intensiver und lauter, aber noch immer nach den Regeln des alten Blues. Sie war wieder da, die schwarze, urtümliche Musik! Die weisse Jugend der beginnenden fünfziger Jahren schaute zuerst fast verschämt auf diese neue, wilde, ja "sündige" Musik der Schwarzen. Doch sie war mitreissend - aber schwarz und damit nicht gesellschaftsfähig. Der "Rhythm 'n' Blues" war geboren!!
Rock 'n' Roll (1954-1960)Wie es in der Geschichte schon so oft vorkam, wollten die Weissen auch den "Rhythm
'n' Blues" kopieren. Einen musikalischen Unterschied zwischen Rhythm 'n' Blues und Rock 'n' Roll gibt es kaum. Die Unterschiede liegen auf nichtmusikalischer Ebene: Der Rhythm 'n' Blues wurde von Schwarzen für Schwarze gesungen. Die Themen waren etwa das Gefühl, zu einer nichtgeachteten Minderheit zu gehören, die Blues-Stimmung, usw. Der Rock 'n' Roll richtete sich an weisse Jugendliche und beinhaltete Themen wie Tanzen, Schule, Eltern, usw. Um 1960 gab es allerdings einen Niedergang dieser neuen Musik: "Elvis Presley wandte sich - gedrängt sowohl von seinem
Manager, als auch von seinem Wunsch nach gesellschaftlicher Akzeptanz - mit seiner Musik
der finanzkräftigeren weißen Mittelschicht zu, Chuck Berry landete nach einem
äußerst dubiosen Prozeß im Gefängnis, nachdem er Kontakte zu einer 14-jährigen
Prostituierten unterhalten hatte, Buddy Holly starb bei einem Flugzeugabsturz, Little
Richard fiel in Ungnade als er seine 13jährige Cousine heiratete. Im sogenannten
"Payola"-Skandal kam zutage, daß Disk-Jockeys mit Geld, Sex, Autos und
Luxusgütern von den Plattenfirmen bestochen worden waren, um bestimmte Rock 'n'
Roll-Titel zu spielen, was die gesamte Musikrichtung in ein schlechtes Licht rückte.
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Britisch Beat oder europäischer Rock (1962-1969)Nachdem der Rock 'n' Roll 1960 unterging, kam 1962 eine Band aus Liverpool die einen neuen Musikstil brachte. Die Beatles mischten die englische Hausmusik, auch "Skiffle" genannt, mit dem R & B Sound und typischen Melodieführungen aus Europa. Nach den "Beatles" kamen auch "The Rolling Stones" und "The Who". Sie machten Songs wie "Satisfaction" und "My Generation", indenen sie den bisher nur in der schwarzen Musik ausgedrückten Protest gegen die Erwachsenen auslegten. Die Einen nennen es "Britisch Beat", die andere nennen es den "europäischen Rock". Beim Rock werden die Texte wichtig, es ist nicht mehr nur eine Musikart, sonder eine Weltanschauung. Das Schlagwort "Rock" steht für Jugend, Protest gegen Krieg und Unterdrückung, Freiheit, Frieden, Unabhängigkeit. In riesigen Open-Air-Festivals in Monterey, Woodstock und Alamont wurde erstmals dem neuen Gemeinschaftsgefühl Ausdruck verliehen. Durch den Einfluss anderer Musikarten entstand Classic Rock, Folk-Rock, Raga Rock (indische Musik), Jazz-Rock. Durch den Einfluss der Technik (Verfeinerung des Synthesizers) entstand Electronic Rock. Psychedelic Rock und Punk entstand durch die Einflüsse von Lebenshaltungen. Weitere Musikarten sind Glam- und Hard-Rock.
Beim Newport-Folk-Festival 1965 trat Bob Dylan, bis dahin die Leitfigur der amerikanischen Folksongbewegung, erstmals mit einer elektro Gitarre auf. Viele fanatische Folkanhänger reagierten empört, doch sie blieben in der Minderheit. Mit den Byrds, setzte sich der Folk-Rock in Amerika bei einem Massenpublikum durch. Was für den Folksong von jeher entscheidend war, dass der Text gleichwertig neben der Musik oder auch über ihr stand, galt auch für den Folkrock. (Keep on rockin' S.66) Zurück zum Seitenanfang | Zurück zum Britisch Beat
Jazz Rock Der Jazz-Rock wird auch Fusion genannt. Graham Bond gründete im Jahre 1963 ein Trio mit Ginger Baker und Jack Bruce. Sie
spielten zusammen mit jungen, talentierten Musikern. Anfang der 90er Jahre tauchte eine neue Fusionmusik auf, eine Mischung aus Rap und Jazz. Man nennt ihn auch Jazz-Rap. Vertreter dieser Musik sind zum Beispiel die Gruppe "Massive Attack" und Ronny Jordan, wobei man die Ersteren auch als TripHop-Band, bezeichnet. Zurück zum Seitenanfang | Zurück zum Britisch Beat
Psychedelic Rock (ca. 1967-1969) Psychedelic Rock, auch Acid Rock genannt, entstand 1965 in San Francisco wo sich die Hippies niedergelassen hatten. Hippie kommt vom englischen Wort "hip" her, das soviel wie bürgerlich, konservativ und spiessig bedeutet. "Der Aggression und Brutalität der amerikanischen Gesellschaft und der ständigen Möglichkeit der atomaren Selbstzerstörung setzten die Hippies ihre Werte entgegen: Ehrfurcht vor dem Leben, Liebe, Hingabe, Pazifismus, Anarchismus und Besitzlosigkeit. Haltung und Kleidung waren als Protest gegen den Allenthalben propagierten Sauberkeitssinn bewusst vernachlässigt; die Leistungsgesellschaft wurde abgelehnt: Man setzte sich in die Sonne, musizierte, diskutierte und arbeitete nur, wenn man unbedingt Geld brauchte. Von anderen Protestbewegungen der Jugend unterschieden sich die Hippies durch ihren Rückzug auf Innerlichkeit, Musik und Meditation und ihre Neigung zu "bewustseinerweiternden" Drogen." (Keep on rockin' S.59) LSD, Marihuana und andere Drogen waren noch legal und überall erhältlich. Der
Genus von "leichten" Drogen konnte offen propagiert werden. Psychedelic Rock heisst verzerrte Gitarren mit Effekten wie Wah-Wah und Flanger, die auch beim Keyboard benutzt werden. Psychedelischer Rock basiert auf langen Soli und Improvisationen. Die Musik ist in hohem Mass von halluzinierenden Erlebnissen mit LSD inspiriert. Zurück zum Seitenanfang | Zurück zum Britisch Beat
Punk (1976-ca. 1978) Punk entstand eigentlich durch den in Amerika entstandenen Indie- oder Garage-Rock:
Jeder Jugendliche der eine Garage und eine elektronische Gitarre besass konnte diese Musik
machen. Die Stücke waren kurz und wurden nur mit wenigen Akkorden begleitet. Das
Wichtigste beim Indie war die vollaufgedrehte Lautstärke. Man verfuhr nach der Devise: Je
lauter, desto besser! Diese Punkwelle ging aber, sowohl in den USA als auch in England, bald zuende. Statt dessen fing man an vom "New Wave" (1976 bis Anfang 80er) zu sprechen, eine verfeinerte Version des Punk. Es waren kurze Popstücke mit Energie und Tempo. Vertreter dieser Musik sind "Devo" und "Pere Ubu" Die englische Punkszene war von Bedeutung für die
neue Indieszene in Amerika. Ende der 80er Jahre wurde Garage-Rock zu Grunge. Man mischte
den englischen Punk mit dem Metal. Die neu entstandenen Punk-Metal Mischungen hatten weder
mit dem Stadion-Rock von "Guns 'n' Roses"oder "Led
Zeppelin", noch mit Punkgruppen wie "Sexpistols" viel zu tun.
Der Chef des Independent-Labels SubPop, David Poneman, hängte dieser Neuproduktion das
Etikett "Grunge" an. Zurück zum Seitenanfang | Zurück zum Britisch Beat
Glam-Rock (ca. 1969-1976) Glam-Rock entstand Ende der 60er Jahre in England und ist eine Abkürzung für Glamour-Rock. Hier kommt es vor allem auf den äusseren Schein an: Make-up, schrille Frisuren und Klamotten gehören bei den Glam-Rockern dazu. Musikalisch beinhaltet der Glam-Rock die alten Teenagerthemen des Rock 'n' Rolls. Wichtige Vertreter dieser Musik sind T-Rex und David Bowie. Zurück zum Seitenanfang | Zurück zum Britisch Beat
Hard Rock Die Hardrock-Musiker führten die Musik von "The Who" und den "Rolling Stones" weiter, allerdings in erhöhter Lautstärke und stark verzerrten Gitarren. Und durch die Gitarrentechnik von Jimi Hendrix entstanden immer mehr experimentierfreudige Gruppen, bis sich Mitte der 70er Jahre der Sound zum Heavy Metal entwickelte. Wichtige Vertreter des Hardrocks waren in den 60er Jahren die Gruppen "Led Zeppelin", "Deep Purple" und "Black Sabbath", in den 70er "Kiss" und "Judas Priest" und in den 80 und 90er "Bad Religion", "Metallica", "Slayer" und "Guns 'n' Roses". Zurück zum Seitenanfang | Zurück zum Britisch Beat
Der Rap entstand offiziell 1979 in New York, als die Gruppe "Sugar Hill Gang" eine der ersten Rap-LPs "Rappers Delight", einspielte. Die musikalischen Prinzipen des Rap waren schon festgelegt, man benutze Samplings aus den Funk, Soul und R 'n' B Platten der 60er und 70er Jahre. Der Rhythmus wurde entweder gesampelt oder auf Drummaschinen programmiert. Später bürgerte sicher der Begriff "HipHop" anstelle von Rap ein. HipHop ist die Gattung, Breakdance, sein Tanzstil und Graffitis sind sein visueller Ausdruck. In den Texten ging es angfangs um heisse Frauen, grosse Autos, teure Goldketten und allgemeine Angeberei. Der kommerzielle Durchbruch war 1986 als RunDMC mit Aerosmith eine Rapversion von der alten Aerosmith-Nummer "Walk this Way" machten. Anfang der 80er Jahre allerdings, angagierte der Rap sich zunehmend sozial und politisch, und die Texte griffen Themen wie Diskriminierung, Bandenkriege, soziales Elend, politische Bewusstwerdung und schwarzes Bewusstsein auf. Der Gangsta Rap entstand Anfang der 80 Jahre in Los Angeles. Er beschrieb den brutalen
Verfall des Lebens im Ghetto mit seiner Bandengewalt und Kriminalität, mit Mord,
Waffenbesitz und Polizeischikanen. Und zu dieser Zeit begannen die Rapper auch zu experimentieren und weniger samplings zu benutzen. Der Rap begannen auch andere Musikstile Miteinbeziehen. Zum Beispiel Jazz. Dieser Rap ist sanfter und folgt mehr der Melodie als dem Rhythmus. Triphop, mit seiner langsamen, schleppenden Instrumentalmusik, wird auch Ambiente-HipHop genannt. Triphop gründet sich zwar auf den amerikanischen Rap, wird aber von europäischen Intellektuellen mit einem Hang zum Haschisch gespielt. Wichtige Vertreter des Rap sind "Public Enemy", "RunDMC", "Cypress Hill" und "Ice-T". Zurück zum Seitenanfang | Zurück zum Britisch Beat | Zurück zum Jazz-Rock
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© by Jens Goldmann und Cornelia Brunner |