Geschichte
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Curling ist ein uralter schottischer Nationalsport. Wann man damit begann, auf dem Eis mit Steinen in der Gegend herum zu werfen ist nicht genau bekannt. Aber im Smith Institute von Stirling ist ein Stein mit der eingravierten Jahreszahl 1511 zu bewundern. Der erste schriftliche Bericht über ein Curlingspiel zweier geistlicher Herren stammt aus der Paisley-Abtei bei Glasgow und ist mit Februar 1541 datiert. Ein Mr. James Gall liess 1620 auf seinem Grabstein in Perth vermerken, dass er ein grosser Freund des Curlingsports gewesen sei. Im alten Schottland gab es
viele Steine und wenig Brot. Das Ganz allmählich näherte sich die Form des Steines der heute üblichen an, man nannte sie Boulders, versah sie mit einem Griff und rundete sie ab. Obwohl es von Anfang an klar war, dass von Standpunkt A ein Ziel B zu treffen war und man dabei schon einmal einen gegnerischen Stein wegzuschiessen hatte, gab es doch keine präzisen Regeln, insbesondere was die Länge der Bahn oder den Umfang und das Gewicht der Steine betraf. Deshalb tauchten im 18. Jahrhundert kurzfristig wahre "Brocken" auf, welche, einmal im Ziel, jedem Beschuss standhielten. Der Grösste unter ihnen ist der "Jubilee Stone" mit dem stattlichen Gewicht von 58.5 Kilo. Damit wäre Curling ein Sport für ausgewachsene Schwergewichtler geworden und am eigenen Gigantismus erstickt. Glücklicherweise nahm die Entwicklung einen anderen Verlauf.
Am viel besungenen, landschaftlich reizvollen aber historisch unheilschwangeren Loch Leven (auf der Inselfestung wurde Maria Stuart vor ihrer Flucht nach England gefangengehalten) wurde in Kinross 1668 der erste Curlingclub der Welt gegründet, 1838 mit dem Grand Caledonian Curling Club der erste nationale Verband. 1843 erhielt dieser Club von Königin Victoria das Privileg, sich königlich nennen zu dürfen. Erster Schirmherr des Royal Caledonian Curling Clubs war Prinzgemahl Albert aus dem Hause Sachsen Coburg Gotha, also ein Deutscher. Der Royal Caledonian Curling Club wurde zum Mutterclub aller Curler und fungierte als Weltverband, bis am 1. April 1966 in Vancouver die ICF (seit 1991 WCF = World Curling Federation) gegründet wurde. Damen sind heute eine Selbstverständlichkeit im Curling. So hat der deutsche Curlingverband seine grössten Erfolge den Curlerinnen zu verdanken. Es wird dem Chronisten ewig schleierhaft bleiben, warum weibliche Sportler in den Medien immer als "Frauen", ganz selten aber als "Damen" bezeichnet werden. Dabei war die erste namentlich bekannte Curlerin eine waschechte Gräfin, die Countess Eglinton, die 1860 mit Steinen spielte, in die ihre Initialen eingraviert waren. Also, wenn das nicht ladylike ist! Das "Dumfries Weekly Journal" berichtete bereits am 1. Januar 1823 von einem Damenturnier. Der erste reine Damenclub wurde 1895 in der Provinz Five gegründet und nannte sich ausgerechnet "Hercules". 1900 folgte der Ladies Montreal Curling Club in Kanada, und einer schottischen Herrenmannschaft wurde 1902 von eben jenen Damen aus Montreal auf einer Kanada-Tour eine Lektion erteilt. 1979, zwanzig Jahre nach den Herren, erhielten die Damen ihre eigene Weltmeisterschaft. |
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