|
Rink

top
Sliding
Delivery
Zuerst eine kleine Bemerkung:
so banal es auch klingen mag, der Stein wird im Prinzip nicht mit der
Hand, sondern mit dem Bein ins Ziel befördert. Denn man stösst sich mit
dem rechtem Bein (Linkshänder mit dem linkem Bein) vom Hack ab. Der
Arm wird nur zur eventuellen Richtungskorrektur eingesetzt.
Rechtshänder sliden mit
auf dem linken Fuss und strecken das rechte Bein gegen hinten aus (siehe
Bilder). Bei Linkshändern ist es gerade andersrum.
Ein Rechtshänder hält
mit der rechten Hand den Stein, während er sich mit der linken auf
den Besen abstützt. So kann er die Balance besser bewahren.
Die Sliding Delivery ist in
verschieden Phasen unterteilt:
- Ins Hack stehen
- sich auf den Besen des Skips ausrichten
- den Stein in die Hand nehmen
- den korrekten Handle wählen
- ein bisschen Richtung Besen gehen
- aufrichten
- Rückwärtsbewegung
- aus dem Hack abstossen
- den Stein drehen und loslassen
Das war eine extrem vereinfachte
Beschreibung einer Sliding Delivery. In Wahrheit ist die Sliding Delivery
ein hochkomplexer Vorgang, ähnlich dem Swing im Golf.
Man braucht viele Jahre, bis man eine (fast) perfekte Slliding Delivery
beherrscht.

top
Der
Curl
Ein Curlingstein hat auf
seiner Unterseite einen Hohlschliff. Durch diesen Hohlschliff kann der
Stein, wenn er in eine Drehung versetzt wird, eine Kurve beschreiben.
Dieser Kurve sagt man "Curl". Je nach Beschaffenheit des Eises "curlt"
ein Stein mehr oder weniger, d.h. er macht eine kleinere oder grössere
Kurve. Der Curl setzt meistens im letzten Drittel eines Steinweges ein.
Ein langsamer Stein curlt auf einer Rinklänge mehr als ein schneller.
Erst durch den Curl wird Curling taktisch interessant, so kann man zum
Beispiel erst durch den Curl um einen anderen Stein herumspielen.
top
Wischen
Durch Wischen wird auf dem
Eis ein dünner Eisfilm erzeugt. Der Stein kann darauf reibungsloser gleiten,
d.h. er nimmt weniger an Geschwindigkeit ab. Somit legt er einen längeren
Weg zurück. Beispielsszenario: Der Spieler sollte den Stein eigentlich
ins Haus spielen, gibt ihn aber viel zu langsam ab. So langsam, dass er
etwa zwei Meter vor dem Haus zu liegen käme. Der Skip gibt nun den Wischern
das Kommando, den Stein zu wischen. Wenn sie mit genug Kraft wischen,
bleibt der Stein am Ende im Haus stehen. Die Geschwindigkeitskorrektur
ist aber nur die eine Wirkung des Wischens. Die andere ist die Unterdrückung
des Curls. Durch starke Wischbewegungen kann man einen Stein schnurgerade
halten. Das heisst, wenn ein Spieler eigentlich um einen anderen Stein
herumspielen sollte, er aber den Stein so abgibt, dass der Spielstein
den anderen Stein berühren würde (vgl. Curl) kann man den Stein so wischen,
dass er nicht curlt, d.h. er läuft geradeaus. Somit würde der Spielstein
eventuell doch um den anderen Stein gehen.
top
Verschiedene
Spielmöglichkeiten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten
einen Stein zu spielen. Diese Möglichkeiten nennt man einfach "Stein".
Dieser Begriff ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Stein als materielles
Objekt. Man kann folgende "Steine" in einem Spiel anwenden:
| Draw: |
Ein langsamer
Stein, der das Ziel hat, im Haus stehen zu bleiben.  |
| Guard: |
Ein Stein,
der vor dem Haus stehen bleibt, und dabei die Aufgabe hat, einen anderen
Stein abzudecken (engl. to guard = beschützen)  |
| Freeze: |
Bei diesem
Stein, spielt man den Stein vor einen im Haus liegenden Stein. Und
zwar so, dass dieser den im Haus liegenden Stein berührt, aber nicht
verschiebt. Dieser Stein hat den Vorteil, dass man den vorderen Stein
nicht wegspielen kann, ohne den hinteren Stein auch aus dem Spiel
zu nehmen. |
| Take-Out: |
Ein schneller
Stein, bei dem ein Stein, der bereits im Spiel ist, aus dem Spiel
befördert wird und dann selber stehen bleibt. Gibt es auch in den
Varianten: Double-Take-out (Zwei Steine werden aus dem Spiel befördert),
Triple-Take-Out (drei Steine werden aus dem Spiel befördert) und so
weiter.  |
| Tap-Back: |
Wird auch
Promotion genannt. Eine Art des Take-Outs. Wird eher langsam gespielt.
Der Spielstein stösst dabei eine Guard ins Haus und übernimmt dann
selber die Rolle der Guard  |
| Wick: |
1) Ein langsamer
Take-Out, der eine Guard "spaltet". Beide Steine rollen dann ins Haus.
2) Ein Tap-Back der eine Guard hinter eine andere Guard ins Haus befördert,
dabei aber selber aus dem Spiel geht.  |
| |
|
top
In
/ Out-Handle
Als Handle bezeichnet man
die Drehung des Steins. Durch den Handle curlt ein Stein. Man unterscheidet
zwischen In und Out-Handle. Beim Rechtshänder dreht ein In-Handle
gegen rechts und ein Out-Handle gegen links. Beim Linkshänder ist
es gerade umgekehrt.

top
Aufgabe
des Skips
Der Skip kontrolliert
das Spiel. Er entscheidet, wie gespielt wird (siehe "Verschiedene
Spielmöglichkeiten"). Jeder Stein (Take-Out, Draw, ...) hat
eine taktische Bedeutung. Wenn der Skip defensiv spielen will, lässt
er fast nut Take-Outs und Draws spielen.
Da das Spielfeld sehr gross ist, verständigt sich der Skip mit seinen
Spielern per Handzeichen.
Will der Skip
zum Beispiel einen Draw spielen, gibt er dem Spieler das Zeichen für
Draw. Danach "berechnet" er, wie fest ein Stein curlt. Er nimmt
diese Abweichung und stellt seinen Besen soviel neben das Ziel. Will er
zum Beispiel, dass der Stein genau in der Mitte des Hauses (Dolly) zu
stehen kommt, und er nimmt an, dass der Stein 100 Centimeter curlen wird,
so stellt er den Besen 100 Centimeter neben das Dolly (siehe auch Bild
1).
Der Spieler macht
sich nun bereit und gibt den Stein in Richtung des Besens ab. Wenn Richtung
und Länge stimmen, kommt der Stein am richtigen Ort an.
Zudem gibt der
Skip auch die Wischkommandos.

top
|