Sonne

Die Sonne ist der wichtigste Himmelskörper, ohne den kein Leben auf der Erde möglich wäre. Ohne den ständigen Fluß von Sonnenenergie wäre die Erde eine tote, vor Kälte starrende Gesteinskugel mit einer durchschnittlichen Temperatur um minus 270 Grad Celsius. Die Sonne strahlt jedoch bereits seit mehreren Milliarden Jahren, vor allein in Form von sichtba-rem Licht, unvorstellbare Energiemengen auf die Erde. Die gesammelte Sonnenenergie würde ausreichen, alles Wasser der Erdoberfläche, also alle Ozeane, Eisberge, Flüsse und Seen innerhalb von nur 10 Sekunden zu verdampfen! Wegen der großen Entfernung zwi-schen Erde und Sonne erreicht die Erde aber tatsächlich nur ein halbes Milliardstel der Son-nenstrahlung, was immer noch jährlich 1,5 Trillionen kWh entspricht! Die Sonne ist der der Erde nächstgelegene Stern. Genau wie alle anderen Fixsterne, die er-heblich weiter von der Erde entfernt sind, erzeugt sie Energie und leuchtet selbst. Im Ver-gleich zu den anderen Sternen gehört sie zu den unscheinbaren, kleineren Vertretern, durch-schnittlich nur was ihre Masse, ihre Leuchtkraft und ihre Energieerzeugung betrifft. Alle ande-ren hellen Sterne am Himmel, die wir gut mit bloßem Auge sehen können, sind deutlich, ja teilweise sogar ganz erheblich größer und leuchtstärker als sie . Im Vergleich zur Erde sind die Dimensionen der Sonne dennoch gewaltig. Ihre Energie er-zeugt die Sonne vermutlich durch den Prozeß der Kernfusion in ihrem Inneren. Dort müssen eine Temperatur von etwa 16 Millionen Grad und ein Druck von etwa 200 Milliarden Atmo-sphären herrschen. Unter solchen Bedingungen verschmelzen Wasserstoffatome, die den Hauptbestandteil der Sonne ausmachen, zu Helium, wobei ein winziger Teil der Masse direkt nach der berühmten Formel von Albert Einstein: Energie = Masse x Lichtgeschwindigkeit ins Quadrat (E = mc2) in Energie umgesetzt wird. Die Sonne »verbraucht« so pro Sekunde etwa 4 Millionen Tonnen Masse. Sie ist aber so unvorstellbar groß, daß sie seit ihrer Entstehung erst 0,03% ihrer Masse in Energie umgewandelt hat. Die Sonne ist der einzige Stern, auf dessen Oberfläche wir Einzelheiten erkennen können. Berühmt sind vor allem die Sonnenflecken, kühle Stellen auf ihrer Oberfläche, die wegen der geringeren Temperatur schwarz erscheinen. In diesen Sonnenflecken entladen sich oft rie-senhafte Eruptionen, bei denen Strahlung und Materie in das Weltall geschleudert wird. Auf der Erde erzeugen solche Strahlungsausbrüche die berühmten Polarlichter, führen zu Funkausfällen und beeinflussen die obere Atmosphäre in vielfältiger, zum Teil noch nicht ganz erforschter Weise. Die Zahl der Sonnenflecken und damit die Aktivität der Sonne schwankt in einem durch-schnittlich elfjährigen Rhythmus. Die Entstehung dieses »Sonnenflecken-Zyklus« sowie vieler sonstiger Vorgänge auf der Sonne ist bis heute immer noch ein Rätsel. Die Sonne strebt im Augenblick einer ruhigeren Phase ihrer Aktivität entgegen. Das letzte Sonnenfleckenmaxi-mum trat Ende 1989 ein; das nächste Minimum wird ungefähr im Jahre 1994 erwartet. Ein erneuter Höhepunkt der Sonnenaktivität mit vielen Flecken wird um das Jahr 2000 erreicht.

August Keller

 

 

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