Natürliche Haarfarben

Schon vor der Geburt ist bei jedem Menschen festgelegt, welche Haar-, Haut- und Augenfarbe er bekommen wird (Gene). Verantwortlich für unsere Haarfarbe sind Melanocyten. Diese bilden die natürlichen Haarfarben (Pigmente), man unterscheidet braun-schwarz (Eumelanin) und rot (Phäomelanin). Je nachdem wie gross der Anteil des einen Farbstoffs ist, hat die Person blonde, braune, rote oder schwarze Haare. Im verlaufe des Lebens zerfallen die Melanocyten, das Haar wird langsam grau und später weiss.

Haartypen

Man unterscheidet die Menschen in sechs Haut- und Haartypen:
  • Keltischer Typ
    rotblonde Haare, sehr helle empfindliche Haut, oft Sommersprossen Eigenschutzzeit* 5-10 Minuten
  • Nordischer Typ
    blonde bis dunkelblonde Haare, helle Haut
    Eigenschutzzeit 10-20 Minuten
  • Europäischer Typ
    mittelblonde bis braune Haare, leicht getönte Haut
    Eigenschutzzeit 20-30 Minuten
  • Mediterraner Typ
    dunkle bis schwarze Haare, hellbraune Haut
    Eigenschutzzeit 30-40 Minuten
  • Südasiatischer Typ
    schwarze Haare, dunkelbraune Haut
    Eigenschutzzeit über 40 Minuten
  • Negrider Typ
    schwarze Krausehaare, fast schwarze Haut
    Eigenschutzzeit unbegrenzt

    *Eigenschutzzeit dieser Wert gibt an wie lange sich die menschliche Haut gegen die schädlichen UV-Strahlen schützen kann.

Ansichten / (Vor)urteile

"Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau'n ..." singt singt Jan Kiepura im Film "Ich lieb alle Fau'n " (Musik von Robert Stolz, Österreich).

Dieses Zitat stimmt gemäss Umfragen nicht für alle Männer. Untersuchungen haben ergeben, dass sich Männer vor allem für Blondinen interessieren, während Frauen eher Männer mit dunklen Haaren bevorzugen. Jeder Haarfarbe werden besondere Charaktereigenschaften zugeordnet, welche aber längst nicht immer stimmen. Schon im 18ten jahrhundert schrieb Mozart die Oper "Don Giovanni"; in diesem Stück lässt er Leporello die Vorlieben seines Meisters mit folgenden Worten beschreiben: "Bei den Blonden ist es seine Art, ihre Liebenswürdigkeit zu preisen, bei Brünettten ihre Treue...

  • Blond:
    dumm, naiv, kindlich, weckt den Beschützer Instinkt,
    Blondinenwitze
  • Rothaarig:
    selten, attraktiv, verführerisch, frech, schlau, schräg, bezaubernd, schnell beleidigt, sensibel, taugen nichts, "femme fatale", durchtrieben, falsch, gemein, hinterhältig, gefährlich.
    Zitat: Rote Haare, Sommersprossen sind des Teufels Artgenossen!
  • Schwarzhaarig:
    temperamentvoll, feurig, wild, romantisch.

Solche und ähnliche Aussagen hört man immer wieder im Zusammenhang mit natürlichen Haarfarben. Es ist allerdings eine Tatsache, dass Ausgerechnet die kleinste Gruppe am meisten zu reden gibt, bzw. in der Geschichte zu reden gab. Nur rund 2-3% aller Menschen sind rothaarig, in England und Schottland sind es sogar bis zu 10%. Forscher glauben allerdings, dass mit der Zeit rote Haare ganz verschwinden könnten.

Rote Haare - Segen oder Fluch?
  • In der Bibel:
    In einigen biblischen Geschichten wird das Böse mit roten Haaren dargestellt. So wird zum Beispiel Judas, der Jesus gegen Geld verriet, mit roten Haaren dargestellt. Auch Eva wird beim essen des Apfels oft mit roten Haaren gezeichnet.
  • Mittelalter:
    Rothaarige Frauen galten im Mittelalter als Hexen. Sie wurden verfolgt und nicht selten hingerichtet.
  • Renaissance:
    Im 16./17. Jahrhundert waren rote Haare in Mode.
  • Im 19. Jahrhundert:
    Rothaarige Kinder galten als Beweiss dafür, dass die Mutter ein Verhältnis mit dem Teufel gehabt habe. Es kursierten häufig Ratschläge was man gegen rote Haare machen könnte; nicht selten waren diese Ideen sogar gesundheitsschädigend.
  • Im 2. Weltkrieg:
    Nazis haben diskutiert, ob zwei rote überhaupt heiraten dürften, man befürchtete degenerierte Kinder.
  • Ende 20. Jahrhundert:
    Rote Haare gelten als Zeichen der Jugend. (Häufig lassen sich Frauen ab 30 ihre Haare rot färben.) Rote Haare gelten ebenfalls als Symbol für emanzipierte Frauen und für Frauen die manchmal gegen den Strom schwimmen.

Heute gelten rote Haare schon fast als normal, entsprechende Tönungen und Färbemittel sind sehr gefragt.

 

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