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Zusammenfassung
Das Phänomen der künstlichen Leistungssteigerung im Sport ist einerseits nicht erst in jüngster Zeit aufgetreten, wird andererseits aber in seltener Vehemenz betrieben. Diese Aussage trifft nicht so sehr auf die klassischen Dopingmittel - wie Stimulantien oder Narkotika - als auf die Gruppe des hormonellen Dopings zu.
Die Gründe für diesen Umstand liegen auf der Hand:
Die eingenommenen synthetischen Hormonpräparate, gleichen dem Aufbau nach körpereigenen Hormonen. Da sie somit dem selben natürlichen Stoffwechsel unterliegen, ist deren Nachweis bei Dopingkontrollen nur beschränkt möglich. Damit korreliert der Umstand, dass die Frist der Nachweisbarkeit im Urin durch den schnellen Metabolismus recht kurz ist, wohingegen die Wirksamkeit der Hormonpräparate längere Zeit andauert.
Der zweite Grund für die Sonderstellung des Hormonpräparat- missbrauchs in der allgemeinen Dopingdiskussion, ist dessen Verbreitung, von der auch der Freizeitsport nicht verschont geblieben ist. Im Gegenteil: der grösste Steroid- und Wachstumshormonmissbrauch findet im Breitensport, insbesondere im Bodybuilding, statt. Hierbei wird das Wirkstoffduo AAS und HGH als Geheimtip gehandelt, der in Zukunft (nach dem "Vorbild" der USA) sehr weite Verbreitung finden soll.
Die erhofften Effekte dieser Einnahme zielen vor allem auf eine Steigerung der Kraft, Muskelmasse und/oder Schnelligkeit ab. Der Erfolg des Athleten jedoch hängt primär von dessen langjährigen Trainingsaufwand ab, wobei die Hormonpräparate die Leistungen gedopter Sportler nur bis zu etwa 5% mitbegründen mögen (was beim Bodybuilding im Profisport ab der Mittelschwergewichtsklasse weit mehr ausmachen kann).
Hierbei darf jedoch der Umstand der massiven Gesundheitsgefährdung bis hin zum Tod nicht ausser Acht gelassen werden, zumal durch die Einnahme pharmazeutischer Mittel ein beim Gesunden perfekt funktionierendes System manipuliert wird. Dieser Gedanke scheint besonders im Freizeit- und Fitnesssport paradox, zumal das meist begehrte kosmetische Ziel, Schönheit und Stärke zu demonstrieren, gleichermassen auch ohne Arzneimittel zu bewerkstelligen ist.
Unter dieser Betrachtungsweise zieht der gedopte Sportler - sei es nun den finanziellen, gesundheitlichen Aspekt oder die Beständigkeit des sportlichen Erfolges betreffend - in jeder Hinsicht gegenüber seinen "cleanen Gesinnungsgenossen" den kürzeren.
Man muss Hollmann wohl Recht geben, wenn er die Entwicklung des Dopings über die letzten 20 Jahre resümiert, dass die Auffassung falsch war, dass Appell an Moral, Ethik, Fair-play genügen würden, um die Dopingmentalität auszurotten.
Patentlösungen dagegen existieren nicht. Dopingkontrollen haben auch nicht vollends dieses Ziel erreicht. Vielmehr ist das Schmieden eines neuen Körperbewusstseins vonnöten. Um dieses pädagogische Ziel zu erreichen, kann man einerseits nicht früh genug ansetzen, sollte aber andererseits über das nötige Fachwissen - bezüglich Doping im allgemeinen, und hormonellem Doping im speziellen - verfügen.
Die Physiotherapeuten haben uns dieser Verantwortung in besonderem Masse zu stellen, um dieser fatalen Entwicklung entgegenzuwirken.
Diese Arbeit soll ihren Beitrag dazu leisten.
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