Geschichte
der Anabol-androgenen Steroide
Der Beginn der Anabolikaeinnahme im Sport liegt Anfang
bis Mitte der 50-er Jahre. Bereits 1952 stand der russische Gewichtheber
Wisdom Dimitrovich unter Verdacht, anabol-wirksame Hormone verwendet zu
haben. Definitiv waren wohl der amerikanische Olympiasieger im Hammerwerfen
von 1956, H. Connolly (Hollmann 1986), sowie die damalige Olympia-siegerin
im Diskuswerfen der Frauen Olga Fiktova, spätere Conolly (Wadler 1989)
die ersten, die Anabolika einsetzten.
Galt ihr Einsatz anfangs als Geheimtip, wurde es
- nachdem es unter dem Namen Dianabol mit den olympischen Spielen 1960
in Rom nach Europa gekommen war - zum Routinepräparat. Mehr noch:
Es galt als unverzichtbarer Bestandteil ergänzender Massnahmen
im Krafttraining. (Hollmann).
Bekannte Athleten wie Manfred Ommer und Brigitte
Berendonk schätzen den Anteil der Athleten, die in der deutschen Nationalmannschaft
schon Ende der 70-er "schluckten und spritzten" auf 90% !
Das Dopingmittel Anabolika beschränkte sich
allerdings nunmehr nicht nur auf den professionellen Hochleistungssport:
In den späten 70-er und frühen 80-er Jahren schossen Fitnesscenter
wie Pilze aus dem Boden, Bodybuilding wurde zum Modesport. Die Dopingproblematik
weitete sich - indem sie nun immer mehr Freizeit- und Breitensport betraf
- zusehends aus und mit ihr das Problem der Gesundheitsgefährdung
durch Desinformation.
1976 wurde die IOC - Dopingliste um Anabolika
ergänzt.
1984 kamen das Testosteron und
1989 die Peptidhormone auf die Liste des
IOC.
Nicht zuletzt durch den medienträchtigen Dopingfall
Ben Johnson bei den olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde den Steroidhormonen
der Kampf angesagt.
Im Jahr 1989 wurden von der Medizinischen Kommission
des IOC die "Peptidhormone und Analoge" als eine neue Dopingklasse vorgestellt.
Diese beinhaltet:
Human Chorionic Gonadotropin (HCG) und Verwandte
Adrenocorticotropes Hormon (ACTH)
Human Growth Hormon (HGH)
sowie allen freisetzenden
Faktoren dieser Liste und
Erythropoetin (EPO).
Gegenwärtig existieren aber noch keine vom IOC
genehmigten definitiven Tests für diese Hormone und folglich auch
keine überzeugende Methoden zu deren Analyse. Die Entdeckung und Erforschung
dieser Wirkstoffsgruppen reicht aus diesem Grund auch nicht sehr weit zurück
bzw. ist noch nicht abgeschlossen.