Einleitung
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Problemdarstellung

Wie alles begann

Warum?

Wettbewerb

Der erste Tote

D. aus der Denkfabrik


   
   

"....Warum der Sport, der noch vor einem Jahrzehnt als eine Quelle der Schönheit und Reinheit galt, heute ein verfilztes, undemokratisches, medikamentenverseuchtes und käufliches Marketinginstrument weltweit operierender multinationaler Konzerne ist."

Wie kommt Simson, der sicherlich ein Kenner dieser Materie ist, zu dieser Auffassung ? Ist er ein Pessimist, ein Schwarz-Weiss-Maler ? Oder hat er mittels dieser Aussage ein adäquates Urteil über die sportliche Entwicklung gefällt ?

Der Wunsch, die eigene Leistung zu steigern und damit über die Konkurrenten zu siegen, dürfte so alt sein wie der sportliche Wettkampf selbst. Dieses Vorhaben eines jeden Athleten wurde allerdings seit der Wiederbegründung der olympischen Spiele 1896 - bedingt durch das permanent ansteigende sportliche Niveau - erheblich erschwert:

Um international nennenswerte Leistungen zu erbringen, genügt es nicht mehr, zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche, sondern viel mehr pro Tag zu absolvieren. Man nähert sich sukzessive dem Grenzbereich menschlicher Leistungsfähigkeit, der Sport wird zum Ganztagsjob. Mit dieser Professionalisierung des Sports geht die Kommerzialisierung Hand in Hand. Es wird, was Preisgelder, Werbeverträge etc. betrifft, mit Unsummen jongliert. Der Druck auf die Athleten steigt, das Widerstehen des Sportlers gegen die Versuchung Doping fällt immer schwerer. Verständlich, wenn es dabei um menschliche Bedürfnisse geht, wie Geld, Macht, Prestige bis hin zur Altersvorsorge.

Was bei dieser Entwicklung auf der Strecke bleibt, ist nicht nur die Gesundheit der Sportler. Auch Begriffe wie Fair-play, sportlicher Anstand, Menschenwürde werden dem wirtschaftlichen Vorteil geopfert.

Durch den Dopingfall Ben Johnson bei den olympischen Spielen 1988 in Seoul, hat die Sportwelt einen schweren Schlag erleiden müssen: Im Vorfeld wurde bereits heftigst über das Duell Johnson/Lewis diskutiert, die Einschaltquoten waren enorm. Zudem wurde Weltrekord gelaufen - und das beim 100m-Lauf der Männer, dem Herzstück der olympischen Spiele.

Dieses Dilemma blieb allerdings nicht ohne positive Folgen: Athleten, Funktionäre, Weltverbände erwachten aus ihrer Lethargie. Die Kontrollen wurden verschärft, die Pharmazie - die ohnehin schon permanent am Forschen war - wurde forciert. Deshalb kann man heute davon sprechen, dass das sogenannte "klassische Dopingmittel", die Gruppe der Amphetamine, mit praktisch 100%-iger Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden kann.

Weit mehr Schwierigkeiten bereiten den Dopingkommissionen die Gruppe der "Anabolen Steroide" und Peptidhormone:

Sie stehen - was Erstere betrifft - dem körpereigenen männlichen Sexualhormron Testosteron sehr nahe, wodurch die Manipulation des Einnahmezeitpunktes und Nachweises wesentlich erleichtert wird. Ähnlich verhält es sich mit anderen hormonell wirksamen Präparaten, wie beispielsweise dem Wachstumshormon HGH. Zudem ist die Möglichkeit massiver gesundheitlicher Schäden nicht minder hoch, als deren Verbreitung bis hin zum Freizeit- und Fitnesssport.

Dazu einige Zahlen:

  • Von 1990 bis 1995 hat sich die Zahl der deutschen Bundesbürger, die regelmässig ein Fitnessstudio besuchen auf 3,5 Millionen verdoppelt. - Laut Hochrechnungen sollen es im Jahr 2000 bereits über 5 Millionen sein.
  • 100.000 helfen dem Körperkult mit gefährlichen Medikamenten nach, 10.000 davon betreiben Hardcore-Doping mit extrem hohen Dosen.
  • In den USA ist es noch fataler: eine Million US-Bürger haben bereits Hormonpräparate ohne medizinische Indikation eingenommen - 700.000 im Alter zwischen 14 und 18 Jahren.

Während die sogenannten "Anabolen Steroide" in Europa bereits weit verbreitet sind, droht von den USA her eine neue Welle - in Form von synthetisch hergestellten Wachstumshormonen.

Aufgrund dieser Tatsachen widmen wir uns in dieser Arbeit dem "Hormonellen Doping" - als aktuellste verbotene Wirkstoffgruppe - im besonderen.

Es ist an der Zeit, dass jeder, der an der Sportwelt teilhat (und nicht zuletzt der Physiotherapeut), die Initiative ergreift, um die Selbstverantwortung der Athleten durch gezielte Informationen zu fördern und nicht durch passives Geschehenlassen die Gefahr "Doping" gedeihen lässt. Diese Arbeit soll einen kleinen Beitrag dazu leisten.







                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

 
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