Biographie

"Alles ist Zahl."
Pythagoras von Samos (570 - 480 v. Chr.)

Pythagoras soll in seiner Jugend Reisen nach Ägypten und Babylon unternommen haben und sich mit der dortigen hochstehenden Mathmatik beschäftigt haben.
Wegen politischer Schwierigkeiten unter der Tyrannei des Polykrates (vgl. Schillers Ballade "Der Ring des Polykrates") verließ er seine Heimatinsel. er und seine Anhänger (die Pythagoräer) bildeten in Süditalien eine Art Orden, der nach strengen Regeln der Reinheit und Selbstdisziplin und mit genauen Speisegeboten lebte. Auch als politischer Reformer war Pythagoras tätig; die von seinen Schülern gebildeten "Bünde" hatten teilweise großen politischen Einfluß und wurden deswegen z.T. auch verfolgt. In den pythagoreischen Bund wurden auch Frauen aufgenommen und hatten dort eine hohe und geachtete Stellung inne.
Die "Ordensregeln" hatten die Reinhaltung der seele zum Ziel; die Pythagoräer hatten nämlich die Vorstellung von der seelenwanderung, sie glaubten an die Möglichkeit, die Reihe der Wiedergeburten zu beenden und so die endgültige Befreiung der seele vom Körper zu erreichen (den Körper betrachteten sie als Kerker der Seele).

Diesem Zweck diente ein fünfjähriges, unter striktem Schweigen absolviertes Studium; die wichtigsten Fächer waren Mathematik, Musik, Gymnastik und Heilkunde. Heute ist nicht mehr klar zu trennen, welche Teile der pythagoreischen Lehre von Pythagoras selbst und welche von seinen Schülern stammen. der berühmte "Satz des Pythagoras" ist jedenfalls nicht zuerst von ihm entdeckt worden, sondern war schon vor ihm den Babyloniern und den Chinesen bekannt.

Die babylonischen Astronomen waren zu der Erkenntnis gelangt, daß die Bewegungen der Himmleskörper arithmetisch erfaßbar, berechen- und dadurch sogar vorhersagbar seien. Die Beschäftigung mit der Astronomie der Babylonier muß Pythagoras eine tiefe Ahnung von der Macht der Zahl gegeben haben.