| Im Laufe eines in der Regel 12-jährigen Schullebens erfahren Kinder und Jugendliche die Stoffülle des zu Lernenden häufig als unabhängig nebeneinander stehend, d.h. Biologie hat nichts mit Musik, Physik nichts mit Deutsch und Mathematik nichts mit Religion zu tun, und die Schule selber schon gar nichts mit dem "richtigen" Leben. Daß zwischen vielen Fachbereichen Vernetzungen bestehen, ist häufig offensichtlich, jedoch fast ein Jahrhundert lang im Schulunterricht kaum mehr wahrgenommen worden. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Begriff der Vernetzung jedoch weltweit wieder zu einem umfassenden Thema. Nun gehörte es schon zum Basiswissen der alten Menschheitskulturen, daß es zwischen den verschiedenen Erscheinungsformen unserer Wirklichkeit Zusammenhänge und Vernetzungen gibt, ja daß alles, was wir in unserer Welt wahrnehmen über eine verborgene Matrix miteinander verknüpft ist. | Nun am Ende des 2. Jahrtausends n. Chr. ist nach aller scheinbar hoffnungslos-chaotischen Zersplitterung der Wissenschaften in extremes Spezialistentum auf sämtlichen Ebenen ein erstaunlicher Prozeß zu bemerken: In einer immer größer werdenden Flut von Veröffentlichungen entdecken viele Menschen in dem Chaos gemeinsame Strukturen in neuer, geballter Form wieder. Immer mehr Menschen erleben überrascht, wie sich die Fülle des wissenschaftlichen Materials an vielen Stellen zu ordnen beginnt und übergeordnete Strukturen sichtbar werden. Als Fundament aller Erscheinungen erweist sich hierbei - wie es die Alten schon immer wußten - die Zahl. Pythagoras formulierte es so: "Alles ist Zahl." Und Augustinus: "Ohne die Zahlen würde alles in sich zusammenstürzen." Der Romantiker Novalis: "Das Leben der Götter ist Mathematik. Reine Mathematik ist Religion." Oder: Die Wissenschaft muß das in der Mathematik enthaltene Weltgesetz wiederfinden und die Religion muß auf die Mathematik zurückgeführt werden." | Dies hört sich in unserer zahlensüchtigen Welt im ersten Augenblick erschreckend an - denken wir doch bei Zahlen zuerst an Steuererklärungen, Statistiken, Bilanzen, vielleicht an die manchmal ungeliebte Schulmathematik. Aber Pythagoras ging es nicht nur um die Quantität der Zahlen, ebenso wenig wie all den großen und kleinen Weisen der Welt, die manchmal ihr ganzes Leben lang dem Geheimnis der Zahl nachgegangen sind. Ihnen ging es vor allem um die Qualität der Zahl. Sie alle hatten verstanden, daß Zahlen "er-zählen", nämlich vom Werden und Wachsen der Schöpfung und des Menschen und von den Geheimnissen der Höhe und der Tiefe. Von dieser Qualität der Zahlen und von den neuen-alten Strukturen, die sich über die gemeinsame Matrix der Zahl in allen Wissensgebieten finden lassen, wollen wir in unserem Projekt einen kleinen Einblick vermitteln. |
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