I. Physik, Mathematik und Finanzen: Bachelier und die Brown-Bewegung » Weiter!
II. Spiel: Wie viel wert ist das Spielgeld „MEIN NAME IST HASE“? » Weiter!
III. Optionen » Weiter!
IV. Options-Positionen » Weiter!
V. Preisschwankungen auf dem Kapitalmarkt » Weiter!
VI. Volatilität kaufen, Volatilität verkaufen » Weiter!
VII. Die Deckung der Optionsverpflichtung » Weiter!
VIII. Die Preise der Optionen » Weiter!
IX. Die Lehre » Weiter!
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III. Optionen
Die Option ist eine Möglichkeit, aber nicht jede Möglichkeit ist eine Option. Von einer Option ist die Rede, wenn wir in Verbindung mit einem unsicheren Ereignis in der Zukunft solch' eine Lage schaffen, dass wir später, wenn es nötig ist, etwas machen können.
6. Diagramm
Eines der Gesetze von Hammurapi, der 48. Paragraph, sagte, wenn die Getreideernte Opfer einer Naturkatastrophe wird, dann müssen diegenigen, die Schuld haben ein Jahr Lang keine Zinsen bezahlen. Die Babylonien benutzten zum Schrift Tontafeln und nach den Worten von Hammurapi konnten die Schuldner ihre Schuldtafeln „ins Wasser waschen“, das heißt, für ein Jahr konnten sie ihre Pflicht im Jahr, wann die Ernte kaputtgegangen war, abschreiben. Wovon handelt der 48. Paragraph?
Wenn die Ernte kaputtgegangen ist, hatten die Schuldner Recht ein jahr lang nicht abzuzahlen. Von anderer Seite bekamen die Gläubiger keine Mehrrechte: sie sollten einfach die Zinsen erlassen. Mit anderen Worten: die Schuldner hatten eine abrufbare Option im Zusammenhang mit der Zinsenzahlung in dem Fall, wenn die Ernte kaputtgegangen ist. Der 48. Paragraph ist der erste schriftliche Optionsvertrag in der Welt- zwar man ihn oft falsch dem griechischen Philosoph Thales unterstellt hat, der 1200 Jahre später lebte.
Sehen wir einige Beispiele:
Wenn jemand in einem Vortragsraum in der Nähe der Tür am Rande der Reihe Platz nimmt, sichert er sich eine Möglichkeit unauffällig wegzugehen, wenn der Vortrag langweilig ist.
Vor dem Aufbruch müssen wir einen Schirm zu uns nehmen um ihn im Notfall öffnen zu können. Ein zufällig vor uns stehender Baum, unter dem wir vor dem Regen stehen können, ist keine Option, nur eine zufällige Möglichkeit. Dem Schirm kann man bis zum Schluss trauen, auf einen Baum oder einen Torgang nur hoffen.
Wenn wir uns einen Pass besorgen, können wir eine bestimmte Zeit ins Ausland fahren, aber wir gingen dafür keine Verpflichtung ein. Irgendein Abonnement kann man als eine Option betrachten. Auf dem Diagramm zeigt die Form ähnlich der Buchstabe V, wenn wir mit jemandem einen solchen Vertrag geschlossen haben, am Ende November eine Aktie von ihm für 6000 zu kaufen können (wenn der Kurs über 6000 ist) oder für 6000 ihm verkaufen zu können (wenn der Kurs unter 6000 ist). In beiden Fällen können wir einen Gewinn machen. Der Gewinn ist so groß, wie der Unterschied zwischen dem Preis am Ende November und 6000 ist.
Bei dem vierten Beispiel bleibend: wie können wir den Partner dazubringen, die für ihn mit Verlusten verbundene Kauf- und Verkaufsverpflichtungen einzugehen? Ich glaube, sie wissen schon die Antwort: mit Geld. Die Frage ist: wie viel Geld brauchen wir dazu?
Nachstehend überblicken wir inwiefern durch unser Ergebnis eine radikale Veränderung der Finanzwissenschaft erfolgte.
Im Alltag verwenden wir instinktiv und selbstbewusst Unmengen von zusammengefügten Optionen zur Erschaffung unserer Bequemlichkeit und unserer Sicherheit, oder zur Befriedigung unserer Gier. Die von dem Kapitalmarkt verwendeten Optionen sind viel einfacher:
Die Kaufsoption (call) berechtigt ihren Inhaber ein bestimmtes finanzielles Produkt zu einem festgelegten Preis zu einem gegebenen Zeitpunkt zu erwerben.
Die Verkaufsoption (put) berechtigt ihren Inhaber ein bestimmtes finanzielles Produkt zu einem festgelegten Preis zu einem gegebenen Termin zu verkaufen.
Beide Optionen entstehen beim Abschluss eines zweiseitigen Vertrages. Der Befugte verschafft sich nach Zahlung des so genannten Optionsbeitrages das Recht, später bei einem günstigen Kurs davon Gebrauch machen zu können. Der Verpflichtete übernimmt gegen die derzeitige Bezahlung die Erfüllungspflicht des für ihn eindeutig nachteiligen Geschäftes. Er vertraut darauf, dass dies nicht stattfinden wird, weil der Kurs sich für ihn zum Vorteil wenden wird.
Die Kaufs- und Verkaufs- Dienstoptionen Geschäfte verschaffen eine reine, durchschaubare Situation, bei denen der Optionsbetrag das Gleichgewicht zwischen Befugtem und Verpflichtetem erzeugt. Die alltäglichen Optionen verkörpern dagegen viel wirrere Verhältnisse.
Auch im Alltag finden wir oft die Erwägung, dass es nicht schaden könnte, sich mit X oder mit Y gut zu verstehen. Wir wissen noch nicht genau was wir von ihm wollen, aber es kann sein, dass wir später vielleicht etwas von ihm verlangen könnten.
Kaufs- und Verkaufs- Dienstoptionen kann man an der Börse mit Devisen, Aktien oder sogar mit einem Geldinstitut schließen, aber auch mit dem Nachbarn, wo der Gegenstand der Option ein Auto, eine Immobilie oder sogar eine Schiebkarre sein kann. Wir werden deswegen Beispiele von Devisen- und Aktienoptionen bringen, weil Unmengen von Angaben dieser Preisschwankungen uns zur Verfügung stehen. Obwohl die Börse für viele Leute mystisch ist, produziert sie dennoch die überschaubarsten Preise.
Vergleichen wir die Komponenten einer Alltags- und einer Finanz- Verkaufsoption.
Die zwei Probleme sind Folgende:
Vielleicht wird es regnen.
Beim Kauf wissen wir es noch nicht, welchen Wert die Aktie in Zukunft haben wird.
Risiko
Regenschirm: es beginnt zu regnen
Put Option (Verkaufsrecht): der Kurs fällt in der Zwischenzeit unter einen bestimmten Wert
Was wir vermeiden wollen
Regenschirm: dass unsere Kleider nass werden, dass wir uns eventuell erkälten könnten
Put Option (Verkaufsrecht): dass wir unsere Aktien unter dem Kaufpreis verkaufen müssen.
Was ist jetzt zu tun
Regenschirm: wir nehmen den Regenschirm mit
Put Option (Verkaufsrecht): wir schließen einen Vertrag, dass wir die Regenschirme zu einen festen Preis verkaufen könnten (z.B.: K= 100 $)
Die Kosten
Regenschirm: man muss den Regenschirm rumschleppen
Put Option (Verkaufsrecht): man muss einen Optionsbeitrag bezahlen (z.B.: p = 6 $)
Wie sollen wir die Option verwenden
Regenschirm: wir öffnen ihn, wenn es zu regnen anfängt
Put Option (Verkaufsrecht): wir verkaufen ihn unseren Partnern zum Preis von 100 $ während der Preis der Regenschirme am Markt unter 100 $ ist.
Wann verweigern wir die Möglichkeit
Regenschirm: wenn es nicht regnet
Put Option (Verkaufsrecht): wenn der Preis über 100 $ ist
Die Alltagsvariante des Verkaufsrechtes: etwas loswerden, sich etwas vom Hals schaffen, aus einer bestimmten Situation herauskommen. Die Scheidung z.B. ist eine Put Option. In dem Mittelalter war diese Option nur in Ausnahmezuständen realisierbar. Dieser Mangel führte oft zu blutigen Ereignissen, denken wir nur an die Frauen von Heinrich dem VIII.
Die Verkaufsoption gibt uns die gewisse Bewusstheit, dass wir unser Papier auch dann für 100 verkaufen könnten wenn der Kurs nur noch 80 ist.